DxO PhotoLab

Bilder mit DxO OpticsPro 9 zuschneiden

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin

In diesem Tutorial erklären wir Ihnen wie Sie Ihre Bilder so beschneiden dass Sie Ihre Bildkomposition verbessern und wie Sie spätere technisch notwendige Zuschnitte bei optischen Korrekturen bereits im Vorfeld bei der Aufnahme berücksichtigen können.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie:

  • DxO Optics Pro 9 Standard oder Elite, entsprechend Ihrer Kamera-Objektiv-Kombination
  • Fotos, vorzugsweise im RAW-Format

1- Bildbeschnitt und Bildkomposition

Einige Definitionen und Grundlagen

Die Begriffe Bildbeschnitt und Bildkomposition sind selbstverständlich eng miteinander verknüpft, trotzdem sind sie dennoch zwei unterschiedliche Aspekte wenn es darum geht, ein gutes Foto zu machen.

Der Bildbeschnitt definiert den Umfang eines Bilds, der Bildaufbau hingegen die Anordnung der verschiedenen Objekte in Ihrem Foto. Der eine dient also dem anderen.

Das wichtigste Bildkompositionsprinzip bezeichnet man als den „goldenen Schnitt“: Denken Sie sich zwei horizontale und zwei vertikale Linien, die Ihr Bild sowohl horizontal als auch vertikal in jeweils drei gleich große Teile teilen. Das sind Ihre Orientierungslinien und die so entstehenden vier Schnittpunkte bilden Ihre Schwerpunkte im Bild. Man sagt dass Sie Ihre Objekte auf diesen Linien oder Schnittpunkten, egal ob Sie sie nun tatsächlich einblenden oder sich nur denken, platzieren sollten um ein ausgewogenes Foto zu erzielen.

Es ist ebenfalls wichtig zu berücksichtigen wie ein Foto betrachtet wird. Die Abendländer „lesen“ ein Foto von unten links nach oben rechts. Auch finden wir es natürlicher, unseren Blick nach rechts zu orientieren als nach links.

Über diese allgemeine Blickrichtung hinaus lässt sich unser Blick durch verschiedene Bildlinien lenken, sei es durch physische Linien im Bild wie einen Weg, einen Wasserlauf oder eine Mauer oder gar durch virtuelle Linien wie einen Blick und die Richtung, in die sich ein Objekt, z.B. eine Blume, dreht. Zudem sollte der Blick nicht von bestimmten Bildelementen wie Mauern oder anderen Konstruktionen „aufgehalten“ werden. Es ist also wichtig dass Ihre Bildkomposition diese Elemente berücksichtigt um den Blick des Betrachters zu lenken.

Der Bildbeschnitt trägt daher zur Bildkomposition bei und definiert die Bildränder. Wenn das Standardformat auch dem Sensorformat von 24×36, also 2×3, entspricht, ist es dennoch denkbar alternative Beschnitte wie beispielsweise quadratische Formate (1×1) oder Panoramaformate (2×1 oder 3×1) zu wählen.

Warum in der Phase der Konvertierung zuschneiden?

Wir verwenden Zoomobjektive und haben die Möglichkeit, Objektive zu wechseln. Warum also schneiden wir nicht einfach schon bei der Bildaufnahme? Dafür gibt es viele Gründe…

Zunächst einmal hat man nicht immer das passende Objektiv oder die Sucher der Kameras sind kleiner als der Sensor selbst, was dazu führt dass man Bildinformationen einfängt, die man gar nicht abbilden wollte.

Man kann auch in Nachhinein seine Meinung ändern: Ein Bildausschnitt, der zum Zeitpunkt der Aufnahme treffend schien, kann im später noch geändert werden um ein besseres Ergebnis oder eine andere Bildwirkung zu erzielen.

Das kann durchaus vorsätzlich sein: Speichert man ein Panorama für das man ein quadratisches Format vorgesehen hat, weiß man bereits bei der Aufnahme dass man das Bild später zuschneiden wird um das erwünschte Format zu erhalten.

