DxO FilmPack

Einem männlichen Porträt mit DxO FilmPack 5 mehr Charakter verleihen

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin

In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen wie Sie die Werkzeuge in DxO FilmPack 5 einsetzen um Ihren männlichen Porträts mehr Charakter und Ausdruck zu verleihen.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie:

  • DxO FilmPack 5 Elite Edition
  • Fotos im RAW-, JPEG-, oder TIFF-Format

1- Porträtfotos

Porträtfotos müssen gut ausgeleuchtet sein. Ob im Studio oder draußen, der Einsatz von künstlichem Licht ist meistens für die Entstehung gelungener Aufnahmen von Vorteil.

Für Außenaufnahmen bieten sich einfache Werkzeuge wie Reflektoren an. Selbstverständlich können Sie auch – wie im Studio – Blitze installieren um präzise zu steuern wie das Licht Ihr Subjekt trifft.

Wir empfehlen den Weißabgleich manuell mit Hilfe einer Graukarte vorzunehmen, auf die Augen scharf zu stellen und durch ausreichende Blendenöffnung die Tiefenschärfe gering zu halten damit Ihr Subjekt sich von seinem Hintergrund abhebt. Passen Sie auf dass die Tiefenschärfe ausreicht und auch tatsächlich das gesamte Gesicht scharf ist.

Die kreativen Werkzeuge in DxO FilmPack 5 können Ihren gelungensten Porträts noch mehr Charakter verleihen, egal ob sie im RAW oder JPEG-Format aufgenommen wurden.

2- Bearbeitung eines Porträtfotos

Schritt 1: Wählen Sie ein Ausgangspreset

Nach dem Öffnen von DxO FilmPack 5 können Sie das Kontrollpanel auf der rechten Seite aufrufen und direkt mit der manuellen Bearbeitung Ihres Fotos beginnen.

Die Stärke und Absicht der Software liegt allerdings in der Anwendung von Filmwiedergaben und kreativen Presets, die Ihnen als Ausgangslage für die weitere Bildbearbeitung dienen sollen.

Benutzeroberfläche von DxO FilmPack 5 nach Öffnung einer Datei

Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen für die Suche nach dem richtigen Ausgangspreset zur Verfügung:

  • Suche in Ihren Favoriten
  • Durch Wahl eines Filters: Farbe, Schwarz-Weiß, klassischer Film, Designer-Preset, eigene Presets
  • Durch Sortierung: Favoriten zuerst, alphabetisch, nach Bildtyp
  • Durch Namenssuche über das entsprechende Suchfenster. Die Ergebnisse werden dynamisch je nach Texteingabe vervollständigt.
  • Oder Sie erstellen direkt ein neues Preset durch Klick auf den entsprechenden Button, woraufhin sich ein Kontrollpanel öffnet, über das Sie, sobald Sie Ihre Einstellungen vorgenommen haben, diese als neues Preset speichern können.

Tipp

Möchte Sie Ihre Suchkriterien anpassen, genügt ein Klick oben rechts auf die Filterspalte der bereits ausgewählten Preset-Kategorien, die sich daraufhin rot verfärben.

Treffen Sie eine Filterauswahl durch Wahl von z.B. Schwarz-Weiß wie in diesem Beispiel.

Tipp

Beginnen Sie mit der Verwendung eines ersten Filters und klicken Sie sich durch die Ihrer Auswahl entsprechenden Filme unter den Suchergebnissen um Ihre Auswahl zu verfeinern.

Für unser Tutorial, das sich um die Akzentuierung von Textur und Charakter eines männlichen Porträts dreht, suchen wir nach einem kantigen Preset. Adox Silvermax™ 21, neu in DxO FilmPack 5 (Elite), scheint hier angemessen: dieser Film verfügt über tiefes Schwarz, ausgeprägte Graustufen und sehr feiner Körnung.

Schritt 2: Gestalten Sie Ihr eigenes Preset

Haben Sie das geeignete Preset auf Ihr Porträt angewendet, so können Sie es sofort durch Klick auf das Icon  oberhalb des Bildfensters feinjustieren, das die verschiedenen Schieberegler für die Bildkorrektur enthält. Ihnen werden zahlreiche Möglichkeiten geboten: Sie können die Intensität, mit der das Preset angewendet wird, ebenso bestimmen wie die Stärke der Körnung oder sich auch für eine völlig andere Körnung entscheiden.

In unserem Beispiel sehen wir uns die Option Tonung näher an, die seit Version 5 in DxO Filmpack integriert ist, und uns ermöglicht eine Farbkurve zu bedienen, die sich separat auf helle und dunkle Bildbereiche anwenden lässt.

