DxO FilmPack

Stapelverarbeitung mit DxO FilmPack 4

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin

In diesem Tutorial erklären wir Ihnen wie Sie DxO FilmPack 4 in der Stapelverarbeitung verwenden. Sie lernen wie Sie einen individuell erstellten Look reproduzieren und ihn schnell innerhalb Ihres bestehenden Workflows auf einen Stapel Bilder anwenden.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie:

  • DxO FilmPack 4 Expert.
  • Einige Fotos im JPEG oder TIFF-Format.

1- Stapelverarbeitung

Der Hauptgrund für die Stapelverarbeitung liegt in der damit verbundenen Zeitersparnis: weiß man einmal wie man einen Look definiert und ihn auf eine oder mehrere Bilderserien anwendet, eröffnet die Möglichkeit diesen Look auf mehrere Dutzend Bilder mit nur wenigen Klicks anzuwenden einen enormen Produktivitätszuwachs.

Tatsächlich definieren viele Fotografen einen oder gleich mehrere generische Looks, die sie standardmäßig auf ihre Bilder anwenden, je nach Art des jeweiligen Fotos (Landschaft, Stadt, Natur etc.) oder sie beginnen mit der Bearbeitung des ersten Bilds ihrer Bilderserie und übertragen dann diese Korrekturen auf alle anderen Bilder der Serie.

Es gibt weitere Gründe für diese Vorgehensweise. Die gleichzeitige Verwendung mehrerer Kameras beispielsweise, egal ob es sich um verschiedene Modelle oder Marken handelt, bedeutet eine unterschiedliche Farbwiedergabe innerhalb einer Fotoserie unter gleichen Lichtverhältnissen. Besonders Hochzeits- und Eventfotografen sehen sich dieser Situation häufig ausgesetzt, aber natürlich gibt es weitaus häufiger den Fall dass die Verwendung mehrerer Kameras von Vorteil ist. Auch bei einer Gruppe Fotografen, die gemeinsam eine Ausstellung erarbeiten wollen, und ein einheitliches Bild abgeben möchten.

Wir erklären Ihnen wie Sie DxO FilmPack 4 in diesem Sinne verwenden und die Software in Ihren RAW-Workflow einbetten können – unabhängig davon mit welcher Bildbearbeitungssoftware Sie arbeiten.

Hinweis

Die Stapelverarbeitungsfunktion ist ausschließlich in der Expert-Version verfügbar.

2- Erstellung eines individuellen Presets

Im Folgenden erstellen wir persönliche Parameter für Landschaftsaufnahmen.

2.1 – Wählen Sie Ihr bevorzugtes Preset

Wählen Sie unter den etwa hundert in DxO FilmPack enthaltenen Looks den Look aus, der Ihrer Wunschvorstellung am nächsten kommt. Wir entscheiden uns an dieser Stelle wegen seines kontrastreichen Stils und seiner Sättigung für den Kodak Kodachrome™ 25 Look (er befindet sich in der Liste der Farbpositiv-Filme).

2.2 – Regulieren Sie die Belichtung

Da die Schwarztöne recht dunkel sind und die Farbdichte wichtig ist, kann man das Bild ein wenig aufhellen und wir setzen den Schieberegler Belichtung in diesem Fall auf +1.

Hinweis

In der Stapelverarbeitung kann die Verwendung der Korrekturwerkzeuge im Register Grundeinstellungen zu unerwarteten Ergebnissen führen wenn die Bilder unter verschiedenen Lichtbedingungen aufgenommen wurden.

2.3 – Farbkorrektur

Um den Burgmauern und auch dem Himmel einen weicheren Farbton zu geben, regulieren wir die entsprechenden Farbkanäle über das Werkzeug Farbton / Sättigung / Helligkeit.

Beginnen Sie mit der Farbanpassung der Burgmauern über den Rot-Kanal im Dropdown-Menü und stellen Sie die Helligkeit auf -20.

Korrigieren Sie im Anschluss die Farbe des Himmels über den Blaukanal, bei dem Sie eine Helligkeit von -40 auswählen.

2.4 – Verleihen Sie dem Preset Ihre persönliche Note

Nun ist es an der Zeit diesem Look noch Ihre persönliche Note zu verleihen, was über den Reiter Effekte möglich ist. In unserem Beispiel beginnen wir mit einer kreativen Vignettierung und setzen die entsprechende Funktion auf -30.

Tipp

Wie auch bei den Werkzeugen im Register Grundeinstellungen wählen Sie nun «neutrale» Effekte, sofern Sie eine Stapelverarbeitung vornehmen möchten. Entscheiden Sie sich beispielsweise für eine ungewöhnliche Platzierung der Vignette, etwa nicht in der Bildmitte, so ist es wahrscheinlich dass diese Vignettierung nicht für alle Bilder geeignet ist. Mit einer mittig platzierten Vignette hingegen sind Sie auf der sicheren Seite.