Zudem erfordert der Einsatz einiger Werkzeuge einen Bildzuschnitt: Die Verzeichnungskorrektur bei Objektiven, aber auch die Perspektiv- oder Volumendeformationskorrektur. Diese destruktiven Korrekturen, die einen recht großen Zuschnitt im Vergleich zum Moment der Aufnahme erfordern, geschehen während der Bildkonvertierungsphase.

Sehen wir uns also in der Praxis an, wie Sie Ihre Bilder mit DxO Optics Pro 9 zuschneiden.

2- Wie Sie Ihre Bilder beschneiden

Schritt 1: Aktivieren Sie das entsprechende Werkzeug

Das Werkzeug Zuschneiden ist das letzte in der Palette Werkzeuge

Zur Aktivierung des Werkzeugs Zuschneiden klicken Sie auf den Button  .

Tipp

Für den Schnellzugriff ist das Werkzeug Zuschneiden auch in der Werkzeugpalette oberhalb Ihres Bildes verfügbar.

Ihr Fenster sieht wie folgt aus wenn das Werkzeug aktiviert ist:

Schritt 2: Stellen Sie Ihre Parameter ein

Die Parameter des Werkzeugs sind unten auf der Seite unterhalb des Fotos angezeigt.

Sie können das den goldenen Schnitt anzeigende Gitteroverlay während des Zuschneidens einblenden lassen oder sich dagegen entscheiden. Setzen Sie dafür einfach bei Bedarf nur das Häkchen im Kästchen neben der Option Gitter anzeigen.

Wählen Sie als nächstes das gewünschte Seitenverhältnis aus dem Dropdownmenü Seitenverhältnis.

Möchten Sie einen Beschnitt im Format Ihres Fotos vornehmen, so wählen Sie die Option Original. Sie können alternativ auch Unbeschränkt für einen freien Zuschnitt oder eines der vorgeschlagenen Seitenverhältnisse wählen.

Wählen Sie ein vorgeschlagenes Seitenverhältnis aus, wird automatisch ein Beschnitt vorgeschlagen damit Sie die wichtigsten Elemente Ihres Bilds in den vorgeschlagenen Dimensionen berücksichtigen können.

Das folgende Beispiel zeigt das Seitenverhältnis von 1:1:

Schritt 3: Schneiden Sie Ihr Bild zu

Die einfachste Lösung für den Bildbeschnitt ist vom ursprünglichen Format auszugehen und es einfach zu verkleinern. Platzieren Sie dafür den Mauszeiger auf einen der Punkte am Bildrand, die sich jeweils an den Ecken und mittig auf allen Seitenrändern befinden. Der jeweils ausgewählte Punkt verwandelt sich in einen doppelten Pfeil, der Ihnen die Arbeit beim Ziehen des Bildausschnitts in die gewünschte Richtung erleichtert.

Visieren Sie beispielsweise mit dem Mauszeiger eine Seite an, so erhalten Sie den folgenden Doppelpfeil:  ; Klicken Sie hingegen auf die obere rechte Ecke, erscheint der Pfeil  .

Reduzieren Sie die Bildgröße ausgehend vom rechten Bildrand, so erhalten Sie im Fall unseres Beispielbilds folgendes Ergebnis:

Hinweis:

Das obige Beispiel arbeitet mit der Option Original zur Beibehaltung des ursprünglichen Bildseitenverhältnisses. So geht die Verkürzung der Bildbreite automatisch mit einer Verringerung der Höhe einher. Dasselbe trifft auch zu wenn Sie umgekehrt die Höhe reduzieren – die Breite des Bilds ändert sich dann analog.

Anstatt das Originalformat zu verändern können Sie es natürlich auch neu definieren. Klicken Sie dafür einmal außerhalb des Bilds in der Nähe des Bildrands, den Sie beschneiden möchten. Der Mauszeiger nimmt dann folgende Form an:  .

Klicken Sie in das Bild hinein und bestimmen Sie den gewünschten Bildausschnitt durch Ziehen der Maus.

Schritt 4: Positionieren Sie den neuen Rahmen

Der Bildbereich, der im neuen Bildausschnitt berücksichtigt ist, wird normal angezeigt. Die Bereiche, die durch den Beschnitt wegfallen werden, werden verblasst angezeigt. Sobald Sie den Mauszeiger auf das Bild bewegen, nimmt er folgende Form an: .