Hinweis

Bei konventionellen Abzügen setzt sich das Bild aus Silberkristallen zusammen. Je zahlreicher und voluminöser die Kristalle sind, desto dunkler ist das Bild. Bei der Tonung handelt es sich um eine altes Verfahren, bei dem Silberkristalle durch verschiedene metallische Salze oder Farbstoffe ohne Silberanteil ersetzt werden. Das Ziel dieses Verfahrens ist ausschließlich ästhetischer (subtilere Mitteltöne, dichtere Schatten) und praktischer (Konservierungsdauer während des Abzugs) Natur.

Zur Bearbeitung der hellen Tonungen öffnen Sie das Dropdownmenü und wählen Sie die gewünschte Farbe. Wir entscheiden uns hier für Sepia-Terra.

Machen Sie nun dasselbe für die dunklen Töne. Wir entscheiden uns hier für eine Sepia-Tonung.

Ist die Wahl getroffen, erscheinen die Werkzeugoptionen: der Schieberegler Intensität zur Regulierung der Tonungsstärke eines jeden Farbtons, der Schieberegler Trennung, über den Sie durch Bestimmung des Kontrasts zwischen hellen und dunklen Tönen definieren wie jede einzelne Tonung auf Ihr Foto angewendet wird

Durch Verschieben des Schiebereglers nach links (negative Werte) intensivieren Sie die hellen Töne. Verschieben Sie ihn nach rechts (positive Werte), akzentuieren Sie die dunklen Töne.

Die Buttons Anwenden auf ermöglichen die Anwendung der gewählten Tonung auf bestimmte Effekte wie Textur, Lichteinfallund Rahmen – entweder auf jeden separat oder auf eine Kombination dieser Effekte.

Hinweis

Möchten Sie die Trennung der hellen und dunklen Bildtöne genau beobachten, halten Sie das Histogramm im Auge, auf das Sie oben rechts im Fenster durch Klick auf den Button  zugreifen können

Die hellen Töne befinden sich in der rechten Hälfte, die dunklen in der linken Hälfte. Durch Verschieben des Schiebereglers Trennung übertragen Sie tatsächlich diese Verschiebung auf das Histogramm. Verschieben Sie also den Regler nach links, vergrößert sich der Bereich der dunklen Töne und Sie verstärken die betroffenen Bildbereiche über die Verschiebung des jeweiligen Tonungs-Schiebereglers.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen zwei verschiedene Werte für die Trennung auf Basis der Tonungsfarben, die wir zuvor gewählt hatten.

Trennung: -70

Trennung: +70

Für die Bedürfnisse dieses Tutorials wählen wir eine Trennung von -70.

Schritt 3: Stellen Sie den Kontrast ein

Im Softwareteil Entwicklung befindet sich das Werkzeug Licht & Farben, das über einen Schieberegler verfügt, mit dem Sie die Belichtung in Ihrem Foto anpassen. Da die Belichtung in unserem Beispielbild völlig in Ordnung ist, wenden wir uns nun dem Werkzeug Kontrast zu.

DxO FilmPack 5 unterstützt zahlreiche Möglichkeiten zur Kontrastregulierung. Es gibt insgesamt sechs Schieberegler, mit denen man das Gesamtbild oder auch einzelne Bildbereiche bearbeiten kann:

  • Kontrast: wirkt auf das gesamte Bild
  • Mikro-Kontrast: beeinflusst Bilddetails und mildert Übergänge ab oder arbeitet sie gezielt heraus
  • Feinkontrast: verleiht dem Mikro-Kontrast einen Weichzeichnungseffekt durch Herausarbeitung von mittelgroßen Details
  • Spitzlichter / Mitteltöne / Schatten: reguliert den Mikro-Kontrast je nach Tonalitätsbereich

Je nach Fototyp und dem Ergebnis, das Sie erzielen möchten, können Sie alle oder auch nur einzelne dieser Werkzeuge einsetzen um den Kontrast für Ihr Bild zu bestimmen.

In unserem Beispiel sind die Gesichtszüge unseres Modells sehr markant. Beginnen Sie daher mit der Minderung des Mikro-Kontrasts: stellen Sie den entsprechenden Schieberegler auf -50.

Das hat zur Folge dass sich die Hautporen glätten. Stellen Sie den Feinkontrast nun auf +40 damit der Charakter des Porträts durch Akzentuierung der Hautstruktur leicht hervorgehoben wird.

Zum Abschluss bearbeiten wir spezifisch die hellen Bildbereiche und verstärkten diese. Stellen Sie den Schieberegler Spitzlichterauf +60. Als nächstes setzen wir den Schieberegler Schatten auf -30 um so noch mehr die Diskrepanz zwischen hellen und dunklen Bildbereichen zu betonen.

Farbwiedergabe nach erfolgter Veränderung der Schieberegler in der Palette Kontrast

Farbwiedergabe in den verschiedenen Phasen der Bildbearbeitung

3- Hinzufügen kreativer Effekte

In DxO FilmPack 5 gibt es kreative Werkzeuge, die speziell auf Porträts zugeschnitten sind. In diesem Tutorial präsentieren wir Ihnen detailliert die Einstellungsmöglichkeiten Vignettierungs-Unschärfe und das exklusive Werkzeug Soft Fokus, die sich beide in der Palette Unscharf im Bereich Optische Effekte befinden.

