DxO PhotoLab

Why shoot in RAW format ?

In Zusammenarbeit mit Christophe Gressin

In diesem Tutorium werden wir Ihnen die Vorzüge von Aufnahmen im RAW-Format aufzeigen. Wir werden Ihnen erklären, worum es sich beim RAW-Format handelt und welche Vorteile die Verarbeitung dieses Formats bietet.

Um diesem Tutorium zu folgen, benötigen Sie:

  • DxO OpticsPro 10 Essential oder Elite Edition
  • Fotos vorzugsweise im RAW-Format + JPEG

1- Die grundsätzlichen Unterschiede zwischen RAW und JPEG

Das RAW-Format

Um die Bedeutung des RAWs zu verstehen, werden wir uns die Funktionsweise einer Kamera genauer anschauen und sehen, wie die Kamera das empfangene Helligkeitssignal in ein Bild umsetzt.

Alle Kameras speichern die Informationen des Sensors im einem sogenannten „RAW“-Format (englisch für „roh“). Diese Informationen stammen aus der Transformation des Lichtsignals, das durch das Objektiv gelangt, in digitale Daten, die die Kamera verwendet, um die Farben eines Bildes zu rekonstruieren.

Damit die Kamera Farbinformationen aufnehmen kann, sind auf dem Sensor farbige Filter angebracht. Jedes lichtempfindliche Pixel des Sensors speichert durch die Filter eine Farbe (Rot, Grün oder Blau). Deren Anordnung wird als Bayermatrix (siehe Illustration unten) bezeichnet.

Vereinfachend gesagt sind drei Schritte notwendig, um aus den Informationen des Sensors ein Bild zu erstellen:

  • Das „Demosaicing“, das heißt aus den Informationen, die jedes Pixel empfangen hat, wird die Farbinformation rekonstruiert.
  • Die Konvertierung der Informationen, die der Sensor eingefangen hat, in Referenzfarben. Das setzt eine Kalibration voraus, wie der Sensor Farben empfindet.
  • Anwendung eines Farbrenderings (Farbwiedergabe), die der Konstrukteur wählt und jede Kamera charakterisiert.

Diese Schritte entsprechen dem Einwickeln eines Films in der Analogfotografie. Jedes Programm hat seine eigenen Algorithmen um die Bilder zu entwickeln und ergeben entsprechend viele unterschiedliche Ergebnisse.

Das JPEG-Format

Das JPEG-Format ist das am meisten verbreitete Format um Fotos zu sichern und wird von allen Kameras angeboten. Die Datei ist aus den Verarbeitungsschritten, die oben erwähnt wurden, erstanden. Daran schließt sich noch eine Komprimierungsphase an.

Bei einer Digitalkamera ist das Speichern des Bildes der letzte Schritt einer Aufnahme. Wenn Sie sich entscheiden, Ihre Bilder im RAW-Format zu sichern, speichert die Kamera nur das Endergebnis. Die RAW-Daten werden dennoch von der Kamera entsprechend der Hersteller spezifischen Algorithmen verarbeitet, aber nicht gespeichert.

Anmerkung

Wenn Sie wählen, Ihre Bilder im RAW-Format zu sichern, wird automatisch auch eine JPEG-Datei gesichert und in die RAW-Datei eingebettet. Sie wird mit dem selben Algorithmus erstellt, als ob Sie JPEGs wählen würden und wird verwendet, um das Bild auf dem Display Ihrer Kamera anzuzeigen. Die meisten Viewer nutzen diese JPEG-Datei um ein Miniaturbild der RAW-Datei anzuzeigen.

Daher finden Sie von einer Software zur anderen Unterschiede, aber auch zwischen der anfänglichen und finalen Darstellung des Bildes in Ihrer Software. Wenn Sie z.B. in Ihrer Kamera den Modus „Schwarz-Weiß“ wählen, werden Ihre Bilder auf dem Display der Kamera in Schwarz-Weiß angezeigt, aber in DxO OpticsPro öffnen Sie in Farbe.

In der Tat geben die Kamerahersteller keine Informationen oder Algorithmen heraus, mit denen die RAW-Daten zu konvertieren sind, insbesondere keine Informationen über die entsprechenden Farbeinstellungen Ihrer Kamera. Editoren wie DxO haben ihre eigenen Algorithmen entwickelt, um beste Ergebnisse zu erzielen.

Ist diese Vielfalt an Interpretationen ein Nachteil im Vergleich zum Speichern in JPEG ? Im Gegensatz, das macht den Reichtum des RAW-Formats aus, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden.

Warum das RAW-Format wählen ?

Wenn Sie mit einem RAW-Konverter arbeiten, insbesondere mit DxO OpticsPro bekommen Sie effiziente Algorithmen, die das Potential der RAW-Daten voll ausschöpfen können.

Zudem wird die Performance dieser Algorithmen dank der Fortschritte in der Forschung und der ständig zunehmenden Leistungsfähigkeit von Computern, mit jeder neuen Softwareversion besser. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre RAW-Daten aufbewahren: Morgen werden die Algorithmen indes in der Lage sein, noch mehr Details extrahieren zu können, die heute noch nicht zugänglich sind.

Im Gegensatz dazu: Wenn Sie direkt JPEG-Dateien erzeugen, werden die Bearbeitung sowie die Komprimierung dauerhaft die Informationen zerstören, wie das Bild entstanden ist. Damit gibt es weniger Spielraum einzugreifen und eventuelle (Abbildungs-)Fehler zu korrigieren.

In DxO Optics Pro sind bestimmte Korrekturen nur für RAWs verfügbar oder feiner definierbar als für JPEGs – da bei letzterem weniger Informationen zur Verfügung stehen, sind manche Funktionen zwangsläufig weniger effektiv.

