DxO PhotoLab

Farben mit DxO OpticsPro 9 verbessern

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin

In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen wie Sie die zahlreichen zur Verfügung stehenden Einstellungsmöglichkeiten in DxO Optics Pro 9 anwenden um die Farbwiedergabe Ihrer Bilder zu optimieren. Sie lernen wie die verschiedenen Schieberegler funktionieren und wie Sie Ihr Ergebnis durch die schrittweise Korrektur von Farbkanälen verfeinern.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen, benötigen Sie:

  • Die Standard oder Elite-Version von DxO Optics Pro 9 entsprechend Ihrer Kamera.
  • Fotos, vorzugsweise im RAW-Format.

1- Der Umgang mit Farben bei der Bildaufnahme

Die Kameraeinstellungen zum Zeitpunkt der Bildaufnahme sind eine wichtige Voraussetzung für das bestmögliche Ergebnis. Im Folgenden erhalten Sie einige Ratschläge für die Einstellungen Ihrer Kamera, damit Sie in der Lage sind, das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Weißabgleich: der automatische Modus ist häufig passend, besonders in natürlichen Lichtsituationen. Verwenden Sie allerdings künstliche Lichtquellen (im Studio, beim Einsatz von Blitzlicht, bei Nacht etc.), ist es besonders wichtig gezielt die «Farbtemperatur» zu wählen, damit eventuell durch Ihre Lichtquelle entstandene Farbstiche kompensiert werden können.

Tipp

Lässt es Ihre Kamera zu, verwenden Sie die Funktion LiveView: aktivieren Sie sie, wählen Sie den manuellen Modus für den Weißabgleich aus und stellen Sie dann die für Ihre Lichtsituation passende Farbtemperatur unter Zuhilfenahme der sofortigen Ergebniskontrolle auf Ihrem Display ein.

Auch die Belichtung hat einen wichtigen Einfluss auf die Farben. Möchten Sie strahlende Farben, verwenden Sie die Belichtungskompensation um eine leichte Unterbelichtung im Vergleich zur Messung Ihrer Kamera (-0,5 bis maximal -1 IL) zu erzielen. Im umgekehrten Fall bewirkt eine Überbelichtung zum Zeitpunkt der Aufnahme ein deutlich helleres Bild mit weniger kontrastreichen Farben.

Die Verwendung eines zirkularen Polfilters ermöglicht Ihnen die Hervorhebung oder Abschwächung bestimmter Farbbereiche. Er erzielt durch gezielte Verdunklung von Farben eine höhere Sättigung. Achten Sie darauf ihn gut einzustellen, besonders wenn Sie vom vertikalen auf ein horizontales Format wechseln.

2-  Grundlegende Einstellungen

2.1 – Wählen Sie Ihr Preset

Sobald sie auf den Button Preset klicken, zeigt DxO Optics Pro 9 ein Vorschaubild an, das Ihnen einen Eindruck des jeweiligen Preseteffekts gibt.

Wir wählen das Preset «Landschaft – Postkarte», da es durch schönen Kontrast und angenehme Sättigung besticht.

2.2 – Setzen Sie den Weißpunkt

Verwenden Sie die Palette Weißabgleich um einen Farbstich zu korrigieren.

Wählen Sie das Pipetten-Werkzeug .

Klicken Sie anschließend in einen Bereich im Bild, dessen Farbgebung als Referenzgrau dienen soll. Das unten stehende Bild zeigt das Ergebnis an. In diesem Fall wählen wir einen hellen Bereich in den Wolken als Referenz aus.

Sie können den Weißabgleich auch manuell mit Hilfe der Schieberegler Farbtemperatur oder Farbton vornehmen. Die Wahl einer gespeicherten Einstellung im Drop-Down-Menü Preset gibt Ihnen die Möglichkeit einer kreativen Farbwiedergabe, die Einstellung Bewölkt beispielsweise gibt unserem Bild mehr Wärme.

Diese Einstellung wollen wir an dieser Stelle beibehalten.

2.3 – Stellen Sie den Kontrast ein

Die Einstellung des Schiebereglers Kontrast in der Palette Wesentliche Werkzeuge ermöglicht Ihnen die Feineinstellung der Wiedergabe: Durch die Erhöhung des Kontrasts verstärken Sie die Farbintensität, durch Verringerung des Kontrastwertes mildern Sie den Kontrast ab.

Für das vorliegende Bild wählen wir eine Kontrasteinstellung von -15 und als Einstellung für den Mikrokontrast den Wert 40.

Hinweis

Die Stärke des Schiebereglers Mikrokontrast in der Kontrast-Palette ist verglichen mit den Vorgängerversionen verdoppelt worden. Eine Einstellung auf 40 in DxO Optics Pro 9 kommt der Einstellung auf einen Wert von 80 in den Vorgängerversionen gleich.

