DxO PhotoLab

Rauschminderung mit DxO OpticsPro 10

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin und Gilles Théophile

In diesem Tutorial zeigen wir Ihnen wie Sie mit Hilfe der zwei Korrekturmodi, «Hoch» und «PRIME» digitales Rauschen in Ihren Bildern mindern um eine optimale Bildkorrektur zu erzielen.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen, benötigen Sie:

  • DxO OpticsPro, Edition Essential oder Elite*
  • Ein Bild, vorzugsweise im RAW-Format.

Hinweis

* Die Verwendung des PRIME-Modus erfordert die Elite-Version von DxO OpticsPro 10.

1- Was ist digitales Bildrauschen ?

Digitales Bildrauschen ist eine Rauschinformation, die nach einem zufälligen Rauschmuster erscheint und sich unschön auf bestimmte Bildbereiche auswirkt. Betroffen sind besonders dunkle oder homogene Bildbereiche.

DxO OpticsPro 10

Digitales Bildrauschen zeigt sich besonders bei Fotos, die mit hoher ISO-Empfindlichkeit aufgenommen wurden – je höher der ISO-Wert, desto stärker das Bildrauschen und entsprechend schlechter die Bildqualität – und es zeigt sich noch stärker wenn man dunkle Bildbereiche in der Postproduktion aufhellt.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Bildrauschen:

  • Luminanzrauschen: Die Beschaffenheit ähnelt der Körnung eines Analogfilms, die je nach Kameramodell mehr oder weniger stark ausgeprägt ist. Es ist schwierig zu korrigieren, da es auf die kleinsten Bilddetails Einfluss nimmt und man durch die Korrektur riskiert, eben diese Details zu verlieren.
  • Chrominanzrauschen: Es kommt vor allem in dunklen Bildbereichen vor und äußert sich durch Ansammlungen farbiger Pixel, im Regelfall in Grün und Magenta. Diese Art von Bildrauschen ist einfach zu korrigieren, da es nicht auf Ebene der Bilddetails Einfluss nimmt.

Man unterscheidet auch zwischen dem recht groben Niederfrequenzrauschen, das häufig in homogenen Bildbereichen zu finden ist und dem Hochfrequenzrauschen, das deutlich feiner ist.

Die Qualität des Sensors, insbesondere seine Fähigkeit Informationen in den dunkelsten Bildbereichen zu erhalten, ist ein wichtiger Faktor dafür wie stark das Bildrauschen am Ende sein wird. Auf der Seite DxOMark haben wir eine Auswertung der meisten derzeit auf dem Markt erhältlichen Kameras zusammengestellt, damit Sie sich ein Bild von der Qualität Ihres Sensors machen können: Je höher die Note „Sport (ISO-Einstellung für schwaches Licht)“, desto besser schneidet Ihre Kamera in diesem Bereich ab. Die Note „Dynamikumfang“ ist ebenfalls interessant wenn es um die Fähigkeit des Sensors geht, Informationen bei Dunkelheit zu erhalten.

Das Bildrauschen tritt zumeist in den folgenden Situationen auf:

  • In der Sportfotografie – besonders in der Halle- oder auch bei der Konzertfotografie, wo man versucht trotz schlechter Lichtverhältnisse eine schnelle Bewegung einzufangen.
  • In der Nachtfotografie oder bei Innenaufnahmen, sofern man kein Stativ verwendet.

Um Bildrauschen bestmöglich zu unterdrücken, gelten folgende Ratschläge:

  • Stellen Sie die Belichtung korrekt ein: Das Bildrauschen taucht zumeist in den dunklen Bildbereichen auf und die Korrektur überbelichteter Bereiche erzeugt deutlich weniger sichtbares Bildrauschen. Achten Sie daher darauf Ihre Bilder schon bei der Aufnahme korrekt zu belichten und ziehen Sie eine leichte Überbelichtung in Erwägung, um die in den dunklen Bildbereichen erforderliche Korrektur zu minimieren. Gleichzeitig dürfen die Spitzlichter natürlich nicht überzeichnet sein.
  • Arbeiten Sie wenn möglich mit einem Stativ, insbesondere für Nacht- oder Innenaufnahmen. Dann müssen Sie sich keine Sorgen um die Belichtungszeit machen und können eine niedrige Einstellung der ISO-Empfindlichkeit vornehmen.

