DxO PhotoLab

Objektivkorrekturen ohne optische DxO-Module

In Zusammenarbeit mit Gilles Théophile

Der Workflow von DxO OpticsPro basiert im Wesentlichen auf Automatismen, indem das RAW-Format Ihrer Kamera unterstützt ist und der automatischen Korrektur der Abbildungsfehler Ihrer Objektive mittels der entsprechenden optischen DxO-Module. Mit Letzteren kann das Programm die optischen Abbildungsfehler eines unterstützten Objektivs korrigieren. Falls es jedoch für Ihre Fotoausrüstung kein optisches DxO-Modul gibt, werden Sie nun sehen, wie Sie die manuellen Werkzeuge von DxO OpticsPro einsetzen, um ganz einfach die Vignettierung, die chromatische Aberration sowie die Verzeichnung korrigieren und die Schärfe Ihrer Bilder optimieren.

1- Die optischen Korrekturen von DxO OpticsPro

Das Prinzip der optischen DxO-Module

DxO versucht möglichst viele Kamera-Objektiv-Kombinationen zu unterstützen und bietet Tausende von optischen Modulen an, die in DxO OpticsPro beim Öffnen eines Bildes automatisch geladen und installiert werden.

Für jedes Foto, das Sie in DxO OpticsPro öffnen, erkennt das Programm aus den Metadaten des Bildes, welches Fotoequipment Sie verwendet haben. Das entsprechende optische DxO-Modul korrigiert dann automatisch die Vignettierung, die Verzeichnung sowie die chromatische Aberration. Außerdem optimiert und homogenisiert es die Schärfe des Objektivs, sodass sie über das Bildfeld von der Mitte zu den Bildrändern hin gleich gut ist.

Falls ein Objektiv nicht unterstützt ist

Was ist aber nun, wenn Ihr Objektiv nicht unterstützt ist und es deshalb kein optisches DxO-Modul gibt? In diesem Fall können Sie nicht von den automatischen optischen Korrekturen profitieren, aber im Register Bearbeiten gibt es alle Werkzeuge, die für eine manuelle Korrektur der Abbildungsfehler notwendig sind.

Es gibt verschiedene Gründe, warum es evtl. kein optisches DxO-Modul gibt: Entweder ist das Objektiv sehr selten, zu alt, zu neu und gerade erst auf dem Markt erschienen oder es kann bestimmte Informationen, die normalerweise in den Metadaten des Bildes notiert werden, nicht an die Kamera übertragen. Die optischen DxO-Module basieren aber auf diesen Informationen, damit die Korrekturen automatisch durchgeführt werden können.

Anmerkung

Falls kein optisches DxO-Modul verfügbar ist, wird dies in der oberen rechten Eckes des Miniaturbildes durch das Icon angezeigt.

Tipp

Im Menü optische DxO-Module in DxO OpticsPro können Sie einsehen, wann voraussichtlich welche neuen optische DxO-Module geplant sind sowie neue optische Module vorschlagen.

Anmerkung

Weitere Informationen über die automatischen Korrekturen, Unterstützung von RAW-Dateien und den optischen Modulen finden Sie in den entsprechenden FAQs (häufige Fragen).

2- Korrektur von Abbildungsfehlern eines Objektivs ohne optisches DxO-Modul

Die manuellen Korrekturen

Im Register Bearbeiten von DxO OpticsPro können Sie die folgenden Abbildungsfehler korrigieren:

  • Palette Belichtung > Vignettierung
  • Palette Geometrie > Verzeichnung
  • Palette Detail > Chromatische Aberration sowie Unscharfmaskierung

Die Reihenfolge der Korrekturen ist von größter Bedeutung. Die Vignettierung zum Beispiel sollte als erstes behandelt werden, weil sie einen großen Einfluss auf die Tonalität im Bild hat, wenn Sie die Helligkeit das Fotos anpassen müssen. Alles rund um die Schärfe sollte ganz am Schluss erfolgen.

Vor der Korrektur zeigt das Bild eine markante tonnenförmige Verzeichnung (Horizontlinie) sowie starke Vignettierung (abgedunkelte Bildecken).

Das Bild nach der manuellen Korrektur.

Note

Sie erhalten eine Beschreibung der einzelnen Werkzeuge, indem Sie auf das Fragezeichen  klicken, das sich in der oberen rechten Ecke der entsprechenden Palette befindet.

Korrektur der Vignettierung

Bei der Vignettierung handelt es sich um eine Abdunklung der Bildecken, insbesondere bei offener Blende. Zur Korrektur:

  • Gehen Sie in die Palette Belichtung > Vignettierung.
  • Bewegen Sie den Schieberegler nach rechts, um die Abdunklung der Bildränder zu kompensieren.
  • Sie können die Ausdehnung der Korrektur mit dem mittleren Schieberegler anpassen (weiter ausgedehnt nach rechts).

Nachdem die Vignettierung korrigiert ist, können Sie, falls notwendig, mit globalen Korrekturen der Tonwerte (Helligkeit und Kontrast) fortfahren.

– Korrektur der Vignettierung eines Zooms bei offener Blende.

Unterpalette Vignettierung in der Palette Belichtung.