Fügen Sie nun noch einen Rahmen hinzu. Wir entscheiden uns hier für den Rahmen Weiße Linie.

2.5 – Erstellen Sie Ihr eigenes Preset

Haben Sie alle notwendigen Einstellungen vorgenommen, speichern Sie sich diese in Form eines eigenen Presets damit Sie sie später wieder verwenden können. Dafür machen Sie einen Rechtsklick auf das Bild und wählen «Preset aus aktuellen Einstellungen erstellen».

Sie können alternativ auch auf den Button  in der Kommandozeile klicken.

Vergeben Sie einen Namen für Ihr Preset, in unserem Fall «Landschaften», und bestätigen Sie diesen durch einen Klick auf Speichern.

Das gespeicherte Preset finden Sie unter dem Reiter Eigene Presets in der unteren Bildleiste wieder.

3- Anwendung eines eigenen Presets

Auf Wunsch können Sie nun Ihre vorgenommenen Einstellungen auf mehrere Fotos gleichzeitig anwenden.

3.1 – Wählen Sie ein neues Foto

Schließen Sie Ihr aktuelles Foto, speichern Sie Ihre Änderungen und öffnen Sie ein neues.

3.2 – Wenden Sie Ihr eigenes Preset an

Um ein eigenes Preset anzuwenden gehen Sie in die Liste Ihrer eigenen Presets und klicken Sie auf das gewünschte, in unserem Fall das Preset namens «Landschaften». Die hinterlegten Einstellungen werden nun automatisch auf das geöffnete Bild angewendet.

3.3 – Wenden Sie Ihr eigenes Preset auf einen Bilderstapel an

Sind Sie sicher dass sich Ihre Einstellungen für alle Bilder Ihrer Serie eignen, verwenden Sie die Stapelverarbeitung und wenden Sie Ihr Preset mit nur wenigen Klicks unabhängig von der Größe des Stapels auf alle Ihre Bilder an. Gehen Sie dazu in das Menü Datei und wählen Sie Stapelverarbeitung (Tastenkürzel: CTRL + B).

Es öffnet sich daraufhin ein Dialogfenster.

Klicken Sie auf den Button Hinzufügen um den Dateiexplorer zu öffnen und wählen Sie die zu bearbeitenden Bilder aus.

Tipp

Wiederholen Sie diese Aktion so oft wie notwendig, sofern Sie Bilder aus unterschiedlichen Ordnern bearbeiten möchten. Wir empfehlen Ihnen alle Bilder des zu bearbeitenden Stapels vorher in einen Ordner zu kopieren damit Sie diesen Vorgang nur einmal durchführen müssen.

Wählen Sie nun das gewünschte Preset aus dem entsprechenden Dropdown-Menü.

Anschließend wählen Sie, wie Sie es aus Ihrer sonstigen Arbeit mit DxO FilmPack gewohnt sind, Ihr Ausgabeformat (JPEG oder TIFF) und alle weiteren Optionen aus.

Sie können auch bestimmen wo Ihre erstellten Dateien gespeichert werden. Wählen Sie zu guter Letzt das Suffix, das an den Dateinamen angehängt werden soll.

Ist die Wahl erst getroffen, starten Sie die Verarbeitung durch einen Klick auf den Button Bearbeiten. DxO FilmPack gibt Ihnen über einen Fortschrittsbalken Auskunft über den Verarbeitungsstatus.

Wenn die Verarbeitung beendet ist, erhalten Sie eine Nachricht über den erfolgreichen Abschluss der Stapelverarbeitung.

Ihre Bilderserie ist nun bearbeitet und das aktuelle Preset wurde auf alle Bilder angewendet, sodass Sie in kürzester Zeit ein gleichmäßiges Ergebnis in höchster Qualität erhalten.

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Weiterführend: Integration von DxO FilmPack 4 in den eigenen Workflow

DxO Optics Pro 9 ermöglicht ebenfalls Stapelverarbeitung. Sind beide Programme aktiviert, so erscheint die FilmPack-Werkzeugpalette mit allen Einstellungsmöglichkeiten in DxO Optics Pro. So können Sie Ihre eigenen Presets erstellen und sie direkt auf Ihre RAW-Dateien anwenden. Lesen Sie dazu unser Tutorial «Erstellung von eigenen Presets mit DxO Optics Pro».

Sie können auch unabhängig von Ihrem RAW-Konverter auf die in DxO FilmPack hinterlegten Presets zugreifen. Bearbeiten Sie dazu Ihre RAW-Bilder wie gewöhnlich mit dem RAW-Konverter Ihrer Wahl und speichern Sie Ihre Bilder als JPEG oder TIFF bevor Sie sie über die Stapelverarbeitung wie in diesem Tutorial beschrieben mit DxO FilmPack weiter bearbeiten.

 

Fotos: Christophe Gressin