Vor allem sollten Sie im RAW-Format arbeiten: So haben Sie viel mehr Korrekturmöglichkeiten für Ihre Bilder.

Warum im RAW-Format arbeiten?

Zum Erzielen bestmöglicher Resultate empfehlen wir Ihnen, dem RAW-Format gegenüber JPEG den Vorzug zu geben. Tatsächlich ist es so, dass die aus der Kamera übertragenen JPEG-Dateien bereits eine mehr oder weniger starke Rauschunterdrückung erfahren haben, die so weit führen kann dass Bilddetails komplett unterdrückt wurden. Daher ist es schwierig Ihrem Bild eine zweite Korrektur zuteil werden zu lassen.

Vorschau der Rauschminderung in DxO OpticsPro

Möchten Sie sich eine Vorschau der durch DxO OpticsPro vorgenommenen Korrekturen zur Rauschminderung anzeigen lassen, so empfehlen wir Ihnen das Vergrößerungsverhältnis 1:1 (100%). Selbstverständlich können Sie sich Ihr Bild auch im Standardformat anzeigen lassen und die Korrektur der Rauschminderung im kleinen Vorschaufenster in der Unterpalette Rauschminderung in Augenschein nehmen.

2- Automatische Korrektur von Bildrauschen (Qualitätsmodus „Hoch“)

2.1 – Wenden Sie das Preset „DxO Standard“ an

Sobald Sie Ihr Foto öffnen, nimmt DxO OpticsPro automatisch eine Standardkorrektur mit dem Preset „DxO Standard“ vor. Neben Korrekturen zu Tonalität und Farbe korrigiert dieses Preset auch automatisch das Bildrauschen – je nach Kameramodell und ISO-Empfindlichkeit, die Sie für Ihre Aufnahme gewählt haben.

2.2 – Betrachten Sie die vorgenommenen Korrekturen

Ihnen stehen verschiedene Methoden zur Betrachtung der Rauschminderungs-Korrektur zur Verfügung.

1) Klicken Sie auf den Button  in der oberen Werkzeugleiste. In diesem Anzeigemodus entspricht 1 Pixel auf Ihrem Monitor 1 Pixel im Bild. Sie können daher die Effizienz der Korrektur besonders gut beurteilen.

2) Sie können sich auch für die Anzeige von korrigiertem und Originalbild nebeneinander entscheiden. Klicken Sie dafür auf den Button  , der sich ebenfalls in der oberen Werkzeugleiste befindet.

Die Vorschau-Lupe in der Palette Rauschminderung

3) Zudem können Sie das Bild auch einfach auf dem Monitor angezeigt lassen und das Vorschaufenster der Unterpalette Rauschminderung verwenden. Sie können sich dabei einen Bildbereich aussuchen, den Sie zuvor durch Platzierung der Lupe im Bild mit anschließendem Mausklick bestimmt haben (Button Lupe Zentrum rechts über dem Vorschaufenster).

Hinweis

DxO OpticsPro korrigiert automatisch das in Ihren Bildern präsente Bildrauschen. Sie haben auch die Möglichkeit, diese Korrekturen manuell mit Hilfe der Werkzeuge in der Unterpalette Rauschminderung vorzunehmen.

3- Korrektur von Bildrauschen mit PRIME

Hinweis

PRIME ist in der Elite-Version von DxO OpticsPro 10 enthalten und kümmert sich ausschließlich um die Verarbeitung von RAW-Dateien.

