DxO FilmPack

Konvertierung farbiger Konzertfotos in Schwarz-Weiß mit DxO FilmPack 5

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin

In diesem Tutorial geben wir Ihnen Tipps für Ihre nächsten Konzertfotos und erklären Ihnen wie Sie sie in Schwarz-Weiß entwickeln. Ganz besonders gehen wir dabei auf die Verwendung der Tonwertkurve ein damit Sie Ihren Bildern einen spezifischen Look geben können.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie:

  • DxO FilmPack 5
  • Fotos im RAW-, JPEG- oder TIFF-Format

1- Konzertfotos

Konzertfotos zeichnen sich durch einige Besonderheiten aus, derer man nicht immer leicht Herr wird. Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Ratschläge an die Hand geben, die Sie in die Kunst der Erstellung von Konzertfotos einführen oder Ihnen helfen Ihre Konzertfotos zu perfektionieren. Damit verfügen Sie über die bestmögliche Grundlage für die anschließende Entwicklung Ihrer Bilder mit den Werkzeugen von DxO.

Die Antwort auf die sich grundsätzlich stellende erste Frage «Welche Einstellung wähle ich?» lautet «Es gibt keine ideale Einstellung». Tatsächlich hängt die Einstellung von den Lichtverhältnissen ab, die je nach Konzerthalle, Tageszeit (bei Open-Air Festivals) und vorhandener Beleuchtung sehr unterschiedlich sind. Auch hängt die zu wählende Einstellung von Ihrem Equipment ab: Fotografieren Sie mit einer Festbrennweite (f/1,4) oder mit einem Zoomobjektiv mit variabler Blendenöffnung? Mit letzterem sind Sie gezwungen, einen höheren ISO-Wert einzustellen. Zu guter Letzt spielt auch noch eine Rolle, welche Konzertsituation Sie festhalten möchten: Ein Detail, einen bestimmten Ausdruck, die Atmosphäre…

In jedem Fall müssen Sie mit vielen Störfaktoren umgehen: Mit dem Publikum (je nachdem wo Sie positioniert sind), dem Equipment (besonders Mikrofone, die oft im Weg stehen), der Bewegung der Künstler und diversen Lichtvarianten – sowohl was die Helligkeit als auch die Farbe der Lichteffekte angeht.

Die Wahl der Brennweite hängt davon ab wo Sie stehen und was genau Sie einfangen möchten. Nichtsdestotrotz sollten Sie Festbrennweiten wegen Ihrer hohen Lichtdurchlässigkeit den Vorzug geben. Vermeiden Sie hohe ISO-Werte und lernen Sie Ihre Ausrüstung und deren Grenzen kennen. Berücksichtigen Sie dabei ruhig die Korrekturmöglichkeiten, die Ihnen die Werkzeuge von DxO bieten.

Von der Verwendung des Automatik-Modus raten wir ab, aber Sie können durchaus mit dem A bzw. Av-Modus arbeiten (Modus Blendenpriorität). Zumeist wählen Sie die größtmögliche Blendenöffnung, aber achten Sie dabei auf die Schärfentiefe, die je nach Ihrer Position und Ihrem Objektiv schon mal leiden kann: Bei einem Foto mit mehreren Personen kommt es vor, dass einige von ihnen nicht perfekt scharf sind.

Bei der Belichtungsmessung, sofern die flächenbasierte (oder Mehrfeldmessung) in der Situation angemessen ist, sollten Sie bei Nahaufnahmen des Künstlers die Spotmessung verwenden und dabei die Belichtung auf sein Gesicht konzentrieren.

Beim Weißabgleich sollten Sie je nach Konzert und Veranstaltungsort versuchen, auf einen automatischen Weißabgleich zu setzen anstatt sich auf die doch recht häufige Veränderung der Farben und Lichtverhältnisse einzulassen. Daher ist es besonders empfehlenswert im RAW-Format zu arbeiten damit Sie bei der RAW-Entwicklung noch vernünftige Korrekturen vornehmen können.

2- Entwicklung von Konzertfotos in Schwarz-Weiß

Schritt 1: Konvertieren Sie das Bild in Schwarz-Weiß

Mit DxO FilmPack haben Sie die Möglichkeit, die Konvertierung in Schwarz-Weiß durch Wahl der Filmwiedergabe Schwarz-Weiss-Film vorzunehmen oder aber durch Verwendung des Buttons, der sich im Menüpunkt Anpassen > Bildeinstellungen bearbeiten befindet:

In unserem Beispiel wählen wir die Filmwiedergabe Fuji Neopan™ Acros 100, der dem von uns gewünschten Look am ehesten entspricht.

Schritt 2: Verwenden Sie einen Farbfilter

Die Verwendung eines Farbfilters bei der Schwarz-Weiß—Konvertierung ermöglicht die gezielte Intensivierung und damit Hervorhebung von Bildbereichen, die der Farbe des gewählten Filters entsprechen. Für den gesamten Bildkontrast ist damit die Wahl eines Farbfilters zuträglich.

Hinweis

Detaillierte Erklärungen zur Funktion und Auswahl von Farbfiltern finden Sie im Tutorial zur Konvertierung in Schwarz-Weiß mit DxO FilmPack 5 für Fortgeschrittene.

