DxO FilmPack

Mit DxO FilmPack 5 das Beste aus seinen RAW-Dateien herausholen

In Zusammenarbeit mit Gilles Théophile

In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen wie Sie mit DxO FilmPack 5 das Beste aus Ihren RAW-Dateien herausholen – sei es durch automatische Korrekturen oder die zahlreichen Korrekturwerkzeuge der Software.

Um diesem Tutorial zu folgen, benötigen Sie:

  • DxO FilmPack 5 Elite* (als Standalone-Anwendung)
  • Ein Bild im RAW-Format

Hinweis

* Die Verwendung von RAW-Dateien erfordert die Elite-Edition von DxO FilmPack 5.

1- RAW-Dateien mit DxO Filmpack 5 öffnen

Die Elite-Version von DxO FilmPack 5, die sich der Verarbeitung von RAW-Dateien annimmt, eröffnet Ihnen neue Möglichkeiten der Bildbearbeitung und vereinfacht Ihren Workflow bedeutend. Die Dateikompatibilität ist exakt die gleiche wie in DxO OpticsPro 10, d.h. auch in LIghtroom generierte DNG-Dateien oder Camera RAW (unter der Bedingung dass die RAW-Dateien aus von DxO OpticsPro unterstützen Kameras stammen) können verarbeitet werden.

Die Benutzeroberfläche in DxO Filmpack 5

Schritt 1 – Öffnen einer RAW-Datei

Das Öffnen von RAW-Dateien ist extrem einfach und zudem automatisiert:

  • Klicken Sie in der Bilderleiste (Dateiexplorer in DxO FilmPack 5) auf den Button mit dem Ordnersymbol in der oberen Werkzeugleiste 
  • Es öffnet sich eine Dialogbox, über die Sie Ihre RAW-Datei-Ordner auf Ihrer Festplatte auswählen können.
  • Der Inhalt des ausgewählten Ordners wird nun in der Bilderleiste angezeigt.
  • Wählen Sie ein Miniaturbild durch Klicken aus: es wird daraufhin mit einem Rahmen und einem orangefarbenen Häkchen versehen.
  • Drücken Sie Datei öffnen oder doppelklicken Sie auf das Bild, das sich dann im Bearbeitungsfenster des Programms öffnet.

Bilderleiste in DxO FilmPack 5

Schritt 2 – Anwendung automatischer Korrekturen

Sobald man eine RAW-Datei in DxO FilmPack 5 öffnet, nimmt die Software eine Reihe automatischer Korrekturen vor – Behebung optischer Fehler, Rauschminderung und Farbschutz.

Hinweis

Die automatischen Korrekturen setzen den Download der DxO-Korrekturparameter voraus. Daher müssen Sie mit dem Internet verbunden sein. Für den Fall dass mehrere Möglichkeiten für die Kombination aus verwendeter Kamera und Objektiv bestehen, öffnet sich ein Dialogfenster, das Ihnen die mit dem Bildimport verbundenen Kombinationsmöglichkeiten zur Auswahl bietet.

  • Ein Fortschrittsbalken oben im Fenster zeigt an dass die Korrekturparameter heruntergeladen werden.
  • Sobald der Download beendet ist, bestätigt DxO FilmPack dass es bereit ist, die automatischen Korrekturen anzuwenden.
  • Bestätigen Sie durch einen Klick auf OK. Die Korrekturen werden nun angewendet und Sie können sich an die Entwicklung und Bearbeitung Ihrer Bilder begeben.

Hinweis

Der Download automatischer Korrekturmodule für eine Kamera + Objektiv erfolgt nur ein Mal. Öffnen Sie in der Folge eine RAW-Datei, die mit demselben Equipment aufgenommen wurde, erfolgt die Anwendung der entsprechenden automatischen Korrekturen auf Anhieb.

Dialogbox zu Download / Bestätigung der automatischen Korrekturen

Schritt 3 – Überprüfung der automatischen Korrekturen

Den Status der automatischen Korrekturen können Sie wie folgt prüfen:

  • Klicken Sie in der oberen Werkzeugleisten in der Button-Gruppe Anpassen auf den 3. Button (Bildeinstellungen bearbeiten).
  • Öffnen Sie im Kontrollpanel rechts in der Benutzeroberfläche den Bereich Entwicklung.
  • Klicken Sie auf das Untermenü Automatische Korrekturen.
  • Die orangenen Icons rechts neben den Unterpunkten Rauschminderung, Optische Korrekturen und Farbe schützenbestätigen, dass die automatischen Korrekturen angewendet wurden.