Der Qualitätsmodus «Hoch» zur Rauschminderung erzielt bereits außergewöhnliche Ergebnisse in Echtzeit, aber wenn Sie die Korrektur noch weiter verbessern möchten wenn Ihre Bilder bei hohen ISO-Werten oder einer alten Kamera aufgenommen wurden, sollten Sie in den PRIME-Modus wechseln.

Die PRIME-Technologie macht keine Kompromisse bei der Qualität der Rauschminderung und stellt dabei sicher dass Bilddetails und Farben optimal erhalten bleiben. Sie benötigt allerdings eine deutlich längere Bearbeitungszeit.

Möchten Sie dieses Qualitätsniveau auswählen, klicken Sie auf den Button .

Wie das Symbol  in der Titelzeile der Palette schon suggeriert, sehen Sie das Ergebnis nicht auf Ihrem Bild. Verwenden Sie stattdessen die Lupe, die sich oberhalb der Einstellungswerkzeuge befindet.

Platzieren sie die Lupe an verschiedenen Stellen im Bild und prüfen Sie so die Qualität der Korrektur in den verschiedenen Bildbereichen (zur Verwendung der Lupe siehe Schritt 2).

Das PRIME-Werkzeug gibt nicht der Verarbeitungsgeschwindigkeit den Vorzug. Daher kann das Nachladen des Bildausschnitts im Vorschaufenster auch mehrere Sekunden dauern. Ein Piktogramm am rechten unteren Bildrand des Vorschaufensters zeigt Ihnen den Prozess an.

Hinweis

Wenn Sie unter Mac OS arbeiten, haben Sie die Möglichkeit die Bilder vor / nach erfolgter Korrektur durch Klick auf das Vorschaufenster zu vergleichen.

Die Lupen-Vorschaufenster im Bild und in der Palette Rauschminderung

Damit Sie sich des Ausmaßes der Korrekturen im gesamten Bild bewusst werden, ist ein Export notwendig. Idealerweise erstellen Sie eine Version mit den Standard-Ausgabeparametern (JPEG) und speichern sie im Originalordner. So können Sie einen direkten Vergleich zwischen Originalbild und bearbeiteter Version vornehmen und, sofern notwendig, weitere Korrekturen mit Hilfe der Schieberegler in der Unterpalette Rauschminderung vornehmen.

4- Weiterführendes

DxO OpticsPro verfügt über zwei exzellente automatische Korrekturmodi – Hohe Qualität und PRIME (in der Elite-Version). Nichtsdestotrotz können Sie jederzeit manuelle Korrekturen über die Schieberegler vornehmen um das digitale Bildrauschen zu unterdrücken und das Ergebnis zu erzielen das Sie sich vorgestellt haben.

Damit Sie in Zukunft mühelos auf Ihre Korrekturen zurückgreifen können, haben Sie die Möglichkeit Ihr eigenes Preset zu erstellen. Dafür genügt ein Rechtsklick auf das gerade fertig bearbeitete Bild und die Wahl „Preset aus aktuellen Einstellungen erstellen“.

Im sich öffnenden Dialogfenster vergeben Sie dann einen Namen für Ihr Preset.

Dieses Preset ermöglicht Ihnen die Anwendung aller definierten Korrekturen auf Ihr Referenzbild, was beispielsweise interessant sein kann wenn Sie das Standardpreset «DxO Standard» durch Ihr eigenes Preset ersetzen möchten, an dem Sie bis auf die Rauschminderung keine Veränderungen vorgenommen haben.

Gehen Sie dafür in das Register Allgemein unter Einstellungen, auf das Sie über den Menüpunkt Bearbeiten (Windows) DxO OpticsPro 10 (OS X) zugreifen können. Ersetzen Sie das Standardpreset, das bei Öffnen eines neuen Fotos in DxO OpticsPro angewendet wird, mit dem Preset Ihrer Wahl zur Rauschminderung.

Fotos : Olivier Lambolez