DxO ViewPoint

Verzeichnungskorrektur mit DxO ViewPoint 2

In Zusammenarbeit mit Gilles Theophile

DxO ViewPoint 2 ist die neue Version der Software zur Korrektur von Volumendeformation und perspektivischen Verzerrungen. DxO ViewPoint 2 kann sowohl als eigenständiges Programm als auch als Plug-In für Adobe ®Photoshop®, Adobe® Photoshop® Elements® und Adobe® Lightroom®* verwendet werden. Die großen Neuerungen in DxO ViewPoint 2 sind die Verzeichnungskorrektur unter Zuhilfenahme der optischen DxO-Module, die 8-Punkte-Perspektivkorrektur sowie die Kompatibilität mit Apple® Aperture®. Dieses Tutorial widmet sich der sowohl der automatischen als auch der manuellen Verzeichnungskorrektur, die als Vorstufe für weitere Korrekturen dient, wie etwa Volumendeformation (früher „Volumenanamorphose“ genannt) und Perspektivkorrekturen, um qualitativ hochwertigste Ergebnisse zu erzielen. Zuvor, in Version 1, wurde zur Verzeichnungskorrektur mit externen Programmen geraten, was nun mit der neuen Version nicht mehr notwendig ist. DxO ViewPoint 2 kann auf sämtliche aktuell verfügbaren sowie zukünftigen optischen DxO-Module in DxO Optics Pro zugreifen.

* Im Benutzerhandbuch zu DxO ViewPoint 2 finden Sie eine vollständige Liste der externen Programme und deren kompatiblen Versionen.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen benötigen Sie:

• DxO ViewPoint 2.
• Bilder im JPEG- oder TIFF-Format.

1- Was ist optische Verzeichnung?

Allgemeine Bemerkungen zur Verzeichnung

Verzeichnung tritt bei allen Objektiven auf, je nach Qualität jedoch in unterschiedlicher Stärke. Selbstverständlich sind hochwertige Objektive prinzipiell besser korrigiert, da ihnen hochwertigere optische Formeln zu Grunde liegen.

Wie äußert sich Verzeichnung?

Man unterscheiden zwischen zwei Arten von Verzeichnung: der kissenförmigen und der tonnenförmigen Verzeichnung. Bei der kissenförmigen Verzeichnung werden besonders die Linien am Bildrand in Richtung Bildmitte gekrümmt, ganz wie bei einem Kissen, das man zusammendrückt.

Bei der tonnenförmigen Verzeichnungen biegen sich die Linien zum Bildrand hin, was an die Form einer Tonne erinnert.

Gewisse Objektive, wie beispielsweise Zoomobjektive, sind häufig von beiden Formen der Verzeichnung betroffen: dabei äußert sich die tonnenförmige Verzeichnung bei kurzen und die kissenförmige Verzeichnung bei langen Brennweiten.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Form der Verzeichnung, und zwar eine runde, wie sie bei Fisheye-Objektiven anzutreffen ist.

Verzeichnungskorrektur

Für makellose Bilder und die erfolgreiche Korrektur von Volumendeformation oder perspektivischen Verzerrungen ist es unumgänglich, die Verzeichnung mit Hilfe einer Software zu kompensieren. Genau das bietet DxO ViewPoint 2 mit seinen optischen DxO-Modulen, die mit ihren Algorithmen perfekt auf die bei der Bildaufnahme verwendete Kamera-Objektiv-Kombination abgestimmt sind.

2- Automatische Verzeichnungskorrektur eines Originalbilds

In diesem Kapitel beschäftigen wir uns mit der automatischen, auf optischen DxO-Modulen basierenden Verzeichnungskorrektur am Beispiel einer JPEG-Datei, die direkt aus der Kamera kommt.

Hinweis

Optische Korrekturwerkzeuge in Host-Anwendungen oder der Kamera müssen im Vorfeld deaktiviert werden, damit die automatische Verzeichnungskorrektur erfolgreich angewendet werden kann. Lassen Sie die Korrekturen außerhalb des Plug-Ins aktiviert, erfolgt eine doppelte Korrektur, die Qualität und Bildseitenverhältnis beeinträchtigen kann.

2.1 – Öffnen Sie das zu korrigierende Bild

Beim Öffnen der Software zeigt das Hauptfenster Beispielbilder an, die Ihnen einen Überblick über die möglichen perspektivischen Bildfehler und deren Korrekturmöglichkeiten geben.

Sie können auch Bilder von Ihrer Festplatte öffnen. Klicken Sie dazu auf «Andere Datei öffnen» unten rechts im Hauptfenster. Alternativ können Sie über das Menü Datei gehen und auf Öffnen klicken. Wählen Sie nun Ihr Bild aus.

Hinweis

Rufen Sie ViewPoint 2 aus Lightroom® heraus auf, genügt ein Rechtsklick auf das Bild und die anschließende Auswahl von Bearbeiten in und dann DxO ViewPoint 2.

2.2 – Installieren Sie das optische DxO-Modul

Um die automatische Verzeichnungskorrektur anzuwenden, laden Sie bitte das für Ihre bei der Bildaufnahme verwendete Kamera-Objektivkombination passende optische DxO-Modul herunter.