Palette Automatische Korrekturen mit aktivierten Korrektur-Icons

Möchten Sie eine der automatischen Korrekturen abschalten, klicken Sie auf den entsprechenden orangefarbenen Button neben der gewünschten Korrektur.

Hinweis

Sie können schon direkt beim Öffnen eines Bildes in DxO FilmPack 5 eines der zahlreichen Analog-Presets in Farbe oder Schwarz-Weiß anwenden und anschließend beliebige Einstellungen in der Entwicklungs-Palette der Software vornehmen.

Entscheiden Sie sich dafür, als erstes nach Öffnen des Fotos manuelle Korrekturen im Bereich Entwicklung vorzunehmen, werden diese allerdings durch die Einstellungen des Filters überschrieben.

2- Bearbeitung von Farbbildern

Sobald Ihr Bild in DxO Filmpack 5 geöffnet wurde und die automatischen Korrekturen durchlaufen hat, stehen Ihnen diverse Bearbeitungswerkzeuge zur Verfügung. Möchten Sie mit Farbbildern arbeiten, stellen Sie sicher dass der Schalter ganz oben im rechten Kontrollmenü auch auf Farbe steht 

Hinweis

Selbstverständlich sind diese Schritte nicht obligatorisch. Ist Ihre RAW-Datei korrekt belichtet und benötigt keine Nachbearbeitung, können Sie auch direkt zum kreativen Teil übergehen und Presets anwenden oder erstellen.

Schritt 1 – Licht & Farben

Im Farbmodus können Sie mit Hilfe der Palette Licht & Farben folgende Korrekturen vornehmen:

  • Belichtung: der Schieberegler wirkt sich auf die Belichtung des gesamten Bildes aus – nach links wird es dunkler, nach rechts heller.
  • Sättigung: ermöglicht eine lebendigere Farbwiedergabe durch Verstellen des Schiebereglers nach rechts, durch Verschieben nach links können die Farben abgemildert oder gar völlig unterdrückt werden.
  • Vibrancy: wirkt sich selektiv auf die Farben aus und erhält dabei die, die bereits gesättigt sind.

Beispiele für Korrekturen von Belichtung und Vibrancy

Hinweis

Möchten Sie eine Einstellung zurücksetzen, genügt ein Doppelklick auf den entsprechenden Schieberegler.

Schritt 2 – Kontrast

Die Palette Kontrast ermöglicht ebenfalls die Kontrastkorrektur im gesamten Bild sowie auf Ebene des Mikrokontrast, d.h. der Bilddetails und Texturen:

  • Kontrast: der Schieberegler Kontrast verstärkt oder verringert die Diskrepanz zwischen dunklen und hellen Bildelementen.
  • Mikrokontrast: verstärkt die Präsenz von Mikrodetails und Texturen, kann diese aber auch durch Verschieben des Reglers nach links glätten.
  • Feinkontrast: verstärkt oder verringert die Präsenz von mittelgroßen Bilddetails, was beispielsweise bei Porträts besser geeignet ist als das Mikrokontrast-Werkzeug.
  • Spitzlichter, Mitteltöne, Schatten: diese drei Schieberegler sind Unterpunkte des Menüpunkts Feinkontrast und ermöglichen selektive Korrekturen.

Beispiele für die Mikrokontrast-Korrektur

Beispiel für die Feinkontrast-Korrektur

Schritt 3 – Farbton – Sättigung – Helligkeit

Die Palette Farbton – Sättigung – Helligkeit verfolgt das Ziel, Farben selektiv zu korrigieren. Dabei agiert man auf einem oder mehreren der 6 verfügbaren Farbkanäle:

  • Alle Farbkanäle: In diesem Menü wählen Sie den Farbkanal, den Sie bearbeiten möchten – oder selbstverständlich auch gleich alle auf einmal.
  • Farbton: hiermit ändern Sie den Farbton im gewählten Farbkanal.
  • Sättigung: verstärkt oder verringert die Farbtiefe des ausgewählten Farbkanals.
  • Helligkeit: bestimmt die Helligkeit im gewählten Farbkanal – dunkler nach links, heller nach rechts.

Möchten Sie z.B. das Blau eines Himmels betonen, gehen Sie wie folgt vor:

  • Wählen Sie im Menü den Kanal Blau aus.
  • Stellen Sie die Farbe über den Schieberegler Farbton ein. Hüten Sie sich vor übertriebenem Einsatz des Reglers: der Blauton geht links in Richtung Cyan und rechts in Richtung Magenta.
  • Erhöhen Sie langsam die Tiefe des Blautons durch Verschieben des Reglers nach rechts (ein Verschieben des Reglers nach links nimmt nach und nach die Farbe aus dem Bild bis es komplett grau wird).
  • Zu guter Letzt verringern Sie die Helligkeit durch Verschieben des Reglers Helligkeit nach links. So erhalten Sie einen satten, tiefen Blauton für Ihren Himmel.

