Objektivunschärfe ist sowohl eine Eigenschaft des Kamerasensors als auch - und das ist noch wichtiger - des verwendeten Objektivs. Das Abbild eines einzigen Punktes ist ein Fleck im Bild, dessen Größe im Endbild veränderlich ist. Je größer der Fleck ist (je mehr Pixel er einnimmt), umso unschärfer wirkt das Bild.
Dies resultiert im Verlust von Details und in fehlendem Mikrokontrast.
Warum ist das wichtig?
1. Verlust von Details
Wie in diesem Bild dargestellt, hat das Objektiv einige Details 'verwischt', wodurch diese nicht mehr sichtbar sind, obwohl immer noch im Bild vorhanden.
Foto: Philippe Tarbouriech
2. Fehlender Mikrokontrast
Bildunschärfe bewirkt auch unscharfe Ränder, macht die Übergänge vom Dunklen zum Hellen weniger abrupt als sie sein sollten. Für das menschliche Auge ist der Eindruck von Schärfe am größten, wenn die Übergänge zwischen Bereichen von unterschiedlicher Helligkeit sehr abrupt sind.
3. Gleich bleibende Bildschärfe wird durch die Nachbearbeitung besser
Filter, die für die kreative Bildbearbeitung angewandt werden, oder um Bilder für ein spezielles Endergebnis zu tunen, funktionieren auf Bildern mit gleich bleibender Schärfe besser. Leider kann, wie unten noch erklärt wird, die Stärke der durch das Objektiv verursachten Bildunschärfe in Abhängigkeit von der Position der Bildfläche sehr stark variieren. 4. Bildinterpretationstendenz
Die Beschränkung der Feldtiefe hilft dabei, den Blick des Betrachters auf den Fokusbereich zu lenken. Gleichermaßen wird ein Objekt, das sich näher am Rand des Bildes befindet, wenn die Schärfe des Objektivs im Zentrum größer ist, für den Betrachter weniger interessant.
Wie komplex ist die Korrektur?
1. Aufnahmeeinstellungen
Bildunschärfe ist eine Funktion des Objektivs und des Aufnahmegerätes, und sie variiert mit den Aufnahmeeinstellungen wie zum Beispiel Blende, Brennweite, Entfernungseinstellung. Üblicherweise spricht man in diesem Fall vom “unscharfen Punkt” eines Objektivs, was paradoxerweise den Bereich der Einstellungen bezeichnet, wo es die schärfsten Bilder erstellt…
Foto: Philippe Tarbouriech
2. Variierende Unschärfe über das Bild verteilt
Schärfe ist eine Eigenschaft, die über den Bildbereich verteilt stark variieren kann und in der Regel im Zentrum am stärksten ist. Für jedes Objektiv (und für jede mögliche Einstellung) muss die Schärfungssoftware den Abfall der Schärfe aufarbeiten.
Detaildartsellung einer Bildecke von einer Canon EOS1Ds mit Canon EF 16–35 mm f/2,8L USM:
stärkere Unschärfe an den Bildrändern.
Variierende Schärfe über das Bild verteilt
für Canon ES 50 mm f/1,4 USM bei Canon 10D, Schärfung
3. Astigmatismus
Nicht nur die Stärke der Unschärfe kann über das Bildfeld variieren, sondern auch die Richtung der Unschärfe selbst kann sich ändern.
Im Zentrum des Bildes ist die Stärke der Bildunschärfe in der Regel in vertikaler und horizontaler Richtung gleich. Aber zu den Bildrändern hin kann sich die Bildunschärfe in einer bestimmten Richtung ändern, ein Phänomen, das als Astigmatismus bekannt ist – der produzierte Fleck ist nicht mehr rund, sondern wird in eine bestimmte Richtung verlängert. Diese Art von Unschärfe kann mit am Markt erhältlichen Standardwerkzeugen nicht korrigiert werden.
Der Pfeil zeigt die Grundrichtung der Bildunschärfe an: Verschlechterung von unten rechts nach oben links stärker als von oben rechts nach unten links.
4. Farbabhängigkeit
Da der unscharfe Fleck von einer Bildebene zur anderen variiert, muss der Grad der angewandten Schärfekorrektur für jeden Farbkanal angepasst werden. Die Anwendung der selben Korrektur auf alle Farbkanäle kann zu Farbübergängen führen, wie im Bild unten gezeigt.
Detail vom Originalbild
Detail vom Bild ohne Farbkontrolle geschärft: verursacht einen Farbübergang
Detail vom Bild mithilfe DxO Optics Pro: schärfer
5. Rauschabhängigkeit
Rauschen ist der schlimmste Feind von Schärfungsfiltern, da erhöhte Bildschärfe zu erhöhtem Rauschen führt.
Außerdem variieren Rauschen und Rauschwahrnehmung als eine Funktion sowohl der Graustufe als auch des lokalen Bildinhalts: Bereiche mit wenig Licht produzieren mehr Rauschen als solche mit viel Licht, das Rauschen ist in gleichförmigen Bereichen viel stärker als in detaillierten.
Darum muss ein Bildschärfungsalgorithmus den Schärfungsgrad lokal anpassen, damit das Rauschen außerhalb des wahrnehmbaren Bereiches bleibt.
Foto: DxO Labs
Korrektur der Bildunschärfe mithilfe von DxO Optics Pro
Wie bereits erklärt wurde, ist die Korrektur der Bildschärfe eine extrem komplexe Angelegenheit.
Gewöhnliche Werkzeuge, und sogar modernere, bieten Lösungen, die die gesamte Bildfläche gleichförmig schärfen. Wenn Zeit kein Thema ist, ist die Einstellung der 3 Unscharfmaskierungsparameter für jedes einzelne Bild in der Regel eine gute Möglichkeit, um die Unschärfe von Objektiven zu mindern, und zwar in solchen Fällen, wo die Bildunschärfe im gesamten Bildfeld und in jedem Farbkanal gleich ist und es keinen Astigmatismus gibt, und wo Rauschen keine Rolle spielt. Dies trifft jedoch nur auf einen geringen Anteil Bilder zu.
Foto: Guillaume Gaiotti
Die DxO Optics Pro Korrektur der Bildunschärfe zieht alle oben beschriebenen Faktoren vollautomatisch in Betracht:
alle Aufnahmeeinstellungen (Blende / Einstellentfernung / Brennweite etc.)
jede Art nicht gleichförmiger Bildunschärfe (Variation in Grad und Richtung der Bildunschärfe)
unabhängige Korrektur für alle 3 Farbkanäle
sehr strikte Rauschkontrolle, um das Rauschen unterhalb der Wahrnehmungsgrenze zu halten