DxO PhotoLab

Arbeit mit virtuellen Kopien in DxO OpticsPro

In Zusammenarbeit mit Gilles Theophile

Virtuelle Kopien sind im Produktions- und Bildbearbeitungs-Workflow unabdingbar, da sie extrem vielseitig einsetzbar sind und wenig Platz beanspruchen. Sie ermöglichen die Vervielfältigung eines Bilds ohne dass es physisch dupliziert werden müsste. In diesem Tutorial sehen wir wie virtuelle Kopien erstellt und verwaltet werden. Darüber hinaus erfahren wir wie sie für den Workflow in DxO Optics Pro eingebettet werden können.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie:

  • DxO Optics Pro

Virtuelle Kopien ermöglichen die Vervielfältigung eines Bilds ohne dass es physisch dupliziert werden muss

1- Das Prinzip virtueller Kopien verstehen

Versionen eines Bilds

Zu Beginn der digitalen Fotografie war die einzige Möglichkeit, mehrere Versionen eines Bilds zu erstellen, das Originalbild so oft wie möglich zu vervielfältigen und dann jede Bildkopie unterschiedlich zu bearbeiten. Denken wir beispielsweise an ein Porträt eines jungen Ehepaares, das man gerne in schwarz-weiß, Sepia, mit Rahmen etc. sehen möchte.

Das Unpraktische an dieser Methode ist dass die Duplizierung von Dateien viel Speicher benötigen kann, ganz zu schweigen von einer umfangreichen Verwaltungsarbeit, da jede Kopie umbenannt und letzten Endes in unterschiedlichen Ordnern gespeichert werden muss.

Die Erfindung der non-destruktiven Bildbearbeitung in Sofwarelösungen wie DxO Optics Pro hat einen neuen Zugang ermöglicht, die das Speichern von Korrekturen und Modifikationen in Form von Instruktionen speichert, die dafür sorgen dass verschiedene Versionen desselben Bildes erstellt werden – sogenannte virtuelle Kopien.

Virtuelle Kopien

Eine virtuelle Kopie ist schlicht und ergreifend ein Duplikat eines Quellbilds, das nur in Form von Instruktionen und Metadaten existiert. Der Vorteil und die Einfachheit – einige Kilobytes gegenüber einigen Megabytes – ist die unkomplizierte Anwendung, da der Fotograf so viele Versionen desselben Bildes erstellen kann wie er gerne möchte ohne dabei die Kapazität der Festplatte zu sprengen.

Zudem verhält sich eine virtuelle Kopie innerhalb der Software wie ein Originalbild und kann auch so bearbeitet werden.

Mit DxO Optics Pro können Sie also beliebig viele virtuelle Kopien erstellen, verwalten und unkompliziert bearbeiten.

2- Erstellen und Verwalten virtueller Kopien

Erstellen einer virtuellen Kopie

Möchten Sie eine virtuelle Kopie in DxO Optics Pro erstellen, gehen Sie wie folgt vor :

  • Wählen Sie ein Bild aus dem Dateiexplorer, ganz egal ob es sich um ein RAW, TIFF oder JPEG handelt.
  • Machen Sie einen Rechtsklick und wählen Sie aus dem Kontextmenü Virtuelle Kopie erstellen.
  • Die virtuelle Kopie wird daraufhin direkt neben dem Originalbild angezeigt und trägt eine fortlaufende Nummerierung, wobei die 1 dem Originalbild zugewiesen wird.
  • Möchten Sie eine weitere virtuelle Kopie erstellen, können Sie dies sowohl über das Originalbild als auch über die erste virtuelle Kopie tun.

Möchten Sie eine virtuelle Kopie erstellen, machen Sie einen Rechtsklick auf eine der Miniaturansichten.

Die virtuellen Kopien werden automatisch fortlaufend nummeriert, beginnend mit 1, 2, 3, etc.

Hinweis

Eine virtuelle Kopie greift die Bearbeitungen und Korrekturen des Originalbilds auf, egal ob es sich bei dem Bezugsbild um das Original oder eine andere virtuelle Kopie handelt.

Eine virtuelle Kopie übernimmt dieselben Korrekturen wie das Originalbild.

Tipp

Durch Auswahl mehrerer Bilder können Sie auf einen Schlag virtuelle Kopien aller ausgewählten Originalbilder erstellen.

Verwaltung virtueller Kopien

Virtuelle Kopien können genau wie Originalbilder bestimmten Projekten zugeordnet werden.

Möchten Sie aus einer virtuellen Kopie ein Projekt erstellen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Rechtsklicken Sie auf eine virtuelle Kopie oder eine Auswahl mehrerer virtueller Kopien.
  • Wählen Sie im Kontextmenü Projekt aus aktueller Auswahl erstellen.
  • Es öffnet sich eine Dialogbox die Sie um die Vergabe eines Namens für das Projekt bittet, das Sie dann im Quellexplorer im Register Organisieren wiederfinden.

Möchten Sie einem bestehenden Projekt eine oder mehrere virtuelle Kopien hinzufügen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Rechtsklicken Sie auf eine virtuelle Kopie oder eine Auswahl mehrerer virtueller Kopien.
  • Wählen Sie im Kontextmenü Aktuelle Auswahl in das Projekt einfügen.
  • Wählen Sie das gewünschte Projekt aus dem sich öffnenden Untermenü aus.

Kontextmenü zur Erstellung eines Projekts oder zum Hinzufügen von Bildern zu einem bestehenden Projekt.

