DxO PhotoLab

Night photos: Touch up your fireworks photos with DxO OpticsPro 10

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin

In diesem Tutorial erhalten Sie zunächst einige Tipps zur Aufnahme von Feuerwerken, dann zeigen wir Ihnen wie Sie eventuelle Grundlagenfehler korrigieren und schließlich wie Sie mit Belichtung und Farbe umgehen um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie:

  • DxO OpticsPro 10
  • Fotos, vorzugsweise im RAW-Format

1- Ein Feuerwerk fotografieren

Die grundsätzliche Schwierigkeit beim Fotografieren von Feuerwerken liegt in der Wahl der Belichtung: In einer sehr dunklen Umgebung wird eine sehr starke Lichtquelle produziert. Die nur kurze Dauer der jeweiligen Effekte erschwert die Belichtungsmessung bei der Aufnahme und darüber hinaus muss man im manuellen Modus operieren.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige Tipps für die Bildaufnahme geben :

  • Verwenden Sie Stativ und Fernauslöser. Ganz im Gegensatz zu den klassischen Fotografieregeln zur Aufnahme von sich bewegenden Subjekten ist es nämlich möglich und auch empfohlen mit etwas längeren Belichtungszeiten (bis hin zu einigen Sekunden) zu arbeiten.
  • Vermeiden Sie es, den ISO-Wert zu sehr zu erhöhen. Im Idealfall bleiben Sie bei der nominalen Sensibilität Ihrer Kamera und profitieren so vom maximalen Dynamikumfang Ihres Sensors.
  • Stellen Sie manuell scharf. Der Autofokus setzt den Schärfepunkt selten korrekt und benötigt zu viel Zeit. Allgemein ist eine Schärfeeinstellung auf „unendlich“ gut geeignet. Sie können alternativ auf ein weiter entferntes Objekt scharf stellen und dann in den Modus MF wechseln um den so ermittelten Schärfepunkt zu verschieben.
  • Wählen Sie eine mittlere Blende (f/8 oder f/11) um genügend Schärfentiefe zu erzielen.
  • Die Variable, die Ihnen die Anpassung der Belichtung ermöglicht, ist die Belichtungszeit, wohlwissend dass die realistische Belichtungsdauer der des Feuerwerks selbst entsprechen sollte. So können Sie mit einer sehr langen Belichtungszeit mehrere Effekte überlagern ohne dabei das Bild überzubelichten.

Um die korrekte Belichtungszeit zu finden, überprüfen Sie die Belichtung Ihrer ersten Bilder und passen Sie – falls nötig – die Belichtungszeit entsprechend an.

Ein letzter Punkt: Ihr Standort ist ebenfalls wichtig. Sie entscheiden sich ob Sie Elemente Ihrer Umwelt in das Bild einbeziehen möchten oder nicht und wählen eine Brennweite, die sich nach Ihrer Entfernung vom Feuerwerk richtet. Eine kurze Brennweite ist empfehlenswert damit die Schärfentiefe dazu beitragen kann dass die Feuerwerkseffekte nicht beschnitten werden.

Sie können dann Ihre Bilder mit DxO OpticsPro 10 auf Basis der weiteren Ratschläge dieses Tutorials bearbeiten.

2- Weißabgleich, Bearbeitung von Bildrauschen und Regulierung des Mikrokontrasts

2.1 – Nehmen Sie Basiskorrekturen vor

Sobald Sie Ihr Bild in DxO OpticsPro öffnen, nimmt das Preset «DxO Standard» automatisch einige Korrekturen vor.

2.2 – Nehmen Sie den Weißabgleich vor

Nehmen Sie den Weißabgleich für Ihr Bild mit Hilfe der Pipette vor, die Sie über dieses Icon aufrufen: 

Suchen Sie nun im Beispielbild ein neutrales Grau oder ein reines Weiß. DxO OpticsPro korrigiert daraufhin die Farben im gesamten Bild.