2.4 – Korrigieren Sie die Farben

Die Palette Farb-Akzentuierung ermöglicht die Einstellung der Farbintensität. Vibrancy erhöht den Tonwertumfang gezielt durch Akzentuierung der Blautöne bei gleichzeitigem Beibehalten der Hautfarben. Die Sättigung hingegen wird auf das gesamte Bild angewendet.

Um ein homogenes Foto zu korrigieren, sollten Sie der Sättigung den Vorzug geben. Handelt es sich bei Ihrem Foto jedoch um ein Bild, das Himmel oder Meer abbildet oder handelt es sich um ein Porträt, so empfiehlt sich die Verwendung der Vibrancy.

Verwenden wir das folgende Foto um den Effekt dieser Einstellungen zu veranschaulichen.

Eine Erhöhung der Vibrancy hebt den blauen Himmel im Vergleich zu den gelben oder grünen Feldern deutlicher hervor.

Die Erhöhung der Sättigung hingegen verändert die gesamte Farbwiedergabe des Bildes.

Selbstverständlich ist es möglich diese beiden Korrekturen zu kombinieren. Wir empfehlen mit der Einstellung der Vibrancy zu beginnen, da die Verwendung beider Farbkorrekturen im Zusammenspiel zu übertrieben knackigen Ergebnissen führen kann.

In unserem Beispielbild wird die Vibrancy über das Preset «Landschaft – Postkarte» auf 80 gesetzt. So werden die auf dem Foto dominanten kalten Töne verstärkt. Stellen Sie nun die Sättigung auf +40 um die warmen Töne der Wolken wieder herauszuarbeiten.

Möchten Sie mit Ihrer Bildkomposition noch einen Schritt weiter gehen, können Sie das Beschnittwerkzeug verwenden und Ihr Foto in ein Panoramabild verwandeln.

3- Einstellungen für Fortgeschrittene

3.1 – Wenden Sie die grundlegenden Einstellungen an

Mit dem Öffnen des Fotos wird automatisch das Preset «DxO Standard» aktiviert. Wir verwenden allerdings stattdessen über den Button Presets anwenden das Preset «Postkarte».

3.2 – Nehmen Sie die Feinjustierung eines jeden Farbparameters vor

Verwenden Sie die Palette Farbton / Sättigung / Helligkeit für die Feineinstellung von Farben in Ihrem Foto und bearbeiten Sie jeden einzelnen Farbkanal.

Dieses Werkzeug erlaubt die Korrektur der einzelnen Parameter, die gemeinsam die gesamte Farbgebung des Bilds ergeben. Das Interessante ist, dass man jeweils einen der sechs Farbkanäle gezielt auswählen und bestimmte Einstellungen vornehmen kann.

Jeder Parameter verhält sich wie folgt:

  • Der Schiebregler Farbton bestimmt die Farbe des zu bearbeitenden Farbkanals.
  • Die Sättigung verhält sich genau wie der globale Schieberegler, allerdings nur für den ausgewählten Kanal und zuvor bestimmten Farbton.
  • Die Helligkeit ermöglicht die Einstellung der Helligkeit des Farbtons für den ausgewählten Farbkanal.

Hinweis

Es ist extrem selten dass ein Foto über Bildbereiche verfügt, die sich ausschließlich aus einer Farbe zusammensetzen. Aus diesem Grund erzielen Sie mit der Kombination von Einstellungen für mehrere Farbkanäle die besten Ergebnisse.

In unserem Beispiel werden wir gezielt das Grün der Bäume im Vordergrund und die Farbe des Schlosses herausarbeiten.

Für die Bäume erlaubt uns der Kanal Grüntöne die Erzielung einer guten Farbwiedergabe. Wählen Sie ihn aus und stellen Sie die Sättigung auf 50 und die Helligkeit auf -20.

Beim Schloss beginnen wir mit der Bearbeitung der dominant erscheinenden Farbe: Gelb. Wir werden diesem Farbton mehr Wärme geben und ihn intensivieren um dem Bild die ursprüngliche Atmosphäre bei Sonnenaufgang zurückzugeben. Wählen Sie dazu im Kanal Gelbtöne die folgenden Werte: Farbton -20 und Helligkeit +10.

Für den letzten Schliff arbeiten wir noch ein wenig im Kanal Rottöne um die Gesamtfarbwiedergabe anzuheben: stellen Sie den Schieberegler Sättigung dieses Kanals auf +15 ein.

Hinweis

Diese Änderungen können einen bedeutenden Effekt auf die Bäume haben: bei Sonnenauf- oder Untergang reflektieren diese tatsächlich die typischen Farben gelb und rot in diesen Farbkanälen, was sich auf deren Farbwiedergabe erheblich auswirkt.

3.3 – Finalisieren Sie Ihr Bild

Um Ihr Ergebnis zu perfektionieren können Sie, falls notwendig, Ihrem Foto einen allerletzten Schliff geben. In unserem Fall verwenden wir einen Mikrokontrast von +50.

Dieses Bild eignet sich auch für den Beschnitt zu einem Panoramaformat.

Fotos : Christophe Gressin, Arnaud Pincemin