DxO PhotoLab

Bildrauschen im Raw : Wagen Sie sich an die hohen ISO-Werte !

In Zusammenarbeit mit Gilles Théophile

In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen wie Sie das Bildrauschen bei Fotos mit hoher ISO-Empfindlichkeit merklich reduzieren. DxO Optics Pro bietet ein extrem leistungsfähiges Korrekturwerkzeug zur Rauschminderung, das sowohl als automatische Korrektur in dem in DxO als Standardalgorithmus hinterlegten Korrekturprofil als auch als manuelle Korrektur über verschiedene Schieberegler für Fortgeschrittene in der Detail-Unterpalette zugänglich ist. Sie können auch Ihre eigenen Einstellungen abspeichern und so ein neues Preset erstellen.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie :

• Eine funktionsfähige Version von DxO Optics Pro Standard oder Elite. 
• Ein Foto, vorzugsweise im RAW-Format. 
• Unsere Demobilder können Sie sich HIER herunterladen.

1- Was genau ist Bildrauschen?

Das Phänomen des Bildrauschens zeigt sich vor allem dann, wenn Bilder mit hoher ISO-Empfindlichkeit aufgenommen werden: Je höher die Empfindlichkeit, desto mehr zeigt sich das Bildrauschen, was die Bildqualität entsprechend beeinträchtigt. Man unterscheidet zwei Arten von Bildrauschen:

  • Das Luminanzrauschen: Seine Struktur erinnert an analoge Körnung, die je nach Kameramodell mehr oder weniger stark und gleichmäßig anmutet. Das Luminanzrauschen ist recht aufwändig zu korrieren, da es sich noch in den kleinsten Bilddetails wiederfindet und man daher durch die Korrektur Gefahr läuft, diese Details einfach zu glätten.
  • Das Farbrauschen: Es zeigt sich vor allem in den dunklen Bildbereichen und zeichnet sich durch Pixelansammlungen aus, die meist grün oder magentafarben sind. Diese Art von Bildrauschen ist recht leicht zu korrigieren, da es sich nicht in den kleinsten Bilddetails wieder findet.

Warum sollte man im RAW-Format arbeiten?

Um jederzeit die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, empfehlen wir Ihnen im RAW-Format anstelle von JPEG zu arbeiten. Tatsächlich ist es so dass die aus Ihrem Kameragehäuse kommenden JPEG-Dateien bereits einer Kamera-internen Rauschereduzierung unterzogen wurden, die sogar unter Umständen so weit verstärkt wird dass Bilddetails völlig unterdrückt werden. Daher wird es extrem schwierig, Ihrem Bild eine zweite Korrektur zuteil werden zu lassen.

Vorschau der Korrektur von Bildrauschen in DxO Optics Pro

Für die Betrachtung des Bildrauschens und der von DxO Optics Pro vorgenommen Korrekturen empfehlen wir Ihnen mit einem Vergrößerungsfaktor von mindestens 100% zu arbeiten. Nichtsdestotrotz kann die Korrektur des Bildrauschens auch bei Zoomgrößen von unter 75% visualisiert werden. Sie können die Option «Vorschau der Rauschminderung bei Zoomwerten kleiner als 75% deaktivieren» in den Einstellungen entsprechend ausschalten.

2- Automatische Korrektur des Bildrauschens

2.1 – Anwendung des Presets « DxO Standard »

Wenn Sie ein Bild in DxO Optics Pro öffnen, wird das Preset «DxO Standard» automatisch angewendet.

Neben Korrekturen für Tonwerte und Farben wendet diese Autokorrektur ebenfalls eine maßgeschneiderte Rauschkorrektur an, die sich nach Kamera und verwendeter ISO-Einstellung richtet.

2.2 – Ansicht der angewendeten Korrekturen

Für die bestmögliche Betrachtung des Korrektureffekts auf Ihrem Bild klicken Sie auf den Button  in der oberen Werkzeugleiste. In dieser Bildansicht entspricht 1 Pixel auf dem Monitor auch 1 Pixel im Bild. Daher können Sie die Qualität der Rauschkorrektur so am besten beurteilen.

Sie können sich aber auch für die Anzeige des korrigierten Bilds direkt neben dem Originalbild entscheiden. Klicken Sie dazu auf den Button , der sich ebenfalls in der oberen Werkzeugleiste befindet.

Selbstverständlich können Sie jederzeit zur manuellen Korrektur wechseln wenn Ihnen die Ergebnisse nicht zusagen (siehe dazu Kapitel 3).

3- Manuelle Korrektur des Bildrauschens

DxO Optics Pro corrige automatiquement le bruit présent sur vos images issues d’une combinaison de boîtier et d’objectif supportée. Mais si cette combinaison n’est pas prise en charge par le logiciel, ou si vous souhaitez affiner la correction automatique, vous avez la possibilité de corriger manuellement le bruit. Dans le cas d’une image JPEG ou TIFF, vous devrez également procéder à une correction manuelle.