Bei Fotos von Feuerwerken ist es häufig schwierig, ein neutrales Grau oder Weiß ausfindig zu machen. Mit Hilfe eines Schiebereglers können Sie manuell die Farbtemperatur einstellen. Diese Methode wenden wir hier an: Stellen Sie den Schieberegler auf ca. 4000K.

2.3 – Korrigieren Sie das Bildrauschen

Über die Palette Rauschminderung – RAW können Sie – sofern notwendig – Bildrauschen aus Ihrem Foto entfernen.

Sobald Sie Ihr Bild öffnen, nimmt DxO OpticsPro eine automatische Korrektur zur Rauschminderung vor. Möchten Sie das Ergebnis begutachten, zoomen Sie auf 100% ins Bild hinein.

Diese Korrektur können Sie manuell verändern: Erhöhen Sie den Wert, so erzielen Sie eine «glattere» Wiedergabe. Wenn Sie den Wert verringern, behalten Sie zwar ein wenig Bildrauschen im Bild, nehmen allerdings keine Bilddetails weg.

Achten Sie beim Glätten Ihres Bildes darauf, nicht zu viel Detailverluste im Feuerwerk zu erzeugen.

Hier sehen Sie die verschiedenen Korrektureinstellungen, jeweils vergrößert auf 100%.

ORIGINAL (ohne Korrektur):

STANDARDKORREKTUR (Luminanz: 40):

VERSTÄRKTE KORREKTUR (Luminanz: 70):

Bemerkung

Wenn Sie die Intensität der Korrektur erhöhen müssen, empfehlen wir Ihnen zum Erhalt von Bilddetails die Verwendung des Korrekturalgorithmus PRIME.

Die letzte Version des Bildes nutzen wir für den weiteren Verlauf des Tutorials.

2.4 – Regulieren Sie den Mikrokontrast

Der Schiebregler Mikrokontrast ermöglicht Ihnen das Herausarbeiten feiner Bilddetails und gleichzeitig die Verstärkung von Klarheit und Schärfe. In unserem Beispiel kann er Feinheiten in den Funken des Feuerwerks herausarbeiten.

Stellen Sie den Schieberegler Mikrokontrast auf einen mittleren Wert um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Wir entscheiden uns in diesem Fall für einen Wert von 40.

3- Belichtung und Farben

3.1 – Stellen Sie die Belichtung ein

Fotos von Feuerwerken sind häufig besonders kontrastreich: Das starke Licht des Feuerwerks hebt sich vom Schwarz der Nacht ab. Trotz des anhaltenden Fortschritts bei digitalen Sensoren kann sich der Dynamikumfang dieser Lichtsituation als fotografische Szene nicht wiedergebbar herausstellen.

Das Histogramm dieses Bilds ist stark linkslastig sowohl in den Schatten als auch in den weißen Bildbereichen.

Für die Wiederherstellung von Bilddetails verwenden wir die von DxO OpticsPro zur Verfügung gestellten Werkzeuge zur Belichtungskorrektur: Belichtungskorrektur und DxO Smart Lighting. Über die Belichtungskorrektur stellen wir Details in den Spitzlichtern wieder her, mit Hilfe von DxO Smart Lighting erzeugen wir ein Gleichgewicht, das durch die Anwendung der ersten Korrektur ein wenig beeinflusst wurde.

Die Standardeinstellung bei Öffnung Ihres Fotos in DxO Optics Pro weist folgende Werte auf:

Das Werkzeug Belichtungskorrektur analysiert das gesamte Bild und errechnet eine globale Korrektur, die sich an DxO Smart Lighting orientiert. Sie haben die Möglichkeit einen Modus zur Priorisierung von Spitzlichtern zu wählen: Zur Auswahl stehen Leicht, Mittel und Stark.

In unserem Beispiel entscheiden wir uns für Priorität Spitzlichter – Stark.

Sollte es noch beschnittene Spitzlichter im Bild geben, so sind sie zumindest stark reduziert worden und das Histogramm hat sich weiter nach links verlagert.

