DxO PhotoLab

Die Leistungsstärke der neuen automatischen Korrekturen in DxO OpticsPro 11

In Zusammenarbeit mit Gilles Theophile

Einer der zahlreichen bemerkenswerten Aspekte von DxO OpticsPro ist der Umfang und die Qualität der Automatismen, der Fotografen eine erhebliche Zeitersparnis bei der Nachbearbeitung beschert. Diese neue Version ruht sich nicht auf bisherigen Lorbeeren aus, da sie mit zwei weiteren Werkzeugen in dieser Domäne aufwartet: zum einen gibt es die automatische oder manuelle Korrektur roter Augen und die automatische Regulierung des Mikrokontrasts, der Gesichter erkennt und digitales Bildrauschen entsprechend anpasst. Dieses Tutorial zeigt Ihnen wie diese Neuheiten funktionieren.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen, benötigen Sie :

  • DxO OpticsPro 11
  • Bilder im RAW- oder JPEG-Format.

1- Korrektur roter Augen

Das Phänomen roter Augen ist in der Fotografie sehr geläufig: der Boden der Netzhaut, der von vielen kleinen Blutgefäßen durchzogen ist, reflektiert das Blitzlicht. Dieser Effekt wird durch bei Dunkelheit erweiterte Pupillen noch verstärkt, und auch die Nähe der Lichtachse des Blitzes zu der des Objektivs, besonders bei Kameras mit integriertem Blitz, spielt eine wichtige Rolle.

Die Lösungen sind einfach: Umgebungslicht erhöhen, den Blitz weiter von der Kamera entfernen oder sich den Blitz ganz sparen. Nichtsdestotrotz ist dies nicht immer möglich und daher ist es notwendig, eine Software zur Bearbeitung heranzuziehen, die sich durchaus als langwierig erweisen kann.

Glücklicherweise verfügt DxO OpticsPro 11 über ein automatisches Korrekturwerkzeug, das bei besonders schwierigen Fällen auch im manuellen Modus verwendet werden kann, insbesondere dann wenn das Gesicht nicht frontal genug im Bild platziert ist.

Beispiel vor/nach erfolgter Korrektur roter Augen

Automatische Korrektur roter Augen

Der Modus zur automatischen Korrektur roter Augen ist extrem einfach anzuwenden und funktioniert auch, wenn mehrere Personen in demselben Bild von diesem Problem betroffen sind.

Das Rote-Augen-Werkzeug in der Werkzeugleiste

Unterpalette Rote Augen

Gehen Sie nach dem Öffnen der Bilder in DxO OpticsPro wie folgt vor:

  • Aktivieren Sie das Werkzeug Rote Augen durch Klick auf das Piktogramm, egal ob über die obere Werkzeugleiste oder über die Unterpalette Rote Augen in der Palette Details.
  • Die roten Augen im Bild werden automatisch korrigiert.
  • Die Unterpalette gibt die Anzahl korrigierter roter Augen an.
  • Die korrigierten roten Augen werden in Form von weißen Ellipsen dargestellt.
  • Zum Anwenden der Korrektur klicken Sie auf Schließen in der Werkzeugleiste unterhalb des Bildes.

Ellipsen stellen die Korrektur der roten Augen dar

Hinweis

Die automatische Korrektur roter Augen funktioniert sowohl für RAW (oder DNG) Dateien als auch für Bitmap-Dateien (JPEG oder TIFF).

Manuelle Korrektur roter Augen

Möchten Sie die Korrektur anpassen, steht Ihnen auch ein manueller Modus zur Verfügung, mit dem Sie die zu korrigierende Pupille definieren können wenn sie nicht automatisch erkannt wurde.

Anzeige dass keine roten Augen erkannt wurden

Gehen Sie bei der manuellen Korrektur wie folgt vor:

  • Aktivieren Sie das Werkzeug Rote Augen.
  • Platzieren Sie den Mauszeiger auf dem Bild und ziehen Sie einen Rahmen um jedes zu korrigierende rote Auge.
  • Die Korrektur erfolgt sofort und wird als Ellipse angezeigt.
  • Klicken Sie auf Schließen.