DxO Optics Pro korrigiert das in Ihren Bildern enthaltene Bildrauschen automatisch auf der Basis Ihrer Kamera-Objektiv-Kombination. Wird die von Ihnen verwendete Kamera-Objektiv-Kombination von der Software nicht unterstützt oder möchten Sie die automatischen Korrekturen weiter feinjustieren, so haben Sie die Möglichkeit das Bildrauschen manuell zu bearbeiten. Falls Sie mit JPEG oder TIFF Dateien arbeiten, sind Sie ebenfalls auf die manuelle Korrektur angewiesen.

In der Unterpalette «DxO Noise» befinden sich drei Schieberegler : Luminanz, Farbigkeit und Anpassung. Wenn Sie sich im Arbeitsbereich «DxO – Fortgeschrittene Anwender» befinden, erscheinen darüber hinaus noch zwei weitere Schieberegler : Anpassung und Tote Pixel (Siehe Kapitel 5 – Korrekturen für Fortgeschrittene).

Im Folgenden werden wir das Bildrauschen manuell entfernen.

3.1 – Bestimmen Sie die Korrekturen, die das Bild benötigt

In diesem Bild, das bei ISO 3200 mit einer Canon 5D aufgenommen wurde, fallen auf den ersten Blick Luminanzrauschen (Körnung) und Farbrauschen (Pixelverfärbung) auf.

Zoomen Sie auf 100% oder klicken Sie auf den Button  um sich das Bildrauschen genau anzusehen. Stellen Sie alle Schieberegler auf 0. So können Sie am besten abschätzen wie hoch der notwendige Korrekturaufwand ist.

3.2 – Reduzieren Sie das Farbrauschen

Verschieben Sie den Schieberegler Anpassung nach rechts bis die grünen und magentafarbenen Pixel vollständig verschwunden sind. Mit der Hilfe des Handwerkzeugs  vergewissern Sie sich nun dass definitiv kein Farbrauschen mehr im Bild verbleibt. Legen Sie Ihr Augenmerk vor allem auf die dunkeln Bildbereiche. Bei diesem Bild haben wir den Schieberegler Anpassung auf 50 eingestellt, was sich als guter Wert erweist um die farbigen Pixel, die besonders in den Gesichtern auffallen, vollständig zu unterdrücken.

3.3 – Reduzieren Sie das Luminanzrauschen in den Bilddetails

Nach der erfolgreichen Entfernung des Farbrauschens können wir uns nun der Korrektur des Luminanzrauschens widmen um die Körnung aus dem Bild zu entfernen. Verschieben Sie den Schieberegler Luminanz schrittweise nach rechts bis die Körnung verschwindet. Je höher der Korrekturwert, desto mehr Bilddetails drohen allerdings zu verschwinden. Achten Sie daher darauf, dass Sie den Schiebregler bei dieser Korrektur nicht zu weit nach rechts verschieben.

3.4 – Reduzieren Sie das Luminanzrauschen auf Kontrastebene

Die Aufgabe des Schiebereglers Farbigkeit ist direkt mit der des Schiebereglers Luminanz verknüpft. Er erlaubt die Korrektur von fleckenartigen Pixelansammlungen, die je nach Wert des Schiebereglers Luminanz mehr oder weniger stark sind. Derartige Flecken tauchen beispielsweise häufiger auf der Haut von Personen auf.

Verschieben Sie den Schieberegler Farbigkeit schrittweise nach rechts bis die Pixelansammlungen verschwinden. Hier sehen Sie auch dass die Hautoberfläche zu stark geglättet wird wenn Sie die Korrektur übertreiben. Mit Hilfe des Handwerkzeugs überprüfen Sie nun erneut den Effekt der Korrektur an ausgesuchten Bilddetails.

Folgende Tipps und Tricks helfen Ihnen bei der manuellen Korrektur des Bildrauschens:

• Wir raten Ihnen zu Beginn alle Schieberegler auf 0 zu setzen und sie dann schrittweise zu verschieben um den Korrektureffekt besser beurteilen zu können.

• Probieren Sie zunächst ruhig eine übertriebene Korrektur um diese anschließend wieder rückgängig zu machen: So verstehen Sie am besten wie welches Werkzeug funktioniert.

• Sie können jederzeit auf die automatische Korrektur zugreifen indem Sie entweder auf den Zauberstab klicken  oder einen Doppelklick auf den Schiebregler selbst vornehmen.

4- Erstellung eines benutzerdefinierten Presets zur automatischen Rauschkorrektur

Wenn Sie mit dem Ergebnis der von Ihnen eingestellten Korrekturparameter zufrieden sind, können Sie diese Einstellungen zur Rauschminderung als benutzerdefiniertes Preset abspeichern. Diese Vorgehensweise ist dann besonders nützlich wenn Sie diese für Ihr Bild optimalen Korrektureinstellungen auf einen ganzen Stapel anwenden möchten, der unter denselben Bedingungen aufgenommen wurden (dasselbe Equipment und dieselbe ISO-Empfindlichkeit). Sie können beispielsweise ein Preset für all Ihre Bilder erstellen, die mit einem bestimmten Kameragehäuse bei ISO 3200 aufgenommen wurden, ein anderes für Bilder, die mit ISO 6400 erstellt wurden, usw.

