DxO FilmPack

Seinen Bildern mit den Designer-Presets in DxO FilmPack 5 (Elite-Version) einen Hauch von Poesie verleihen

In Zusammenarbeit mit Gilles Theophile

DxO FilmPack 5 wartet mit einer großen Auswahl kreativer Presets auf, die sowohl auf der Simulation von Analogfilmen als auch auf bestimmten Werkzeugen basieren, mit denen Sie Ihren Bildern einen einzigartigen Look verleihen.

In diesem Tutorial lenken wir unser Augenmerk auf Designer-Presets, mit denen Sie Ihren Bildern einen Touch Poesie verleihen. Wir sehen welche Werkzeuge in diesen Presets verwendet wurden, wie Sie diese nach Ihrem Geschmack modifizieren und kombinieren und zu guter Letzt wie Sie ein eigenes Preset aus einem Designer-Preset erstellen.

Hinweis

Das Tutorial bezieht sich aufgrund der gewählten Presets und der damit zusammenhängenden Werkzeuge ausschließlich auf die Elite-Edition.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen, benötigen Sie:

  • DxO FilmPack 5 Elite * oder Essential Edition
  • Ein Bild im RAW*, DNG*, TIFF oder JPEG Format

1- Die Designer-Presets

Was ist ein Designer-Preset?

DxO FilmPack ist ein Bildbearbeitungsprogramm, dessen wichtigste Funktion die Simulation analoger Filme ist, sei es zur direkten Anwendung von Filtern oder als Grundlage zur Bearbeitung dieser Film-Simulationen mit Hilfe der vielen Werkzeuge der Software.

DxO FilmPack 5 ist auch mit 40 Designer-Presets ausgestattet (Elite-Edition), deren Ziel es ist, die Ästhetik oder Stimmung Ihrer Bilder mehr oder wenig kreativ zu verändern.

Die Designer-Presets im Preset-Fenster

Die Anwendung dieser Presets auf ein Bild ist sehr einfach: Ein Klick auf die Miniaturvorschau eines Presets genügt. Selbstverständlich ist es möglich, das Preset zu tauschen und es mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Werkzeuge zu verändern solange die Datei noch nicht gespeichert wurde.

2- Konzentration auf die Designer-Presets Poesie und Traum

Ein Hauch von Poesie?

Wir haben zwei bestimmte Presets gewählt, mit denen wir uns in diesem Tutorial näher beschäftigen: Poesie und Verträumt.

Wir werden sehen, welche Werkzeuge und Einstellungsmöglichkeiten sich hinter diesen Presets verbergen und wir werden ein eigenes Preset erstellen, mit dem wir Ihren Bildern einen verträumten Look verleihen.

Grundsätzliches

Um das Wiederfinden der beiden Designer-Presets zu erleichtern, mit denen wir uns hier detailliert beschäftigen werden, können Sie sie über ihren Namen suchen oder sie nach ihrer Kategorie filtern und sie dann durch Klick auf den Stern unter dem jeweiligen Vorschaubild als Favorit markieren.

Suchen und Filtern der Presets

Wenden Sie ein Preset auf ein Bild an, erscheint ein Informationspiktogramm links unter dem Vorschaubild  . Klicken Sie darauf, so erscheint eine Erklärung zum gewählten Preset links neben dem Fenster der Benutzeroberfläche.

Poesie

Das Preset Poesie eignet sich ideal für Porträts und zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Mehr oder weniger surrealistische Farben – je nach Subjekt
  • Recht auffällige Körnung

Bild vor / nach Anwendung des Designer-Presets Poesie

Nach der Anwendung des Presets wenden wir uns den Einstellungen zu. Dazu gehen wir in das Kontrollpanel und sehen uns im Detail an, welche Werkzeuge diesem Preset zu Grunde liegen.

Klicken Sie dazu in der oberen Werkzeugleiste auf den dritten Button Anpassen > Bildeinstellungen anpassen.

Das Preset Poesie setzt sich wie folgt zusammen:

  • Filmtyp: Lomography Redscale 100
  • Körnung: Lomography Redscale 100, Stärke 100, Format 24×36
  • Belichtung: 0,3
  • Sättigung : -39
  • Kanal Farbton / Sättigung / Helligkeit: alle
  • Sättigung Farbton / Sättigung / Helligkeit: 38
  • Stärke kreative Vignettierung: -15

Durch die Wahl des Films lassen sich Farben erzielen, die in Richtung gelb und rot gehen und eine präsente, aber nicht übermächtige Körnung zeigen. Das Preset sorgt für eine leichte Überbelichtung von 0,3 LW und verleiht dem Bild so ein wenig mehr Brillanz. Die leichte, dunkle Vignettierung betont den Vintage-Effekt und fokussiert den Blick auf die Bildmitte.

Was die Farben angeht, so könnte man auf den ersten Blick denken dass die Einstellung der Gesamtbildsättigung (-37) die des Werkzeugs Farbton / Sättigung / Helligkeit (38) kompensiert und sich die beiden gegenseitig aufheben. Tatsächlich reduziert erstere die Farbintensität im gesamten Bild und letztere hebt dann wieder bestimmte Farben hervor.

Somit lässt sich mit diesen relativ subtilen Einstellungen aus einem zunächst recht prägnanten Film ein im Vergleich zum Original sehr unterschiedliches Bild erzielen.

