DxO PhotoLab

Farbsättigung mit DxO OpticsPro 9 perfekt meistern

In Zusammenarbeit mit Gilles Théophile

DxO Optics Pro 9 bietet eine Vielzahl an Werkzeugen zur Farbkorrektur. Beispielsweise ist es möglich Farbtöne mit Hilfe der Werkzeuge unter «Belichtung und Farbe – Erweitert» Farbton / Sättigung / Heligkeit anzupassen oder über die Tonwertkurve weiter zu bearbeiten. In diesem Tutorial konzentrieren wir uns auf die Korrektur von Sättigung und Lebendigkeit (Vibrancy) der Farbwiedergabe Diese beiden Korrekturvorgänge weisen fundamentale Unterschiede auf, die wir im Folgenden demonstrieren werden. Zudem werden wir auf den Schutz gesättigter Farben eingehen, eine exklusive Funktion von DxO Optics Pro, die es uns erlaubt, Zeichnung zu erhalten und den Verlust von Bildinformationen zu vermeiden.

Die Unterpalette Wesentliche Werkzeuge

Die Unterpalette Farb-Akzentuierung befindet sich in der Palette «Wesentliche Werkzeuge» im Register Bearbeiten. Sie ist sowohl über den Arbeitsbereich «DxO – Erste Schritte», der sich an Einsteiger richtet, als auch über den Arbeitsbereich «DxO – Fortgeschrittene Anwender» zugänglich.

Diese Unterpalette besteht aus zwei Schiebereglern – Vibrancy und Sättigung – die es Ihnen erlauben den Farben in Ihren Bildern mehr Dynamik zu verleihen. Beide Schieberegler funktionieren völlig unterschiedlich, wie Sie in diesem Tutorial lesen werden.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie :

  • Eine funktionsfähige Version von DxO Optics Pro Standard oder Elite.
  • Ein Foto, vorzugsweise im RAW-Format.
  • Unsere Demobilder können Sie sich HIER herunterladen.

1- Welche Korrektur wähle ich – Vibrancy oder Sättigung ?

Die Schieberegler Vibrancy und Sättigung erzielen bei Anwendung auf Farben eine sehr unterschiedliche Wirkung. Je nachdem, welches Bild Sie bearbeiten möchten, können Sie zwischen den beiden Korrekturen wählen oder sich sogar für eine Kombination beider entscheiden.

Vibrancy verstärkt zwar alle Farbtöne, akzentuiert jedoch Blautöne im Bild deutlich stärker. Diese Korrektur zielt daher besonders auf Fotos ab, die beispielsweise einen blauen Himmel oder gar das Meer abbilden.

Die Sättigung hingegen wird auf das gesamt Bild angewendet. Es werden also alle Farben im Bild intensiviert, allerdings sehr viel moderater.

Das folgende Bild verdeutlicht die Unterschieden zwischen den beiden erwähnten Korrekturmechanismen. Dem Originalbild ganz links fehlt der Pepp. In der Mitte haben wir eine Bearbeitung der Vibrancy bei einem Wert von 100 abgebildet. Das Bild wirkt augenblicklich viel dynamischer dank eines intensiveren und lebhafteren Blautons. Das rechte Bild wurde mit Hilfe der Sättigungkorrigiert (ebenfalls bei einem Wert von 100) und man sieht, dass sowohl grün als auch rot und blau verstärkt wurden.

Wir raten Ihnen daher, die Vibrancy Korrektur vor allem auf Bilder anzuwenden, die Himmel oder Meer zeigen und Sättigung dann einzusetzen wenn Sie gerne alle Farben in Ihrem Bild gleichmäßig verstärken möchten.

2- Wie verstärke oder verringere ich die Sättigung des gesamten Bildes ?

Hinweis :

Bevor Sie mit der Korrektur von Farben beginnen, empfehlen wir Ihnen zunächst den Weißpunkt zu regulieren, ganz gleich für welches Werkzeug Sie sich entscheiden, um so für neutrale Weiß- und Grauwerte zu sorgen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Tutorial über den Weißpunkt in DxO Optics Pro.

Die Funktionsweise des Schiebereglers Sättigung ist sehr eingängig: Schieben Sie ihn ganz nach rechts, wird die Farbsättigung aller im Bild vorhandenen Farben verstärkt. Standardmäßig ist der Schieberegler auf 0 eingestellt und jede Verschiebung des Zeigers ins Positive wird die Farbsättigung Stück für Stück anheben.