In unserem Beispiel entscheiden wir uns für die Verwendung des Filters Blauviolett, da wir die Lichtstrahlen, die durch den Hintergrundspot erzeugt werden, in den Vordergrund stellen möchten. Den Filter, der standardmäßig auf eine Dichte von 100 voreingestellt ist, finden Sie im Bereich Optische Effekte.

Schritt 3: Bestimmen Sie Schwarz- und Weißpunkt mit Hilfe der Tonwertkurven

Wir verwenden die Tonwertkurve, aufrufbar über Menüpunkt Entwicklung, um unserem Bild einen « matten » Look zu geben: Weniger tiefe Schwarztöne und ein bisschen helleres Weiß ermöglichen die Farbwiedergabe, die man auf einem matten Fotopapier erzielen würde.

Mit der Tonwertkurve lässt sich Punkt für Punkt die Tonalität der Pixel im Bild anpassen. Auf der Horizontalen befinden sich die zu korrigierenden Pixel, auf der vertikalen Achse die korrigierte Tonalität.

Zur Aufhellung von Bildbereichen einer bestimmten Tonalität wählen Sie den entsprechenden Punkt auf der Tonwertkurve und ziehen ihn nach oben. Wir möchten die dunklen Töne ein wenig aufhellen (in unserem Fall verwenden wir die Werte 69 l 102)::

Achten Sie auf die Veränderungen im Histogramm nach dieser Korrektur.

VORHER

NACHHER

Die Werte erscheinen während der Positionierung des Kontrollpunkts und richten sich nach den Belichtungswerten (zwischen 0 und 255) vorher / nachher.

Sie können beliebig viele Kontrollpunkte einfügen. Um einen Punkt hinzuzufügen, klicken Sie auf die linke Maustaste. Möchten Sie Ihre gesetzten Punkte zurücksetzen, klicken Sie auf den Button  unterhalb der Tonwertkurve.

Um den angedachten matten Look zu erzielen, erhöhen wir nun die Tonalität der schwarzen und verringern die der weißen Bildpunkte. Ziehen Sie den Punkt unten links von 0 auf 30, den oben rechts von 255 auf 230.

Die Tonwertkurve nimmt daraufhin folgende Form an:

So sieht das bearbeitete Bild dann aus.

Beachten Sie auch hier wieder die Änderungen im Histogramm.

Da es dem Bild nun ein wenig an Kontrast fehlt, werden wir Kontrollpunkte einfügen um die Tonwertkurve wieder in S-Linienform zu bringen.

Setzen Sie einen Punkt links von 70 auf 75 und rechts einen oberhalb der Geraden von 180 auf 200. Beachten Sie dabei dass wir, da wir das Bild insgesamt ein wenig aufhellen möchten, jederzeit oberhalb der Ursprungskurve verbleiben.

Wir erhalten daraufhin das folgende Histogramm:

Wie erhofft erhält unser Bild damit den gewünschten Kontrastumfang.

Hinweis

Die genannten Werte müssen nicht unbedingt genau so umgesetzt werden um einen vergleichbaren Look zu erzielen. Selbstverständlich können Sie Ihre eigenen Einstellungen vornehmen und so den Kontrast erzielen, der Ihnen am meisten zusagt.

Schritt 4: Finalisieren Sie Ihr Bild

Zu guter Letzt passen Sie noch den Mikrokontrast an, den Sie über die Palette Kontrast im Menü Entwickeln aufrufen. In unserem Beispielbild werden so die Lichtstrahlen noch intensiviert. Achten Sie darauf den Schieberegler nicht übertrieben einzusetzen, denn dann leidet das Gesicht des Künstlers. In unserem Beispiel entscheiden wir uns für einen Wert von +25.

Möchten Sie noch weitere Veränderungen vornehmen, können Sie Ihrem Bild über das Register Grafische Effekte noch einen kreativen Touch verleihen (Texturen, Lichtlecks) oder einen Rahmen hinzufügen.

3- Anwendung eines Looks auf eine Bilderserie

Möchten Sie diese Korrekturen nun auch auf Ihre anderen während dieses Konzerts aufgenommenen Fotos anwenden oder eventuell sogar auf Fotos von anderen Konzerten, müssen Sie diese lediglich speichern. Erstellen Sie dafür ein persönliches Preset durch Speichern Ihrer Einstellungen über einen Maus-Rechtsklick im Bild.

Im sich nun öffnenden Fenster vergeben Sie einen Namen für Ihr neues Preset.

Nun kann Ihr Preset auf weitere Bilder angewendet werden, die Sie in DxO FilmPack 5 öffnen. Sie können dieses Preset auch gleich auf einen ganzen Bilderstapel anwenden. Gehen Sie dazu ins Hauptmenü  (oben links in der Benutzeroberfläche), klicken Sie dann auf Exportieren und schließlich auf Stapelverarbeitung.

Es öffnet sich ein Dialogfenster, in dem Sie Ihr persönliches Preset auswählen, es auf die zu korrigierenden Bilder anwenden (zur Auswahl der Bilder klicken Sie auf das Icon ) und das gewünschte Ausgabeformat wählen können.

Klicken Sie auf Entwickeln um die Stapelverarbeitung zu starten!

Foto: Christophe Gressin