Durch einen Klick können Sie nun den Rahmen verschieben bis Sie die gewünschte Position gefunden haben.

Tipp

Schalten Sie das Gitter ein damit Sie Ihr Objekt einfacher entsprechend der Regel des goldenen Schnitts positionieren können.

Schritt 5: Passen Sie die Größe Ihres Bildausschnitts an

Auch hier können Sie die Größe Ihres Bildausschnitts anpassen. Positionieren Sie dafür Ihren Mauszeiger auf einen der Eckpunkte ihres neuen Rahmens oder auf die Mitte einer Seite und vergrößern oder verkleinern Sie den Rahmen.

Sie können auch jederzeit einen neuen Rahmen definieren. Klicken Sie dazu außerhalb des Rahmens und folgen Sie dann den Anweisungen unter Schritt 3.

Auch die Proportionen können Sie anpassen. Der Rahmen passt sich dann automatisch an.

Schritt 6: Speichern Sie Ihren Bildausschnitt

Klicken Sie auf den Button Schließen unten rechts um Ihre vorgenommenen Änderungen zu speichern.

Über den Button Zurücksetzen kehren Sie zum Originalbildseitenverhältnis zurück.

3- Bildbeschnitt aufgrund von Perspektivkorrektur oder Volumendeformation

Verwenden Sie die Werkzeuge zur Perspektivkorrektur, so wird ein Bildbeschnitt ohnehin notwendig. Sie können DxO Optics Pro diesen Zuschnitt überlassen oder aber manuell Einfluss auf das Ergebnis nehmen.

Schritt 1: Korrigieren Sie die Perspektive

Wir verwenden hier die Funktion zur Korrektur der Parallelen. Dafür wählen Sie das entsprechende Werkzeug  aus der Werkzeugleiste aus. In unserem Beispielbild positionieren wir die beiden Geraden auf die Mauerkanten. Eine Vorschau auf das Korrekturergebnis erhalten Sie weiter unten.

Damit das Ergebnis ein wenig natürlicher aussieht, verwenden wir den Schieberegler Hoch/Runter und stellen ihn auf +20.

Bei Betrachtung dieser Korrektur ist schnell zu erkennen dass sie in der Tat notwendig war.

Schritt 2: Automatischer Bildzuschnitt

DxO Optics Pro bietet einen automatischen Bildzuschnitt für diese Art der Korrektur an. Gehen Sie dazu in die Palette Zuschneiden, öffnen Sie das Dropdownmenü Korrektur und wählen Sie Auto.

Die Korrektur erfolgt dann automatisch:

Selbstverständlich ist auch ein manueller Bildbeschnitt möglich. Folgen Sie dazu den Schritten, die im vorangegangenen Kapitel beschrieben wurden.

4- Weiterführend: Freier Bildbeschnitt

Wir haben Ihnen das Werkzeug Zuschneiden mit vorgegebenen Formaten gezeigt, doch Sie können Ihre Bilder jederzeit auch wie gewünscht frei zuschneiden, auch wenn dies nicht unbedingt immer empfehlenswert ist.

Besonders wenn Sie eines der Korrekturwerkzeuge verwendet (Perspektivkorrekur, Volumendeformation) und bei der Aufnahme nicht genügend Platz um das Objekt herum gelassen haben, so dass der automatische Bildbeschnitt ohne Verluste relevanter Bilddetails vorgenommen werden könnte, möchten Sie vielleicht nicht dem Vorschlag der automatischen Korrektur folgen, sondern die durch die Korrektur nun schwarzen Bildbereiche erhalten um sie anschließend mit Hilfe Programmen von Adobe® Photoshop® oder Adobe® Photoshop® Elements® wieder aufzufüllen.

Möchten Sie darüber weitere Informationen, so empfehlen wir Ihnen die Lektüre des entsprechenden Tutorials, das Ihnen weitere Methoden für den manuellen Beschnitt Ihrer Fotos im Anschluss an die Korrektur an die Hand gibt.

Fotos : Christophe Gressin