DxO PhotoLab

DxO OpticsPro für Lightroom-Anwender

In Zusammenarbeit mit Gilles Théophile

DxO OpticsPro stellt eine qualitativ hochwertige Alternative zum Modul Entwickeln in Lightroom dar, dessen Einsatz als Plug-In für den Transfer von RAW-Daten die Verwendung einer Adobe-Software in Kombination mit der starken Bildbearbeitungsleistung von DxO ermöglicht. So erhält man einen vollständig integrierten, flüssigen und leicht handhabbaren Workflow in zwei sich perfekt ergänzenden Programmen.

In diesem Tutorial widmen wir uns zunächst der Philosophie dieser beiden Softwareprogramme, der Art und Weise wie sie kommunizieren und was passiert, wenn man ein Bild in DxO OpticsPro aus Lightroom heraus öffnet. Anschließend sehen wir, wie man das Register Bearbeiten anpasst und welche grundlegenden Vorteile es einem Lightroom-Anwender hinsichtlich der verfügbaren Werkzeuge und der Qualität der Bildbearbeitung bieten kann.

Dasselbe Bild, geöffnet in DxO OpticsPro 10 und Lightroom

1- Markierungen in DxO OpticsPro wiederfinden

Seit der Version 9.5 verfügt DxO OpticsPro über ein externes Modul, das das Öffnen einer RAW-Datei aus Lightroom heraus direkt im Register Bearbeiten ermöglicht.

Das Register Bearbeiten in DxO OpticsPro beinhaltet die Bildkorrekturwerkzeuge und lässt sich daher mit dem Modul Entwickelnin Lightroom vergleichen.

Bevor wir beginnen, laden wir Sie ein, auch unser Tutorial über den Workflow in Lightroom/DxO OpticsPro zu lesen.

Bei Öffnen eines Bildes

Nach erfolgtem Transfer einer RAW-Datei aus Lightroom, öffnet sich diese im Register Bearbeiten in DxO OpticsPro und das Exportmenü, das sich unten rechts im Datei-Explorer befindet, stellt sich automatisch auf den Modus Export zu Lightroom um.

Wenn Sie durch einen Klick oben links im Menü in das Register Organisieren wechseln, sehen Sie, dass Ihre aus Lightroom stammenden Bilder in einem nummerierten Projekt gestapelt sind, das automatisch erstellt wird. Die Projekte sind mit den Ordnern verbunden, die sich im so genannten Quellbrowser befinden, der die Struktur der Festplatte und diverser sonstiger auf Ihrem Rechner verfügbarer Speicherorte widerspiegelt.

 

Das Register Organisieren in DxO OpticsPro

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Lightroom und DxO OpticsPro liegt darin, dass DxO nicht für sich beansprucht, eine Lösung für den Import und die Katalogisierung von Bildern darzustellen. Der Zugang zum Inhalt Ihrer Ordner erfolgt direkt und die Projekte sind virtuelle Alben, die Ihnen bei der Organisation Ihrer Arbeit helfen. Sobald Sie auf einen Ordner oder ein Projekt klicken, erscheint dessen Inhalt in Form von Miniaturansichten am unteren Rand im Dateiexplorer.

Der Quellbrowser in DxO OpticsPro

Der Dateiexplorer in DxO OpticsPro

Hinweis

Bitte beachten Sie, dass auch die gesamten Metadaten bei der Übergabe von DxO OpticsPro erhalten bleiben. Sie können sogar die in Lightroom vorgenommene Bewertung des Bildes mit Sternen wieder finden (ab Version 10 von DxO OpticsPro).

Wenden wir uns wieder dem Register Bearbeiten zu. Wenn Sie eine RAW-Datei in DxO OpticsPro öffnen, werden automatisch bestimmte Korrekturen vorgenommen, die auf einem Standardpreset und einem auf Ihre Kamera-Objektiv-Kombination abgestimmten optischen Modul basieren. Diese Korrekturen sind:

  • Tonalität (Belichtung, Kontrast)
  • Rauschminderung
  • Schutz gesättigter Farben
  • Optische Fehler (Vignettierung, Verzeichnung, chromatische Aberration)
  • Objektivunschärfe

Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, alle diese Korrekturen auch mit Hilfe der zahlreichen im Register Bearbeiten zur Verfügung stehenden Werkzeuge selbst vorzunehmen und auch zu verfeinern.