Verzeichnungskorrektur

Die Verzeichnung zeigt sich an Linien, die im Bild gebogen sind. Diese können nach außen (tonnenförmige Verzeichnung) oder nach innen (kissenförmige Verzeichnung) gekrümmt sein. Das Phänomen beobachtet man insbesondere bei Weitwinkelobjektiven, Zooms sowie ganz allgemein bei Objektiven von Kompaktkameras, bei denen die Verzeichnung sogar ganz massiv sein kann:

  • Gehen Sie in die Palette Geometrie > Verzeichnung.
  • Das Menü Korrektur sollte auf Manuell stehen.
  • Im Menü Typ wählen Sie die Art der Korrektur – Tonnen– oder Kissenförmig – je nach der im Bild sichtbaren Verzeichnung.
  • Stimmen Sie die Korrektur mit dem Schieberegler Stärke ab (nach links weniger stark, stärker nach rechts).

Korrektur der massiven Verzeichnung des Standardzooms einer Systemkamera. Beachten Sie auch die starke Vignettierung im Original.

Unterpalette Verzeichnung in der Palette Geometrie.

Tipp

Mit Strg+G zeigen Sie ein Gitter an, das Ihnen bei der Beurteilung hilft, ob die Linien gerade sind.

Anmerkung

Das Menü Typ hat eine dritte Option – Fisheye – um die extrem starke Verzeichnung dieses Objektivtyps zu korrigieren und den Effekt eines verzeichnungsfreien Objektivs zu erhalten.

Korrektur der chromatischen Aberration

Die chromatische Aberration zeigt sich in Form von Farbsäumen an kontrastreichen Motiven und ist insbesondere an den Bildrändern sichtbar. Am häufigsten beobachtet man rote und grüne Farbsäume (laterale Aberration), magentafarbene oder grüne (longitudinale Aberration) oder violette (stark kontrastreiches Motiv).

Die Korrektur der chromatischen Aberration wird besonders gesteuert: DxO OpticsPro wendet für diesen Abbildungsfehler im Grunde immer eine automatische Korrektur an. Es handelt sich um eine generische Korrektur, die auf Grundlage der Bildanalyse systematisch angewendet wird. Sie wird durch eine Korrektur basierend auf optischen Modulen ergänzt, sofern diese verfügbar sind.

Die Unterpalette chromatische Aberration kann aber auch zur Korrektur dieses Phänomens verwendet werden, wenn kein optisches Modul vorhanden ist, indem man die generische Korrektur, die auf das Bild angewendet wird, manuell steuert.

Anmerkung

Die Checkbox  für die laterale chromatische Aberration ist inaktiv, wenn kein optisches DxO-Modul verfügbar ist.

So korrigieren Sie die chromatische Aberration:

  • Gehen Sie in die Palette Detail > Chromatische Aberration.
  • Mit dem Schieberegler Stärke können Sie die Korrektur der magentafarbenen und grünen Farbsäume steuern: stärker nach rechts, schwächer nach links. Um zur automatischen Korrektur zurückzukehren, die auf der Analyse des Bildes basiert, klicken Sie ganz rechts auf den Zauberstab.
  • Mit dem Schieberegler Größe passen Sie die Breite der Korrektur der Farbsäume an. Mit dem Zauberstab ganz rechts kehren Sie wieder zur automatischen Korrektur zurück.
  • Mit dem Optionsfeld Violette Farbsäume können Sie Algorithmen aktivieren, die optimiert sind für die Bearbeitung dieses Typs der chromatischen Aberration, den man häufig in Bildbereichen mit ganz starkem Kontrast findet, wie zum Beispiel bei Gegenlicht im Geäst eines Baumes.

Korrektur der chromatischen in einem sehr kontrastreichen Bereich am Bildrand eines Fisheyes (Ansicht bei 100%).

Unterpalette chromatische Aberration in der Palette Detail.

Anmerkung

Extreme Einstellungen der Schieberegler Intensität und Größe können sich auch auf farbige Details im Bild auswirken.

Schärfe optimieren

Zum Optimieren der Schärfe von Bildern, die nicht von einem optischen DxO-Modul profitieren, nutzen Sie die Palette Detail > Unscharfmaskierung, einschließlich dem Schieberegler Offset Ecken, mit dem Sie die Schärfe am Bildrand, wo sie typischerweise etwas schwächer ist, verbessern können. So erhalten Sie über die ganze Bildfläche hinweg ein homogenes Ergebnis.

Hierzu schlagen wir vor, dass Sie einen Blick werfen in das Tutorium „Holen sie mit DxO OpticsPro alles an Schärfe aus Ihrer Kamera heraus“, Kapitel 2.

Optimierung der Schärfe (Ausschnitt zeigt 100%).

Unterpalette Unscharfmaskierung in der Palette Detail.

Anmerkung

Sobald Sie die richtigen Parameter zur Korrektur Ihres Objektivs gefunden haben, können Sie diese als Preset sichern und auf weitere Bilder anwenden. Aber Achtung: die optischen Abbildungsfehler hängen nicht nur vom Objektiv selbst, sondern auch von der Brennweite, der Blende und der Entfernungseinstellung ab. Es kann also notwendig sein, dass Sie mehrere Presets erstellen, die den unterschiedlichen Parametern entsprechen. Weitere Informationen über Presets in DxO OpticsPro finden Sie in unseren Tutorien.

Fotos: Gilles Théophile