Daraus ergibt sich insgesamt eine Verdunklung des Bildes. Wir wollen diesen Effekt nun mit der Funktion DxO Smart Lightingkompensieren, die den Dynamikumfang des Bildes optimiert und eine Korrektur vornimmt, die auf einem Algorithmus basiert, der das Bild und das gewünschte Intensitätsniveau der vorgenommenen Einstellung analysiert.

In unserem Fall wählen wir die Einstellung Mittel.

In den extrem dunklen Bildbereichen tauchen nun wieder Details auf, ganz besonders im Himmel. Der linke Histogrammbereich verschiebt sich ein wenig nach rechts.

Falls notwendig können Sie die Belichtungseinstellung weiter bearbeiten. Nutzen Sie dafür die Selektiven Tonwerte: Durch Einstellung der Belichtung für Spitzlichter, Mitteltöne, Schatten und Tiefen erzielen Sie ein perfektes Ergebnis.

3.2 – Korrigieren Sie die Farben

Die Farbkorrektur vollzieht sich in zwei Schritten: Zunächst über eine globale Korrektur, bei der wir auf die Palette Farb-Akzentuierung zurückgreifen, dann über eine kanalweise Anpassung mit Hilfe des Werkzeugs Farbton / Sättigung / Helligkeit.

Mit der Palette Farb-Akzentuierung können Sie Vibrancy und Sättigung der Farben als Gesamtkorrektur auf das ganze Bild einstellen. Dem ersten Schiebregler ist der Vorzug zu geben wenn Sie den blauen Himmel in einem Bild verstärken oder abschwächen möchten, da er vornehmlich auf die weniger gesättigten Farben reagiert. Der zweite Schieberegler wirkt sich auf die gesamte Tonalität der Bildfarben aus.

Hinweis

Stellen Sie Vibrancy vor der Sättigung ein. Machen Sie es umgekehrt, riskieren Sie eine unästhetische Farbwiedergabe der kalten Töne.

In unserem Beispielbild sind die Blautöne bereits gesättigt. Daher verringern wir die Vibrancy auf -20 und erhöhen dann die Sättigung auf +40.

Für die Feinjustierung der Farben verwenden wir nun die Palette Farbton / Sättigung / Helligkeit, die es uns ermöglicht jeden Farbkanal unabhängig von den jeweils anderen zu bearbeiten.

Bei der Bearbeitung des Blaukanals hellen wir den Himmel ein wenig auf und behalten gleichzeitig eine ausgewogene Farbverteilung bei.

Wählen wir als nächstes den Rotkanal aus um dem Feuerwerk ein wenig mehr Tiefe zu verleihen. Wir setzen die Sättigung auf +20 und die Helligkeit auf -15.

Zu guter Letzt arbeiten wir noch die kleine gelbe Explosion im großen roten Explosionseffekt besser heraus. Wählen Sie dazu den Gelbkanal und stellen Sie die Sättigung und Helligkeit jeweils auf +25.

Den passenden Abschluss unserer Korrekturen bildet die Einstellung des Mikrokontrasts zur Herausarbeitung von Bilddetails. Achten Sie darauf den Schieberegler nicht zu sehr zu verschieben, da so der Rauch weniger nebulös wirkt. Stellen Sie den Schieberegler auf 30.

4- Weiterführend: Wahl eines kreativen Presets

Neben dem Standardpreset DxO Standard bietet Ihnen DxO OpticsPro auch kreative Presets, die Sie als Arbeitsgrundlage verwenden können.

Hier finden Sie ein paar Beispiele für Presets, die Sie verwenden können.

Preset : OLD SCHOOL

Preset: HDR – REALISTISCH

Darüber hinaus bietet DxO FilmPack eine ganze Reihe ergänzender kreativer Werkzeuge, die sich vollständig in DxO OpticsPro integrieren.

Fotos : Patrice Lanies / Christophe Gressin