Verträumt

Das Preset Verträumt setzt seinen Schwerpunkt auf den romantischen Aspekt:

  • Starker Unschärfe-Effekt
  • Anwendung von Filtern zur Erzielung einer engelsgleichen Unschärfe

Bild vor / nach Anwendung des Designer-Presets Verträumt

Das Preset Verträumt setzt sich aus weit mehr Einstellungen zusammen als das Preset Poesie, und zwar aus den folgenden:

  • Filmtyp: Agfa Precisa 100.
  • Körnung: Agfa Precisa 100, Stärke 100, Format 24×36.
  • Belichtung: 0,5
  • Sättigung: -20
  • Vibrancy: -23
  • Kontrast: -40
  • Kreative Vignettierung: Stärke 15 und Rundung 22
  • Vignettierungsunschärfe: Stärke 10, Radius 68, Übergang 31, Rundung 23

Der Film Agfa Precisa 100 bildet die Grundlage des Presets Verträumt und ist ein Umkehrfilm (Diapositiv), der sich durch eine neutrale Wiedergabe, feine Körnung und klare Farben auszeichnet.

Die Einstellung der Belichtung (heller) und des Kontrasts (weniger stark) ermöglicht eine Abmilderung des Bildes und verleihen diesem eine leichtere Stimmung. Die Einstellung der Farben mit negativen Werten bewirkt eine Abschwächung der Lebhaftigkeit von Farben und des Unterschieds zwischen den Farbtönen.

Der Vignettierungseffekt verleiht den Bildrändern eine dunstige Seite, fokussiert den Blick auf die Bildmitte und gibt somit dem Subjekt einen höheren Stellenwert. Dabei erweckt er den Eindruck dass die Bildränder verschwimmen, ein wenig so wie es Träume tun, an die man sich beim Aufwachen erinnert.

3- Erstellung eines eigenen poetischen oder träumerischen Presets

Änderung eines Presets

Die beiden von uns ausgewählten und im vorherigen Kapitel näher beleuchteten Presets können als solche angewendet werden, aber Sie können auch:

  • Die Einstellungen nach Anwendung des Presets anpassen.
  • Die Einstellungen ändern und diese dann als neues, eigenes Preset speichern.

Erstellen Sie beispielsweise ein Preset Verträumt 2 indem Sie die Vignettierungsunschärfe durch Softfocus ersetzen, was den Effekt eines beschlagenen Objektivs simuliert.

Möchten Sie ein abgeändertes Preset erstellen und dieses dann speichern, gehen Sie wie folgt vor:

  • Wenden Sie das Preset Ihrer Wahl an.
  • Passen Sie die vorhandenen Einstellungen wunschgemäß an.
  • Rechtsklicken Sie auf das Bild und wählen Sie Einstellungen speichern.
  • Ihr neues Preset ist unter Meine Presets im Preset-Filter abrufbar. 

Erstellung eines Presets Traum

Wir schließen dieses Tutorial mit der Erstellung eines eigenen Presets, das wir Traum nennen:

  • Öffnen Sie ein Bild in DxO FilmPack 5.
  • Suchen Sie den Film Fuji Superia Reala 100 über die Suchfunktion aus der Filmliste heraus, den wir wegen seiner Weichheit und der natürlichen Wiedergabe verwenden.
  • Klicken Sie in der Kommandozeile auf Anpassen > Bildeinstellungen bearbeiten.
  • Gehen Sie als nächstes in die Palette Entwicklung > Licht & Farben und stellen Sie die Vibrancy zwischen -50 und -70 um die Farben verblassen zu lassen und dem Bild etwas mehr Kühle zu verleihen (oder machen Sie das Gegenteil um das Bild wärmer erscheinen zu lassen).
  • Stellen Sie den Kontrast in der Palette Entwicklung > Kontrast auf einen Wert um -30. So flachen wir ihn ein wenig ab.
  • Aktivieren Sie den Soft Fokus in der Palette Optische Effekte > Unscharf und stellen Sie den Schieberegler Intensität auf einen Wert zwischen 30 und 50 – je nach Bild und gewünschtem Effekt. Das Bild schmückt sich mit einem sehr ästhetischen und weichen Unschärfeeffekt, ein bisschen als wenn Sie es durch ein leicht beschlagenes Fenster betrachten. Sie können den Unschärfeaspekt noch verstärken indem Sie den Schieberegler Streuung nach links schieben, etwa zwischen 30 und 40.
  • Zuletzt hellen wir die Bildränder über die Palette Optische Effekte > Kreative Vignettierung auf. Stellen Sie dazu den Schieberegler Intensität nach rechts, so dass die Bildränder ein wenig verwischen (setzen Sie eine dunkle Vignettierung ein falls Ihr Bild sehr dunkel ist)
  • Speichern Sie Ihr Preset. Rechtsklicken Sie dafür auf das Bild und wählen Sie dann im erscheinenden Fenster Einstellungen speichern. In der sich daraufhin öffnenden Dialogbox vergeben Sie ganz oben den Namen des Presets: Traum (oder jeden beliebigen anderen Namen).
  • Das Preset Traum finden Sie über die Such- oder den Filterfunktion der Wiedergabepalette, die wir schon zuvor verwendet haben.

Selbstverständlich sind diese Einstellungen nur als grobe Richtungsvorgabe gedacht. Sie können so viele Varianten erstellen wie Sie möchten oder einfach Ihre eigenen Ideen und Einstellungen entwickeln.

Foto: Benoît Courti

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