Das folgende Foto zeigt ein farbiges Objekt, dass aufgrund der Bewölkung ein wenig farblos wirkt.

Sehen Sie nun wie wir dem Foto mit nur wenigen Klicks zu mehr Ausstrahlung verhelfen :

Schritt 1 – Rufen Sie das Register «Bearbeiten» auf um Korrekturen an Ihrem Bild vorzunehmen. Für die Art von Korrektur, die wir vornhemen werden, empfehlen wir dass Sie sich die Bilder nebeneinander anzeigen lassen. So können Sie auf einen Blick die auf das Bild angewendeten Korrekturen sehen. Der Weißpunkt wird auf dem Originalbild reguliert (Palette Belichtung und Farbe > Weißabgleich), d.h. hier wird die Regulierung der aufgenommenen Kamerawerte vorgenommen. Ist der Weißabgleich ohnehin korrekt, können wir uns sofort an die Bearbeitung der Farbsättigung machen.

Schritt 2 – Stellen Sie den Schieberegler Sättigung in der Palette Belichtung und Farbe > Farb-Akzentuierung auf 50: sogleich werden die gelben und roten Bildbereiche lebendiger, ebenso die grünen Fensterbalken und das Blau des Himmels. All diese Farbwerte werden brillianter ohne übertrieben zu wirken und behalten gleichzeitig ihre Natürlichkeit bei.

Schritt 3 – Sie können den Schieberegler auch noch weiter verstellen. Auf diesem Foto ist eine Einstellung des Schiebereglers Sättigung um den Wert 75 absolut denkbar. Stellt man ihn allerdings auf 100, so wird das rot-orange rechts am Haus deutlich zu intensiv. Achten Sie also darauf, keine übertriebene Korrektur vorzunehmen um natürliche Farben zu erhalten. Im Gegensatz zu anderen Programmen jedoch verursacht ein zu hoher Sättigungswert in DxO Optics Pro keineswegs Artefakte oder übertriebene Farbwiedergabe. Zudem wird stets der Gesamtkontrast des Bildes erhalten.

Natürlich kann man auch die Farbsättigung gezielt reduzieren, sei es um einen kreativen Effekt zu erzielen oder einfach weil die ursprüngliche Sättigung des Bildes zu stark ist.

Schritt 1 – Fahren Sie den Schieberegler Sättigung in der Unterpalette Farb-Akzentuierung nach links: das Bild verliert schrittweise seine Farben.

Schritt 2 – Stellen Sie den Sättigungs-Regler auf -75, so erzielen Sie einen angenehmen Alterungs- oder Vintage-Effekt auf ihrem Bild, das nun wirkt als seien die Farben im Laufe der Zeit verblasst.

Hinweis :

Wenn Sie den Schieberegler auf -100 stellen, werden sämtliche Farben unterdrückt und man erhält ein Bild in Graustufen. Dennoch möchten wir Ihnen für die Konvertierung Ihrer Bilder in Schwarz-Weiß den DxO FilmPack ans Herz legen, der auch als Plug-In für DxO Optics Pro erhältlich ist.

3- Wie funktioniert die Vibrancy-Korrektur ?

Das Korrekturwerkzeug Vibrancy funktioniert gänzlich anders als das Werkzeug Sättigung. Grundsätzlich macht sich Vibrancy durch die Verstärkung und Vertiefung von Blautönen bemerkbar, was besonders nützlich ist wenn man es auf Bilder anwendet, auf denen der Himmel einen Großteil der Bildfläche einnimmt. Standardmäßig steht der Vibrancy-Schieberegler auf einer Skala von -100 bis 100 auf 0. Folgerichtig verstärkt ein positiver Wert die Lebendigkeit der Farben während ein negativer Wert die Farbtöne abschwächt.

Nehmen wir uns ein weiteres Beispiel zur Hand. Im folgenden Bild sind die Farben schon recht kräftig, aber die Blautöne wirken eher trist, was sich stark vom Weiß und Rot der Kapelle unterscheidet.