Anmerkung

Alle Kameras, egal ob es sich um eine DSLR handelt, eine Kompakte, oder ein Smartphone, erzeugen intern die notwendigen Informationen, um eine RAW-Datei zu erstellen, aber ein Großteil geben ausschließlich Zugang zum finalen JPEG. Lediglich High-End Kompaktkameras, spiegellose Systemkameras und DSLRs erlauben, RAWs zu speichern.

2- RAW und JPEG Dateien mit DxO OpticsPro 10 korrigieren

Die meisten der Kameras, die RAWs ausgeben, verfügen über einen Modus „RAW+JPEG“, womit sowohl eine RAW-Datei, als auch ein JPEG gleichzeitig erzeugt werden. Das ermöglicht ein Bild, das direkt verwertbar ist und zusätzlich auch eine Datei, die sich besser für die Bildbearbeitung eignet.

Wir werden Ihnen Korrekturbeispiele zeigen, die auf eine RAW-Datei und ein JPEG angewendet werden.

Anmerkung

Bei jedem Beispiel haben wir zuerst das Preset „Keine Korrektur“ verwendet, um von der „rohesten“ möglichen Wiedergabe ausgehend die Bedeutung der jeweiligen Korrektur separat zeigen zu können. Im tatsächlichen Gebrauch empfehlen wir, dass Sie praktischerweise von dem Standardpreset aus starten.

2.1 – Belichtung

In den Spitzlichtern und Schatten können mit der RAW-Datei Details hervorgeholt werden, die bei einer JPEG-Datei schonungslos verloren wären.

Nehmen wir ein Bild mit überbelichtetem Himmel und versuchen wir, die Spitzlichter wieder herzustellen. Dazu werden wir den Schieberegler Spitzlichter in der Palette Selektive Tonwerte verwenden und auf -100 setzen. So werden wir die Spitzlichter abdunkeln und Zeichnung aus dem Himmel herausarbeiten. Bei der JPEG-Datei merken wir, dass das Wiederherstellen sehr begrenzt ist: Nur ein ganz kleiner Bereich der überbelichteten Wolken wird ausgeglichen. Bei der RAW-Datei hingegen ist praktisch der ganze Himmel richtig belichtet.

OHNE KORREKTUR

JPEG

RAW

Um die Tiefen wiederherzustellen, werden wir ein anderes Bild verwenden und die Tonwertkurve ändern.

Wir wählen diese Korrektur, weil sie sowohl auf einem RAW als auch auf einem JPEG exakt gleich arbeitet, anders als z.B. Smart Lighting, welches die Intensität der Korrekturen in Abhängigkeit von den Informationen, die in der Originaldatei zur Verfügung stehen anwendet.

Hier kann man ganz klar den Qualitätsunterschied in den Bereichen sehen, die geöffnet wurden: Die RAW-Datei liefert ein Bild mit weniger Rauschen, besserer Schärfe und Farben.

OHNE KORREKTUR

JPEG

RAW

2.2 – Weißabgleich

Bei einer RAW-Datei können Sie den Weißabgleich exakt einstellen, als ob es sich um eine Kameraeinstellung handelt. (Tageslicht, Bewölkt, Kunstlicht, etc.). Bei einem JPEG Bild können Sie nur die Temperatur des Bildes ganz allgemein und bei einer viel schlechteren Qualität ändern.

Hier ein Bild, bei dem wir das Werkzeug der Pipette nutzen werden , um den Weißabgleich anzupassen: Nach der Korrektur bleibt das Bild in RAW natürlich. Das JPEG hingegen verliert seine ganze Atmosphäre und bekommt fadere Farben.

OHNE KORREKTUR

JPEG

RAW

Anmerkung

In RAW kann man mit dem Regler Farbton den Weißabgleich noch feiner abstimmen.

2.3 – Rauschminderung

Auch die Rauschminderung ist in RAW sehr viel effizienter als in JPEG, dank zahlreicher Informationen, die in der Originaldatei enthalten sind sowie der Leistungsfähigkeit von DxO OpticsPro.

Mit DxO OpticsPro 10 und PRIME erzielen Sie sogar eine unerreichte Bildqualität bei RAW-Bildern, die mit hohen ISO-Werten aufgenommen wurden. Diese Technologie ermöglicht eine deutliche Rauschminderung bei gleichzeitiger Erhaltung von Details und Texturen im Bild. Der Export Ihres korrigierten Bilds nimmt mehr Zeit in Anspruch, damit DxO Optics Pro genügend Zeit hat den Inhalt Ihres Bildes gründlich zu analysieren.

Es stehen Ihnen also zwei Korrekturen zur Rauschminderung zur Verfügung: die schnelle Korrektur der Rauschminderung wählen Sie über die Qualität «HQ», die etwas länger dauernde Korrektur mit deutlich besseren Ergebnissen wählen Sie über den «PRIME» Modus.

Hinweis

Die PRIME Technologie ist nur für Bilder im RAW-Format verfügbar. Sie können sich unser Tutorial zur revolutionären Rauschunterdrückungstechnologie hier ansehen

Hier ein Vergleich der Rauschminderung für ein Foto, das mit ISO 6400 aufgenommen wurde. Wir stellen fast, dass das Ergebnis aus der RAW-Datei besser ist und feinere Details aufweist. Entscheiden Sie sich für den Einsatz der PRIME Technologie, wird der Unterschied noch signifikanter.

OHNE KORREKTUR

Die Bilder unten zeigen einen Ausschnitt bei 100% Größe des Fotos:

JPEG – vor der Korrektur

JPEG – nach der Korrektur

RAW – vor der Korrektur

RAW – nach der Korrektur

Fotos: Arnaud Pincemin