Sind alle Korrekturen vorgenommen, können Sie Ihren Export zu Lightroom im gewünschten Format vornehmen (JPEG, TIFF oder DNG). Die an den Katalog zurück übergebenen Bilder werden automatisch mit den Originalbildern gestapelt.

Das Register Bearbeiten in DxO OpticsPro

Das Modul Entwickeln in Lightroom

Übereinstimmung von Werkzeugen und Funktionen

Das Register Bearbeiten in DxO OpticsPro und das Modul Entwickeln in Lightroom haben eine große Auswahl an Korrekturwerkzeugen gemeinsam. In der folgenden Tabelle führen wir einige dieser Übereinstimmungen auf.

Auch wenn die große Auswahl an Werkzeugen eine Gemeinsamkeit der beiden Programme ist, so sind Ihre Philosophien doch unterschiedlich: DxO OpticsPro basiert zunächst in Bereichen auf Automatismen in denen Lightroom viel manuelle Bearbeitung erfordert, auch wenn es hier möglich ist, vordefinierte Entwicklungsparameter zu erstellen, die DxO OpticsPro mit den benutzerdefinierten Presets ebenfalls bereitstellt.

Wir haben vorhin gelesen, dass DxO OpticsPro die Bilder beim Öffnen korrigiert. Lightroom nimmt auch gewisse Korrekturen vor, allerdings nur bei bestimmten Punkten: Rendering, Minderung von Chrominanzrauschen und leichte Akzentuierung. Alles Weitere muss manuell erfolgten (mit der Möglichkeit, vordefinierte Paramater festzulegen oder das Standardverhalten der Software im Modul Entwickeln gemäß der Seriennummer der Kamera zu ändern).

Die Paletten in DxO OpticsPro und die Panel in Lightroom

Vergleichstabelle der grundlegenden Werkzeuge(* weist auf eine automatische Korrektur hin)

2- Bilder in DxO OpticsPro entwickeln

DxO OpticsPro erleichtert die Arbeit des Fotografen und reduziert die benötigte Zeit zur Bildbearbeitung drastisch aufgrund der Automatismen, die dem Standardpreset DxO Standard und den auf die Kamera-Objektiv-Kombination abgestimmten optischen Korrekturmodulen zu Grunde liegen.

Selbstverständlich bietet das Register Bearbeiten dem Fotografen die Freiheit, alle Korrekturen auf Wunsch auch manuell vorzunehmen oder seine eigenen Presets zu erstellen, die man falls gewünscht als Ersatz für das Preset DxO Standard einsetzen kann.

Ein Paket leistungsfähiger Werkzeuge und Technologien

DxO OpticsPro glänzt auch durch einige besonders leistungsstarke und exklusive Werkzeuge, die dazu beigetragen haben, dass die Software einen so guten Ruf in Bezug auf Bildqualität genießt:

Die Korrektur der Tonalität (Belichtung / Kontrast) mit DxO Smart Lighting, die gleichzeitig auf Spitzlichter, Mitteltöne und Schatten angewendet wird um einen maximalen Dynamikumfang herauszuarbeiten und dabei ein ausgewogenes und ansprechendes Ergebnis zu erzielen (siehe Tutorial).

Beispiel vor / nach erfolgter Korrektur mit DxO Smart Lighting

Der Schutz gesättigter Farben, der das Clipping lebendiger Farbtöne im Bild verhindert, ermöglicht z.B. den Erhalt von Farbspielen der Scheinwerfer auf Konzertfotos.

Die Rauschminderung, die schon im Qualitätsmodus HOCH sehr leistungsstark ist, setzt mit der Technologie DxO PRIME noch einen drauf (in der Elite-Version von DxO OpticsPro), die das Bildrauschen korrigiert und dabei Details und Farben erhält. DxO PRIME ermöglicht die Verwendung extrem hoher ISO-Zahlen (6400 aufwärts), die in der heutigen Fotografie bei Konzertfotos gängig sind (siehe Tutorial).