Sobald Ihr Bild in DxO ViewPoint geöffnet ist, öffnet sich in der Palette Verzeichnung ein Nachrichtenfeld, das Sie darüber informiert dass ein DxO-Modul zum Download bereit steht.

Eine Dialogbox ermöglicht zunächst die Bestätigung, anschließend den Download und die Installation des jeweiligen DxO-Moduls durch einen Klick auf OK.

In bestimmten Fällen kann es vorkommen dass mehrere DxO-Module zum Download vorgeschlagen werden. Wählen Sie dann das Modul, das zu Ihrem zum Aufnahmezeitpunkt verwendeten Equipment passt.

Sobald der Download beendet ist, erfolgt die Installation automatisch. Die Inbetriebnahme des optischen DxO-Moduls erfordert keinen Neustart Ihres Rechners.

Hinweis

Sollte kein optisches DxO-Modul verfügbar sein, kann die automatische Korrektur nicht vorgenommen werden und Sie sind in diesem Fall auf die manuelle Korrektur angewiesen (genauere Informationen dazu im Kapitel „Manuelle Verzeichnungskorrektur“).

2.3 – Anwendung der Korrektur

Die Korrektur wird sofort angewendet und in der Palette Verzeichnung werden Kamera und verwendetes Objektiv angegeben.

Über den Schieberegler Intensität, der standardmäßig auf 100 steht, können Sie Feineinstellungen an der Korrektur vornehmen.

Auch der Bildbeschnitt erfolgt automatisch, aber den Zuschnitt können Sie ebenfalls manuell beeinflussen.

2.4 – Korrektur speichern

Ist das Bild korrigiert, so können Sie es durch einen Klick auf das Icon  oder über das Menü Datei, Speichern unter speichern.

In der Dialogbox geben Sie den Namen der korrigierten Datei ein, wählen den gewünschten Speicherort und klicken zur Bestätigung auf OK.

Hinweis

Verwenden Sie DxO ViewPoint 2 als Plug-In, klicken Sie auf Speichern unten rechts im Fenster. DxO ViewPoint 2 schließt sich daraufhin und das korrigierte Bild wird automatisch an die Host-Anwendung übergeben.

3- Automatische Verzeichnungskorrektur eines zuvor veränderten Bildes

Wurde das Bild, das Sie bearbeiten möchten, bereits in einer Drittsoftware verändert, kommt es vor dass gewisse Informationen in den EXIF-Daten unterdrückt sind. DxO ViewPoint hat daher keine Möglichkeit alle notwendigen Aufnahmeparameter zu bestimmen und das richtige optische Modul für die Korrektur vorzuschlagen.

In diesem Fall erscheint eine Nachricht, die Sie auffordert das Originalbild zu öffnen (als JPEG oder RAW) damit DxO ViewPoint die notwendigen EXIF-Daten auslesen kann.

Durchsuchen Sie Ihre Festplatte und öffnen Sie das Originalbild.

Hinweis

DxO ViewPoint 2 verändert das Originalbild nicht, sondern liest ausschließlich die EXIF-Daten aus.

DxO ViewPoint kann daraufhin sofort eine vollständige automatische Korrektur der Verzeichnung vornehmen.

Folgen Sie nun den Schritten des vorherigen Kapitels um eine automatische Verzeichnungskorrektur vorzunehmen und das korrigierte Bild zu speichern.

4- Manuelle Verzeichnungskorrektur

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der manuellen Verzeichnungskorrektur, die Sie anwenden wenn für das bei der Bildaufnahme verwendete Kameraequipment kein DxO-Modul zur Verfügung steht.

4.1 – Öffnen Sie das Bild

Gehen Sie genau wie im vorherigen Kapitel vor um Ihr Bild zu öffnen (Schritt 1).

4.2 – Wenden Sie die manuelle Korrektur an

Klicken Sie in der Palette Verzeichnung auf den Button Manuell (rechts).

Es erscheinen drei Buttons, von denen jeder die Korrektur einer anderen Verzeichnung erlaubt:

 Tonnenförmig: Korrektur tonnenförmiger Verzeichnungen.
 Kissenförmig: Korrektur kissenförmiger Verzeichnungen.
 Fisheye: Kompensation kreisförmiger Verzeichnung für Fisheye-Objektive.

Der Schieberegler Intensität, der standardmäßig auf 50 eingestellt ist, ermöglicht die manuelle Korrektur (verschieben Sie den Schieberegler nach rechts, so verstärken Sie die Korrektur, verschieben Sie ihn nach links, verringern Sie die Stärke der Korrektur).

Tipp

Verwenden Sie das Gitteroverlay und zoomen Sie in das Bild hinein damit Sie Ihre manuellen Korrekturen mit höchster Präzision vornehmen können.

Hinweis

Bei der manuellen Korrektur zeigt DxO ViewPoint standardmäßig den Rahmen des Bildbeschnitts an. Dieser orientiert sich an der vorgenommenen Korrektur und zeigt außerhalb des Rahmens graue Bereiche an, die durch den Bildbeschnitt verloren gehen werden. Selbstverständlich können Sie den Bildbeschnitt beliebig anpassen.

4.3 – Speichern Sie die Korrektur

Zum Speichern Ihres Bildes verfahren Sie bitte genau wie bei der automatischen Korrektur (Schritt 4).

Fotos: Olivier Lambolez