DxO PhotoLab

Holen Sie mit DxO OpticsPro 9 alles an Schärfe aus Ihrer Kamera heraus

In Zusammenarbeit mit Gilles Théophile

In diesem Tutorium zeigen wir Ihnen, wie Sie feine Details und den Mikro-Kontrast von Bildern wiederherstellen, die mit Objektiven aufgenommen wurden, die eine Unschärfe aufweisen.

Die Schärfe eines Objektivs

In der Fotografie bezeichnet der Begriff der Schärfe die Fähigkeit eines Objektivs, feine Details und Mikro-Kontrast abbilden zu können. Die Schärfe ist eng von der Fertigungsqualität eines Objektivs und den Materialien abhängig, die bei der Konstruktion verwendet werden. Sie hängt außerdem von der Blendenöffnung ab: bei maximal offener Blende bildet ein Objektiv generell weniger scharf ab als bei geschlossener Blende. Schließlich ist sie ungleichmäßig über das Bildfeld verteilt: die Mitte des Bildfeldes ist in der Regel schärfer als in den Randbereichen.

Die Schärfe des Bildes

Die Bildschärfe ist ein visueller Eindruck, der sich aus der Deutlichkeit der Konturen ergibt. In der Digitalfotografie hängt sie von der Qualität der eingesetzten Optiken, der Auflösung des Sensors und der Fokussierung der Bilder ab. Die mangelnde Schärfe eines Bildes entsteht meist Aufgrund schlechter Fokussierung bei der Aufnahme. Sie kann aber auch aus der Bewegung des Objekts, Verwackeln der Kamera oder Veränderung des Fokus der Kamera selbst resultieren Die Ursache dafür kann ein Fehler des Fotografen sein, oder ein schlecht kalibrierter Autofokus.

Die optischen DxO Module

Die optischen DxO Module korrigieren – unter anderem – die Unschärfe der unterstützen Kamera-Objektiv Kombinationen. Basierend auf präzisen Labormessungen über das gesamte Bildfeld, verbessern die Module individuell die Schärfe eines jeden einzelnen Pixels. Sofern eine Kamera-Objektiv Kombination von DxO Optics Pro unterstützt ist, wird die Software beim Öffnen des Bildes automatisch die verlorenen Details wiederherstellen, die Schärfe vom Bildzentrum zum Rand hin harmonisieren und den Mikro-Kontrast verstärken, um Ihren Bildern mehr Leben zu geben.

Um diesem Tutorium folgen zu können, benötigen Sie:

  • DxO Optics Pro, Standard oder Elite Edition, entsprechend Ihrer Kamera.
  • Ein Bild im RAW-Format.

1- Schärfe verbessern, wenn das Objektiv von DxO Optics Pro unterstützt ist

DxO Optics Pro kann die Deutlichkeit Ihrer Bilder automatisch verbessern und die Einstellungen anpassen, um optimale Ergebnisse zu produzieren. In diesem ersten Teil werden wir sehen, wie man die Schärfe eines Bildes global ändern kann, wenn Sie ihnen zu gering oder zu stark erscheint und sie ihrem Geschmack anpassen.

1.1 – Bild öffnen und ein optisches DxO Modul laden

Im Register Organisieren wählen Sie Ihr Bild aus dem Verzeichnis aus, in dem Sie es gespeichert haben (oder ziehen es per Drag & Drop in Ihr Bildfenster von DxO Optics Pro). DxO Optics Pro überprüft automatisch, ob es für das ausgewählte Bild ein optisches DxO Modul gibt. Falls das Modul nicht auf Ihrem Rechner installiert ist, und Sie das automatische Laden der Module deaktiviert haben,klicken Sie im Bildbrowser auf das Icon mit dem roten Pfeil, das sich oben rechts im Miniaturbild befindet.

Nun erscheint ein neues Fenster, in welchem Sie das Modul auswählen, das der Kamera-Objektiv Kombination der Aufnahme entspricht und klicken auf Weiter. Das Modul wird geladen und anschließend auf Ihrem Rechner installiert. Dazu ist eine Verbindung zum Internet notwendig.

Klicken Sie auf das Register Bearbeiten. In der Palette Detail klicken Sie das Kontrollkästchen DxO Lens Softness an (falls es nicht bereits aktiviert ist).

Öffnen Sie die weiteren Optionen der Palette. Sie verfügt über drei Regler:

  • Allgemein: Der Standardwert dieses Schiebereglers ist – 0,50. Aus ihm ergibt sich die globale Schärfe des Bildes.
  • Details: Der Standardwert dieses Schiebereglers ist 50. Mit ihm können Details im Bild akzentuiert werden.
  • Bokeh: Dieser Schieberegler wirkt sich auf die unscharfen Bereiche eines Bildes außerhalb des Fokus aus, um Artefakte zu vermeiden, die beim Schärfen entstehen können.

Info

Um die Korrekturen der Schärfe sehen zu können, müssen Sie Ihr Bild mit 100% darstellen. So können Sie die Effekte der Schieberegler überwachen.