Hinweis

Im folgenden Beispiel wurden die roten Augen nicht erkannt, weil sie extrem klein im Gesamtbildverhältnis sind (hier vergrößert auf 100%)

Ziehen Sie einen Rahmen zur manuellen Korrektur roter Augen (nach erfolgter Korrektur erscheint anstelle des Rahmens eine einstellbare Ellipse)

Manuelle Korrektur roter Augen

Beachten Sie, dass die Ellipsen zur Korrektur roter Augen editierbar sind, egal ob sie automatisch oder manuell erstellt wurden. Sie können:

  • sie aktivieren indem Sie mit der Maus darüber fahren (es erscheinen dann Anfasspunkte),
  • ihre Größe anpassen, indem Sie einen der Anfasspunkte bewegen (einer funktioniert vertikal, der andere horizontal und beide zusammen ermöglichen ein Drehen der Ellipse),
  • sie verschieben, indem Sie den Zeiger ins Innere der Ellipse platzieren (Verschiebewerkzeug),
  • diese durch einen Klick auf das Kreuz oben rechts außerhalb der Ellipse schließen.

Hinweis

Die Anfasspunkte der Ellipsen sind entweder weiß (inaktiv) oder schwarz (aktiv). Wenn man mit der Maus darüber fährt werden sie einer nach dem anderen aktiv.

Aktivierte Ellipse

Eine Korrekturellipse funktioniert immer nur bei einem einzelnen Auge

Hinweis

Wenn Sie das erste Rechteck zur Korrektur roter Augen setzen, beziehen Sie das gesamte Auge mit ein ohne den Bereich dabei allerdings unnötig groß zu wählen. Zoomen Sie ruhig in das Bild hinein um präzise arbeiten zu können.

2- Automatischer Mikrokontrast

Verwendung des automatischen Mikrokontrasts

Das Werkzeug Mikrokontrast arbeitet Details und Texturen im Bild heraus. Es ist besonders wirkungsvoll und aussagekräftig bei Motiven aus den Bereichen Industrie, Architektur, Landschaft und – mit negativen Werten eingesetzt – kann es auch zum Weichzeichnen von Porträts herangezogen werden.

DxO OpticsPro 11 geht mit seiner neuen Funktion Automatischer Mikrokontrast noch einen Schritt weiter. Bilddetails werden verstärkt und dabei wird automatisch berücksichtigt, ob gegebenenfalls Bildrauschen vorhanden ist oder sich Gesichter auf dem Foto befinden. Dabei basiert der automatische Mikrokontrast nun auf der Detektionstechnologie, die ab sofort in der Software enthalten ist.

Unterpalette Kontrast

Zur Verwendung des automatischen Mikrokontrasts gehen Sie wie folgt vor:

  • Begeben Sie sich in die Palette Wesentliche Werkzeuge oder Belichtung.
  • Klicken Sie rechts auf den Zauberstab.
  • Der Mikrokontrast wird nun auf das Bild angewendet.
  • Möchten Sie die Korrektur zurücksetzen, klicken Sie erneut auf den Zauberstab.

Selbstverständlich hängt die Stärke der Korrektur vom Bild ab, wie Sie an den folgenden Beispielen sehen.

Anwendungsbeispiele

Das Objekt im folgenden Bild wurde bei sehr gutem Wetter fotografiert und dieses sehr detailreiche Bild eignet sich hervorragend für die Anwendung des Mikrokontrasts. Die Automatik schlägt eine Einstellung auf +16 vor.

Automatischer Mikrokontrast, vorher/nachher

Automatischer Mikrokontrast, vorher/nachher, auf 100% vergrößert

Das folgende Beispiel ist ein Bild, das mit einer ISO-Empfindlichkeit von 12 800 aufgenommen wurde.

Da Bildrauschen vorliegt und die Körnung nicht weiter verstärkt werden soll, beschränkt sich die Automatik auf einen Wert von +5.

Bild nach erfolgter Korrektur

Automatischer Mikrokontrast, vorher/nachher, auf 100% vergrößert

Als letztes Beispiel zeigen wir ein Porträt: die Automatik, die auf Gesichtserkennung basiert, wendet keine Verstärkung des Mikrokontrasts an. Der Schieberegler bleibt bei Null stehen.

Der Schieberegler Mikrokontrast bleibt wegen der Gesichtserkennung bei Null stehend

Fotos: Gilles Théophile