Vignettierungs-Unschärfe

Sobald Sie den Schieberegler Stärke auf einen Wert ungleich 0 einstellen, öffnet sich das Werkzeugmenü mit seinen Einstellmöglichkeiten, die nicht sichtbar sind wenn der Schieberegler auf 0 verharrt.

Das sich öffnende Werkzeugmenü enthält die folgenden Funktionen:

  • Intensität: bestimmt die Stärke der Unschärfe in der Vignettierung
  • Radius: legt den Radius der Vignettierung fest
  • Übergang: bestimmt den Übergang zwischen scharfem und unscharfem Bildbereich und wirkt dabei vorrangig im scharfen Bildbereich
  • Rundung: erlaubt die Anpassung der Vignettenform
  • Streuung: ergänzt das Übergangs-Werkzeug und bestimmt wie die Unschärfe im Unschärfebereich verteilt wird.
  • Zentrum: ermöglicht die Bestimmung des Mittelpunkts der Vignettierung in einem Bild.

Bis auf den Fall, in dem Sie einen ganz bestimmten Effekt vor Augen haben, ist es empfehlenswert, diese Werkzeugpalette in Kombination mit einer leichten Vignette und einem möglichst sanften Übergang einzusetzen. Nichtsdestotrotz ist es für die Feinjustierung bestimmter Effektoptionen einfacher, diese zunächst übertrieben einzusetzen damit man sie klar sehen und beurteilen kann.

Stellen Sie daher beim ersten Mal ruhig Intensität und Übergang auf 100. Der Effekt wird so gut sichtbar und so können Sie weitere Optionen testen bevor sie diese Werte wieder in einen vernünftigen Bereich zurücksetzen.

Positionieren Sie den Mittelpunkt der Vignette. Wählen Sie dazu die entsprechende Option aus und setzen Sie Mittelpunktmarkierung an die gewünschte Stelle.

Bestätigen Sie Ihre Wahl durch Klick auf Anwenden.

Stellen Sie den Radius mit Hilfe des entsprechenden Schiebereglers auf 60.

Tipp

Möchten Sie einen Schieberegler präzise einstellen, wählen Sie ihn zunächst durch einen Klick aus und passen Sie dann schrittweise die Werte mit Hilfe der Pfeiltasten (links, rechts) auf Ihrer Tastatur an.

Haben Sie die Position der Vignette bestimmt, können Sie die Einstellungen für Intensität und Übergang nun auch korrekt einstellen. In unserem Fall setzen wir sie auf 50 und 70.

Soft Fokus

Das Werkzeug Soft Fokus ist eine Alternative zur kreativen Vignettenunschärfe und ermöglicht Ihnen ksich in Ihrer Kreativität weiter zu entfalten. Sie können eine mehr oder weniger diffuse Unschärfe auf Ihr Bild legen. Gehen Sie dabei ins Extreme, erzeugt dieses Werkzeug ein völlig verschwommenes Bild. Setzen Sie es gezielt und dosiert ein, können Sie die Schärfe fast schon so anpassen als würden Sie im Nachhinein die Tiefenschärfe beeinflussen. Es kann für die Bearbeitung bestimmter Porträts eingesetzt werden, so wie es in unserem Beispiel der Fall ist, wenn Gesicht und Gesichtszüge sich von einem sehr dunklen Hintergrund abheben.

Wie bei der Vignettnierungs-Unschärfe sollten Sie mit dem Schieberegler Intensität beginnen um die Werkzeugoptionen aufzurufen. Ein zweiter Schieberegler namens Streuung erscheint, mit dem Sie bestimmen wie die Unschärfe auf Ihr Bild angewendet werden soll.

Der Schieberegler Intensität stellt die Intensität der Unschärfe ein, die Sie dem Bild hinzufügen. Der Schieberegler Streuungbestimmt die Art und Weise, auf die sie angewendet wird. Je höher der Wert, desto diffuser wird die Unschärfe und desto auffällig die scharfen Bildbereiche.

Wie schon zuvor beginnen Sie damit, den Schieberegler Intensität auf einen hohen Wert einzustellen damit Sie die Unschärfe deutlich auffällt. Stellen Sie ihn zunächst auf 80 ein.

Stellen Sie als nächstes den Schieberegler Streuung auf einen Wert ein, der der Wiedergabe entgegenkommt, die Sie im Hinblick auf Verteilung der Unschärfe in Ihrem Bild erzielen möchten. Wir wählen hier einen Wert von 60.

Greifen wir nun erneut auf den Schieberegler Intensität zurück um die Unschärfe zu reduzieren und ein erstklassiges Ergebnis zu erzielen. Für unser Beispiel wählen wir eine Einstellung von 40.

Foto: Benoît Courti