1.2 – Globale Schärfe einstellen

Die nähere Prüfung unseres Bildes zeigt, dass die feinen Details nicht korrekt wiedergegeben werden. Mit dem Aktivieren des Werkzeugs DxO Lens Softness kann das Bild auf Anhieb automatisch eine gute Schärfe erlangen. Um die feinen Details im Dach und Schornstein zu verstärken, können wir den Schieberegler Allgemein etwas nach Rechts verschieben (und um sie etwas zurückzunehmen, bewegen wir den Cursor nach Links). Wir stellen den Schieberegler in diesem Fall auf 0,80.

1.3 – Feine Details abstimmen

Die Bildschärfe kann mittels dem Schieberegler Details verändert werden. Er holt Informationen heraus und verstärkt sie, indem er den Mikro-Kontrast steigert. In unserem Beispiel setzen wir den Regler Details auf 80, um den Schiefer der Dachziegeln sowie die Skulpturen zur Geltung zu bringen.

Info

Dieser Effekt sollte je nach Motiv mit Vorsicht eingesetzt werden. Er ist besonders wirksam bei Landschaftsaufnahmen oder der Architekturfotografie, um detailreiche, gestochen scharfe Bilder zu erhalten. Vermeiden Sie ihn jedoch bei Portraits einzusetzen, da die Gefahr zu hoch ist, kleine Fehler im Hautbild hervorzuheben.

1.4 – Bokeh bewahren

Durch das Schärfen können im unscharfen Hintergrund des Bildes Artefakte entstehen. Mit dem Schieberegler Bokeh können Sie diese Bereiche schützen.

In diesem weiteren Beispiel haben wir bewusst die Einstellungen übertrieben: Nachdem die Schieberegler Allgemein und Detailsgesetzt wurden, haben wir im linken Bild den Regler des Bokeh auf 0 und im rechten Bild auf 100 geschoben. Die zahlreichen Artefakte, die im linken Bild rund umdie Niete, der Vertiefung und dem Umriss des roten Vorhängeschlosses, sowie den Kanten zum Weiß in der Mitte und am Rand des goldenen Schlosse zu sehen sind, sind im rechten Bild praktisch verschwunden.

DxO Optics Pro arbeitet non-destruktiv und die Schärfe wird auf das Ausgabebild angwendet.

2- Schärfe verbessern, wenn das Objektiv nicht von DxO Optics Pro unterstützt ist

Wir werden jetzt sehen, wie Sie die Schärfe eines Bildes verstärken und einen homogeneren Eindruck erzeugen können, wenn es für diese Kamera-Objektiv Kombination noch kein optisches DxO Modul gibt. Dazu verwenden Sie die Unscharfmaskierung.

In der Palette Detail aktivieren Sie das Kontrollkästchen für die Unscharfmaskierung. Klappen Sie die Palette auf, sodass Sie alle Optionen sehen. Sie besteht aus vier Schiebereglern:

  • Intensität (Stärke), mit diesem Schieberegler können Sie das gesamte Bild schärfen.
  • Radius, mit diesem Schieberegler legen Sie die Feinheit der Akzentuierung fest.
  • Schwellwert: Mit den Einstellungen dieses Schiebereglers können Sie die Kanten betonen, ohne flache Bereiche und Bilddetails innerhalb dieser Kanten zu beeinflussen.
  • Offset Ecken, dieser Schieberegler wirkt sich auf die Bildränder aus um die Schärfe von der Mitte her anzugleichen.

2.1 – Schärfe einstellen

In diesem Schritt widmen wir uns der allgemeinen Schärfe. Je weiter Sie den Intensitäts-Regler nach Rechts bewegen, desto deutlicher wird das Bild. In unserem Beispiel haben wir die Intensität auf 200 gestellt um in den Details Zeichnung zu erhalten, wie z.B. in dem Leuchter und den Holzskulpturen, die sich im Hintergrund befinden. Der Radius und Schwellwert wurde bei den Standardwerten 0,50 bzw. 4 belassen.

2.2 – Bildränder schärfen

Im allgemeinen sind Objektive an den Bildrändern weniger scharf als in der Bildmitte. Das können Sie mit dem Schieberegler Offset Ecken sehr effektiv kompensieren und über das ganze Bild Homogenität erzielen. Der Effekt ist selbst mit dem Maximalwert recht subtil, um höchste Effizienz zu gewährleisten, ohne das Bild durch Artefakte oder Haloeffekte zu beeinträchtigen.

Wir haben für diesen Bearbeitungsschritt das selbe Foto wie vorher gewählt und uns auf die untere rechte Ecke konzentriert. Die linke Ansicht zeigt das Ergebnis nach dem Schärfen im vorherigen Schritt, die rechte Darstellung zeigt das Resultat, nachdem der Schieberegler Offset Ecken auf 200 gesetzt wurde.

Fotos : Bachir Bendjeddou, Gilles Théophile