Verstärkung des Blautons eines Himmels mit der Palette Farbton – Sättigung – Helligkeit

Schritt 4 – Tonwertkurve

Die Tonwertkurve passt den Gesamtkontrast an. Für intensivere Bilder gehen Sie wie folgt vor:

  • Vergewissern Sie sich dass sich die Tonwertkurve im Modus RGB befindet (1. Button links)
  • Fassen Sie die Kurve oben rechts auf Höhe des letzten Schnittpunkts mit einem Quadranten.
  • Verschieben Sie diesen Teil der Kurve leicht nach oben. Die hellen Töne werden so ein wenig heller.
  • Fassen Sie nun die Kurve auf Höhe des ersten Schnittpunkts mit einem Quadranten unten links.
  • Verschieben Sie diesen Teil der Kurve nun leicht nach unten. Die dunklen Töne werden so ein wenig dunkler.
  • Fassen Sie die Kurve in der Mitte und platzieren Sie sie leicht oberhalb oder unterhalb ihrer Ausgangsposition zur Anpassung der Helligkeit der Mitteltöne.

Hinweis

Möchten Sie Ihre Korrekturen zurücksetzen, klicken Sie auf den Button Alles zurücksetzen rechts unterhalb der Kurve.

Die S-förmige Tonwertkurve ist eine bekannte Technik zur Verstärkung des Gesamtbildkontrasts.

Haben Sie Ihre Bildbearbeitung beendet, können Sie die finale Version in den Formaten .jpg oder .tif speichern. Klicken Sie dazu auf den Button Speichern  . Die RAW-Datei selbst ist nicht speicherbar.

Verstärkung des Gesamtbildkontrasts über die Tonwertkurve

Bitte beachten Sie dass Sie die Tonwertkurve auch für andere Korrekturen einsetzen können:

  • Wiederherstellen von Details in Spitzlichtern durch Verdunklung dieser Bildbereiche (Verschieben des oberen Kurvenbereichs nach unten).
  • Hervorheben von Details in den Schatten durch leichte Aufhellung dieser Bildbereiche (Verschieben des unteren Kurvenbereichs nach oben).

Über die Tonwertkurve können Sie auch eine dominante Farbe korrigieren. Wählen Sie dazu einen der RGB-Kanäle aus. Ist Ihr Bild beispielsweise zu kalt, wählen Sie den Blaukanal und passen Sie die Kurve leicht an um einen neutraleren bzw. weniger kalten Farbton zu erzielen.

3- Konvertierung und Bearbeitung von Schwarz-Weiß-Bildern

Das Bearbeitungsprinzip für Schwarz-Weiß-Bilder ist bis auf die folgenden Ausnahmen identisch zur zuvor beschriebenen Vorgehensweise für Farbbilder:

  • Die Palette Licht & Farben beinhaltet nur den Schieberegler Belichtung.
  • Die Palette Farbton – Sättigung – Helligkeit wird durch die Palette Kanal-Mixer ersetzt.

Möchten Sie im Schwarz-Weiß-Modus arbeiten, vergewissern Sie sich dass der Schieberegler ganz oben im Menü auf S/W gestellt ist. 

Kanal-Mixer

Mit dem Kanal-Mixer können Sie Ihre eigenen Schwarz-Weiß-Presets erstellen. Selbstverständlich können Sie diese auch mit der Tonwertkurve oder der Palette Kontrast kombinieren:

  • Begeben Sie sich in den Schwarz-Weiß-Modus. Verstellen Sie dazu den Schieberegler ganz oben auf S/W.
  • Um ein Referenzbild als Ausgangsbasis zu haben – das Originalfarbbild – aktivieren Sie die Anzeige Nebeneinander oder Splitansicht (3. Button der Gruppe Vergleichen in der oberen Werkzeugleiste) 
  • Entwickeln Sie nun Ihr Schwarz-Weiß-Bild auf Basis des Originalfarbbilds Kanal für Kanal (dunkler nach links, heller nach rechts).

Haben Sie die Bearbeitung Ihres Schwarz-Weiß-Bildes beendet, können Sie es durch Klick auf den „Einstellungen als neues Preset speichern“ Button  , oder direkt das bearbeitete Bild durch Klick auf den Button Einstellungen speichern  der Gruppe Sichern.

Basis-Konvertierung in Schwarz-Weiß

Erstellung eines Schwarz-Weiß-Presets mit Hilfe des Kanal-Mixers und der Tonwertkurve

Foto: Olivier Revon, Denis Lacharme, Cath Schneider