Beispiel vor / nach erfolgter Korrektur mit dem Werkzeug PRIME

Die Unterdrückung oder gezielte Hervorhebung von atmosphärischem Dunst mit DxO ClearView (in der Elite-Version von DxO OpticsPro), das zum Beispiel alle Details Ihrer Landschaftsaufnahmen herausarbeitet (siehe Tutorial).

Beispiel vor / nach erfolgter Korrektur des atmosphärischen Dunsts mit DxO ClearView

Die automatische Korrektur von Objektivfehlern, basierend auf den optischen DxO-Modulen, die für jede Kamera-Objektiv-Kombination im Versuchslabor ausgemessen werden (siehe Video)

Die Objektivunschärfe, die die Schärfe Ihrer Bilder korrigiert und dabei für mehr Homogenität im gesamten Bild von der Mitte bis zu den Rändern hin sorgt. Dabei erfolgt die Korrektur automatisch.

Als Lightroom-Anwender stehen Ihnen mit den DxO-Programmen zusätzliche exklusive Werkzeuge zur Verfügung, die sich in den RAW-Workflow in DxO OpticsPro integrieren.

Zum Beispiel mit DxO ViewPoint korrigieren Sie die Geometrie Ihrer Bilder:

Korrektur von Volumendeformation, die ovalen und runden Bildelementen ihre natürlichen Proportionen wiedergibt, wie z.B. deformierte Personen in Aufnahmen zeigen, die mit einem Weitwinkelobjektiv entstanden sind.

Beispiel für eine Korrektur der Volumendeformation mit DxO ViewPoint 2

Aufrichten und Geraderichten von Vertikalen und HorizontalenErzwingen von Rechtecken (Korrektur an 4 Seiten gleichzeitig) und 8-Punkte-Korrektur (Korrektur von 4 Seiten, unabhängig von einander).

Perspektivkorrektur mit DxO ViewPoint 2

Zu guter Letzt können Sie dank DxO FilmPack auf viele kreative Effekte zugreifen und auch den Look zahlreicher Analogfilme simulieren, denen eine präzise Laboranalyse dieser Filme zu Grunde liegt.

Beispiel für einen mit den kreativen Werkzeugen in DxO FilmPack 5 erstellten Look.

Bildentwicklung mit Lightroom oder DxO OpticsPro?

In Ihrem Lightroom/DxO OpticsPro Workflow können Sie darüber nachdenken, Ihre Arbeit im Modul Entwickeln über das Register Bearbeiten abzuwickeln.

In diesem Fall ist es nicht besonders empfehlenswert, einen Teil der Basiskorrekturen in einen Programm vorzunehmen, dann in dem anderen Programm fortzufahren oder diese Korrekturen gar doppelt vorzunehmen, wie beispielsweise Bestimmung des Weißpunkts erst in DxO OpticsPro festzulegen und dann diesen nach Rückübergabe in Lightroom erneut anzupassen.

Lightroom wartet mit einigen spezifischen Werkzeugen auf, so etwa dem lokalen Retuschepinsel, dem graduellen und radialen Filter, die Sie auf die an Lightroom zurück übergebenen Dateien anwenden können.

Wichtig

Vergessen Sie nicht, dass die Bildbearbeitungsalgorithmen in DxO OpticsPro und Lightroom nicht kompatibel sind. Die Korrekturen, die Sie an einer RAW-Datei in dem einen Programm vornehmen, sind im anderen nicht sichtbar. Die in DxO OpticsPro vorgenommenen Korrekturen bleiben innerhalb der Software sichtbar, auch nach einer zweiten Überführung in das Programm. Damit diese Korrekturen aber auch in Lightroom sichtbar sind, müssen Sie ein Bitmap-Format als Exportdatei wählen: JPEG, TIFF, DNG – wobei die letzten beiden empfehlenswert sind, wenn Sie zusätzliche Retuschearbeiten in Lightroom oder auch Photoshop planen.

Fotos: Olivier Revon, Jean-François Vibert, Olivier Lambolez, Bruce Ashford, Eva McDermott

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