4.1 – Bestimmen Sie die richtigen Korrektureinstellungen

Bei unterschiedlichen ISO-Einstellungen muss die Korrektur zur Rauschunterdrückung nicht notwendigerweise dieselbe sein. Wählen Sie daher Ihre Korrektureinstellungen so aus dass Sie Ihnen für das Bild, das Sie gerade bearbeiten, richtig erscheinen.

4.2 – Erstellen Sie ein eigenes Preset

Klicken Sie im Drop-down Menü Preset anwenden auf «Preset aus aktuellen Einstellungen erstellen». Ein neues Preset mit allen zum Speicherzeitpunkt aktivierten Korrekturparametern wird gespeichert. Sie können den Ordner auswählen, in dem Ihr Preset gespeichert wird. Grundsätzlich raten wir Ihnen, das in DxO Optics Pro als Standard hinterlegten Preset zu verwenden.

Hinweis

Wir empfehlen Ihnen, Ihrem neuen Preset einen eindeutigen Namen zuzuordnen damit Sie es später leicht wieder finden. Es bietet sich beispielsweise an, die grundsätzlich vorgenommene Korrektur, das Kameragehäuse und die ISO-Empfindlichkeit zu verwenden: Bildrauschen_Canon7D_ISO6400. So wissen Sie sofort dass dieses Preset speziell für die Bildkorrektur von Fotos gedacht ist, die mit einer Canon 7D bei ISO 6400 aufgenommen wurden.

Alternativ ist die Erstellung eines Presets über die Palette Preset Editor auf der linken Seite durch Doppelklick auf  möglich.

4.3 – Verändern Sie die in einem Preset enthaltenen Korrektureinstellungen

Ihr neu erstelltes Preset ist nun im Drop-down Menü neben den anderen Presets aufgeführt. Sie können die anzuwendenden Korrekturen jederzeit ändern und die Schieberegler nach Bedarf verschieben. Wählen Sie dazu Ihr Preset aus der Liste aus und klicken Sie auf Bearbeiten.

Am linken Rand erscheinen daraufhin Häkchen in sämtlichen Unterpaletten. Setzen Sie immer dann ein Häkchen wenn Sie die jeweilige Korrektur in Ihr Preset aufnehmen möchten. Alle Schieberegler können Sie nach Belieben verschieben: die jeweiligen Werte werden daraufhin in Ihrem Preset gespeichert.

Haben Sie die Erstellung Ihres Presets beendet, klicken Sie auf Speichern um die neuen Korrektureinstellungen zu übernehmen. Klicken Sie erneut auf Bearbeiten und verlassen Sie so den Bearbeitungsmodus für Presets.

Von jetzt an können Sie Ihr neues Preset verwenden, das ab sofort im Dropdown Menü für Presets aufgeführt wird.

5- Noch ein Schritt weiter: Korrekturen für Fortgeschrittene

Die Unterpalette DxO Noise verfügt im Arbeitsbereich «DxO Fortgeschrittene Anwender» über zwei zusätzliche Schieberegler: Anpassung und Tote Pixel. Selbstverständlich sind sie in der Autokorrektur «DxO Standard» bereits berücksichtigt, aber auch hier können Sie die Korrekturen wieder manuell feinjustieren.

Der Schieberegler «Anpassung»

Die Korrektur des Farbrauschens kann Einfluss auf die Farben haben, vor allem auf die neutralen Farbtöne (grau, weiß, etc.). Dieses Problem, das manchmal nur recht subtil vertreten ist, können Sie mit Hilfe des Schiebereglers Anpassung neutralisieren.

Betrachten Sie die neutralen Farbtöne im folgenden Foto. Zoomen Sie dabei ruhig über die 100% hinaus um die Korrektur genau beobachten zu können. Verschieben Sie nun den Schieberegler Anpassung zunächst auf den Wert 100, dann auf 0. Auffällig ist, dass die weißen Blütenbereiche eine wärmere Tonung erhalten wenn der Schieberegler auf 100 steht, die sich dann wieder ins Neutrale verliert wenn der Regler zurück auf 0 verschoben wird.

Für dieses Bild reicht die automatische Korrektur aus um die vorherrschende wärmere Tonung zu neutralisieren. Sie können natürlich dennoch manuell weitere Anpassungen vornehmen.

Der Schieberegler «Tote Pixel»

Es gibt eine weitere Form von Bildrauschen: Tote Pixel. Es handelt sich dabei um eine Unzulänglichkeit des Sensors, die sich in Form von leuchtenden oder farbigen Punkten vor allem in den dunklen Bildbereichen äußert.

Die automatische Korrektur des Bildrauschens behandelt diese Pixel bereits als fehlerhaft, aber Sie können mit dem Schieberegler Tote Pixel weitere Änderungen oder manuelle Korrekturen vornehmen. Je höher der Wert, desto stärker werden die toten Pixel im Bild unterdrückt.

Um wieder zur Auto-Korrektur zurückzukehren genügt ein Klick auf den Zauberstab .

Fotos: Gilles Théophile, Rodérick Vazquez, Arnaud Pincemin