Löschen einer virtuellen Kopie

Das Löschen virtueller Kopien funktioniert unterschiedlich, je nachdem ob Sie sich in einem Projekt oder einem Quellbild-Ordner befinden.

Löschen Sie eine virtuelle Kopie wie folgt:

  • Gehen Sie in den Ordner des Originalbilds.
  • Rechtsklicken Sie im Dateiexplorer auf die virtuelle Kopie oder die Auswahl virtueller Kopien, die es zu löschen gilt.
  • Wählen Sie dann aus dem Kontextmenü den Befehl Entfernen.

Möchten Sie eine virtuelle Kopie aus einem Projekt entfernen, gehen Sie wie folgt vor

  • Rechtsklicken Sie im Dateiexplorer auf die virtuelle Kopie oder die Auswahl virtueller Kopien, die Sie gerne aus dem Projekt entfernen möchten.
  • Wählen Sie im Kontextmenü den Befehl Entfernen.
  • Es öffnet sich ein Dialogfeld, das Sie auffordert, die Entfernung der virtuellen Kopie aus dem aktuellen Projekt zu bestätigen.
  • Bestätigen Sie durch Klick auf Ja.

Hinweis

Das Entfernen einer virtuellen Kopie aus einem Projekt bedeutet nicht, dass das Bild definitiv gelöscht wird. Sie finden das Originalbild nach wie vor im ursprünglichen Ordner.

Entfernen einer virtuellen Kopie aus einem Projekt.

3- Korrektur und Export virtueller Kopien

Virtuelle Kopien können genau wie Originalbilder korrigiert, bearbeitet und exportiert werden.

Korrektur einer virtuellen Kopie

Erstellen Sie eine virtuelle Kopie, so enthält sie dieselben Korrekturen und Presets wie das Originalbild. Haben Sie selbst keine Korrekturen vorgenommen, wurde zumindest das Preset DxO Standard beim Öffnen des Bilds automatisch durchlaufen. Haben Sie Korrekturen vorgenommen, werden diese auf die virtuelle Kopie übertragen.

Bearbeiten Sie nun also eine virtuelle Kopie, bleibt das Originalbild unberührt. Die Korrekturen an virtuellen Kopien bleiben wie gewohnt vollständig reversibel.

Um besser nachzuvollziehen wie sich virtuelle Kopien verhalten, erstellen Sie doch einfach mal ein halbes Dutzend und wenden Sie verschiedene Presets auf jedes einzelne Bild an.

Zwei Versionen desselben Bilds.

Export einer virtuellen Kopie

Möchten Sie Ihre Korrekturen anwenden und eine endgültige Datei erhalten, müssen Sie sie exportieren – egal ob es sich um das Original oder eine virtuelle Kopie handelt – dahingehend gibt es keine Unterschiede und das gilt auch für alle Exporte, ob auf Festplatte, zu Facebook oder Flickr.

Export einer Originaldatei und einer virtuellen Kopie.

Export einer virtuellen Kopie zu Lightroom

Haben Sie eine virtuelle Kopie eines Bilds erstellt, das aus Lightroom stammt (das Tutorial dazu finden Sie hier), können Sie auch dieses zur Adobe-Software exportieren, solange sie es zusammen mit dem Original auswählen.

Hinweis

In jedem Fall können Sie eine Auswahl von Originalbildern und virtuellen Kopien exportieren.

4- Vergleich virtueller Kopien

Erstellen Sie verschiedene Versionen desselben Bilds, so möchten Sie diese wahrscheinlich miteinander vergleichen. Gehen Sie in DxO Optics Pro wie folgt vor:

Vergleich eines Originalbilds mit einer virtuellen Kopie

Möchten Sie Original und virtuelle Kopie miteinander vergleichen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Klicken Sie in der oberen Kommandozeile auf den Button Dualbildmodus.
  • Wählen Sie die virtuelle Kopie aus dem Dateiexplorer aus.
  • Das Originalbild wird links, die virtuelle Kopie rechts angezeigt.
  • Möchten Sie eine andere virtuelle Kopie rechts anzeigen lassen, klicken Sie sie im Dateiexplorer an.

Auswahlmenü für den Vergleich von Bildern.

Vergleich von zwei virtuellen Kopien

Möchten Sie zwei virtuelle Kopien miteinander vergleichen ohne auf das Originalbild zurückzugreifen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Wählen Sie im Dateiexplorer eine der beiden virtuellen Kopien aus.
  • Klicken Sie in der oberen Kommandozeile auf den Button Dualbildmodus.
  • Das Originalbild wird links, die virtuelle Kopie rechts angezeigt.
  • Klicken Sie auf den kleinen Pfeil rechts des Buttons Dualbildmodus.
  • Wählen Sie im Dropdownmenü aus dem Abschnitt Virtuelle Kopien eine andere virtuelle Kopie aus, die Sie als Referenz verwenden möchten.
  • Die Referenz wird nun links angezeigt und die ausgewählte virtuelle Kopie rechts
  • Klicken Sie nun eine weitere virtuelle Kopie an, wird diese wiederum rechts angezeigt während die Referenz auf der linken Seite dieselbe bleibt.

Hinweis

In der Windowsversion müssen Sie die virtuelle Kopie zunächst bearbeiten und exportieren bevor Sie einen Vergleich vornehmen können.

Vergleich zweier virtueller Kopien, die unterschiedlich bearbeitet wurden.

Fotos : Cath Schneider