Mit der Vibrancy-Korrektur können wir diesem Foto all seine Farbenpracht zurückgeben. Hier zeigen wir Ihnen wie :

Schritt 1 – Als erstes vergewissern Sie sich dass der Weißpunkt korrekt gesetzt ist. Dann verschieben Sie den Vibrancy-Schiebereglet in der Unterpalette Farb-Akzentuierung schrittweise nach rechts. Sobald der Schiebregler den Wert 30überschreitet, werden die Blautöne des Himmels und des Meeres lebendiger, ebenso das rote Dach der Kapelle.

Schritt 2 – Natürlich können Sie auch hier den Schieberegler weiter bewegen und Ihren Bildern noch mehr Farbe verleihen. Verschieben Sie ihn jedoch jenseits der 75 in diesem Beispiel, wird das Blau sofort sehr betont, gleichzeitig tiefer und lebendiger.

Schritt 3 – Über die bisher erfolgten Korrekturen hinaus können Sie auch Vibrancy und Sättigung miteinander kombinieren. Wenn wir in unserem Beispiel das Blau gern ein wenig lebendiger hätten und das Rot leicht verstärken möchten, nehmen wir zunächst eine Korrektur der Vibrancy mit 75 vor und anschließend stellen wir die Sättigung auf -10 ein. Wie Sie sehen wird die durch die Vibrancy-Korrektur entstandene Verstärkung des Rottons durch die Korrektur der Sättigung kompensiert.

Die Regelung der Stärke für das Vibrancy-Werkzeug hängt von dem zu bearbeitenden Bild ab. Sie verschieben den Schieberegler je nachdem, wie lebendig die Farben in Ihrem jeweiligen Bild sind.

4- Noch ein Schritt weiter: Schutz gesättigter Farben

Die Funktion Gesättigte Farben schützen ist exklusiv nur bei DxO Optics Pro erhältlich. Sie richtet sich gezielt an Farben, deren Lichtniveau fast schon beschnitten wird – sowohl in den hellen als auch den dunklen Bildbereichen. In beiden Fällen besteht das bedeutende Risiko, dass Detailinformationen und Zeichnung im Bild verloren gehen können. Mit diesem Korrekturwerkzeug ermöglicht Ihnen DxO Optics Pro, Zeichnung auch in stark gesättigten Farbbereichen wieder herzustellen.

Dieser Prozess zum Schutz gesättigter Farben arbeitet automatisch, da er Teil der Autokorrektur ist, die über die Voreinstellung «DxO Standard» auf Ihre Bilder angewendet wird. Als fortgeschrittener Anwender können Sie den Mechanismus jedoch auch ausschalten und die Korrektur mittels des Schiebereglers Intensität selbst vornehmen, der sich in der Palette Belichtung und Farbe – Erweitert > Farbwiedergabe > Gesättigte Farben schützen befindet.

Im folgenden Bild fällt auf, dass die Blütenblätter der Blume quasi keine erkennbaren Details mehr aufweisen. Die Sättigung ist zu stark und es ist keine Zeichnung mehr vorhanden.

Mit Hilfe des Werkzeugs Gesättigte Farben schützen können wir die Zeichnung der Blütenblätter wieder herstellen. Um zum Ziel zu gelangen können wir entweder die Automatik wählen oder aber die Korrekturen manuell vornehmen.

Schritt 1 – Im Automatik-Modus hat die von DxO Optics Pro vorgenommene Standardeinstellung die Zeichnung in den Blütenblättern (rechts) wieder hergestellt ohne dabei die Original-Farbtöne zu beeinträchtigen. Der Schieberegler Intensität ist in diesem Fall für die Korrektur auf 33 voreingestellt.

Schritt 2 – Schieben Sie den Schieberegler Intensität noch weiter nach rechts, können Sie zwar noch mehr Bildinformation herstellen, riskieren dabei allerdings die Beeinträtigung des roten Farbtons.

Schritt 3 – Daher ist es wichtig den bestmöglichen Kompromiss zwischen Detailbewahrung und Farberhaltung zu finden. In den meisten Fällen erzielt die automatische Voreinstellung die bestmöglichen Korrekturergebnisse (um wieder dorthin zu gelangen genügt ein Klick auf den Zauberstab der sich rechts neben den Einstellungen befindet).

Hinweis :

Bei Bildern im JPEG Format hat der Intensitäts-Schieberegler Gesättigte Farben schützen keinen Effekt, falls eine in DxO Filmpack enthaltene Bildwiedergabe im Vorfeld angewendet wurde.

Fotos: Laetitia d’Aboville, Arnaud Pincemin