DxO PhotoLab

DxO PhotoLab- und Adobe Lightroom-Workflow

In Zusammenarbeit mit Gilles Theophile

Für dieses Tutorial benötigen Sie:

  • DxO PhotoLab (Version 1.0 oder höher): Kostenlose Testversion: Herunterladen
  • Adobe Photoshop Lightroom (Version 3 oder höher)

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Einige Grundlagen

Nicht-destruktiver Workflow

Sowohl DxO PhotoLab als auch Lightroom verwenden einen nicht-destruktiven Workflow für Demosaicing, Entwicklung und Verarbeitung von RAW-Dateien. (Ihre Korrekturen, die als Anweisungen gespeichert werden, sind vollständig reversibel und die Originale werden nie verändert, daher nennt man dies einen nicht-destruktiven Workflow.)

Jedes dieser Programme basiert jedoch auf seinem eigenen Modul für das Demosaicing und die Verarbeitung von RAW-Dateien und diese Module sind nicht kompatibel. Daher entspricht das Rendering einer RAW-Datei in DxO PhotoLab nicht dem Rendering in Lightroom und umgekehrt. Dasselbe gilt für Korrekturen.

Konkret bedeutet das: Wenn Sie beispielsweise den blauen Himmel in DxO PhotoLab verändern und Sie diese RAW-Datei dann in Lightroom öffnen, sehen Sie die Korrektur nicht. Ebenso verhält es sich, wenn Sie eine Schwarzweiß-Konvertierung in Lightroom vornehmen und die RAW-Datei in DxO PhotoLab öffnen. Das Bild wird Ihnen dann nicht in Schwarzweiß, sondern in seinen Originalfarben angezeigt.

Der DxO PhotoLab- und Lightroom-Workflow

Wie lassen sich zwei Anwendungen kombinieren, um eine möglichst hohe Produktivität zu erzielen? Zunächst müssen wir die genaue Rolle jeder Anwendung bestimmen:

  • DxO PhotoLab: Globale und lokale Verarbeitung sowie Korrektur von RAW-Dateien.
  • Lightroom: Verwaltung von Bildern und Metadaten (Katalogisierung).

Hier wird deutlich, dass die beiden Softwareprogramme einen unterschiedlichen Ansatz und verschiedene Rollen haben. DxO PhotoLab konzentriert sich auf Bildverarbeitung und Lightroom wird für die Schritte davor und danach verwendet. Dieser Workflow eignet sich besonders für Fotografen, die ihre Bilder mit Lightroom verwalten, aber gerne gelegentlich oder immer die Bildverarbeitungsfunktionen von DxO PhotoLab anstelle des Entwicklungsmoduls von Lightroom verwenden möchten.

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Übertragen einer RAW-Datei von Lightroom zu DxO PhotoLab

Lightroom selbst bietet nicht die Möglichkeit, eine RAW-Datei an einen externen Editor, einschließlich PhotoShop, zu übertragen. Daher müssen Sie zunächst eine TIFF-, JPEG-, oder PSD-Datei erstellen. Mit der Installation des DxO PhotoLab-Plug-ins können Sie diese Einschränkung jedoch umgehen.

Vorbereiten der RAW-Datei

Mit Lightroom können Sie Ihre Bilder importieren, sortieren und katalogisieren. Sie können auch die Metadaten bearbeiten – Schlüsselwörter eingeben, IPTC-Felder (Beschreibung des Bildinhalts), eine Bewertung oder eine farbliche Kennzeichnung zuweisen.

Es ist jedoch nicht nötig, in dieser Phase Korrekturen vorzunehmen, denn sie werden nicht sichtbar sein, wenn Sie die Datei in DxO PhotoLab öffnen.

Übertragen einer RAW-Datei

Das Übertragen einer RAW-Datei von Lightroom in DxO PhotoLab ist ganz einfach:

  1. Wählen Sie in Lightroom eine oder mehrere zu übertragende RAW-Dateien im Filmstreifen oder im Raster aus.
  2. Rufen Sie das Menü Datei auf und wählen Sie Plug-in Extras > Übertragen zu DxO PhotoLab.

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Öffnen und Verarbeiten einer RAW-Datei in DxO PhotoLab

Wenn Sie eine RAW-Datei zu DxO PhotoLab übertragen, werden keine Korrekturen aus Lightroom angezeigt, sondern nur die grundsätzlichen Korrekturen, die durch die standardmäßige automatische Anpassung des optischen Moduls von DxO vorgenommen wurden, in Verbindung mit der Kamera-Objektiv-Kombination, mit der Sie das Bild aufgenommen haben.

Öffnen der RAW-Datei in DxO PhotoLab

Folgendes passiert beim Öffnen der RAW-Datei aus Lightroom in DxO PhotoLab:

  • DxO PhotoLab zeigt das Bild auf der Registerkarte Bearbeiten an. Wenn Sie mehrere Bilder übertragen, wird das erste im Viewer angezeigt, die anderen können über den Bild-Browser aufgerufen werden.
  • Die Schaltfläche Export zu Lightroom wird automatisch unten rechts in der Toolbar des Bild-Browsers angezeigt.

Auf der Registerkarte „Fotothek“ wird automatisch ein Projekt namens Lightroom 1 (dann Lightroom 2, 3 usw.) erstellt, das die übertragenen Bilder enthält.

Verarbeiten der RAW-Datei in DxO PhotoLab

Korrigieren Sie Ihre Bilder wie gewohnt in DxO PhotoLab, ohne Einschränkungen. Verwenden Sie auch Ihre lokalen Einstellungen oder Tools in DxO FilmPack und DxO ViewPoint, falls Sie diese installiert haben.

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Exportieren in Lightroom

Nachdem Sie Ihr Bild in DxO PhotoLab bearbeitet haben, senden Sie es im nächsten Schritt zurück an Lightroom. Da Ihre Änderungen an den RAW-Dateien in DxO PhotoLab weder mit Lightroom kompatibel noch darin sichtbar sind, müssen Sie den reinen RAW-Workflow verlassen und Ihr Bild in ein anderes Format exportieren:

  • TIFF: Mit diesem universell verwendeten Format können Sie zusätzliche Korrekturen vornehmen, insbesondere in externen Editoren wie Photoshop oder ähnlichen Programmen, während Sie gleichzeitig das Maximum an Qualität erhalten.
  • JPEG: Vorteil dieses Formats sind eine geringere Dateigröße und höhere Vielseitigkeit. Dieses Format sollten Sie wählen, wenn Sie das Bild sofort verwenden möchten (beispielsweise zur Freigabe, Veröffentlichung usw.).
  • DNG: Hierbei handelt es sich um ein lineares, weniger universelles workfloworientiertes Format für Adobe-Lösungen, das sich ebenso wie TIFF zur weiteren Bearbeitung und für Korrekturen eignet.
  • Exportieren der ausgewählten Datei ohne Verarbeitung: Gibt die Originaldatei an Lightroom zurück, ohne Änderungen oder Korrekturen, die in DxO PhotoLab vorgenommen wurden, anzuwenden.

Hinweis

Achtung: Das Rendering von linearen DNG-Dateien in DxO PhotoLab weicht leicht vom Rendering von TIFF-Dateien ab.
Exportieren zu Lightroom:

1. Wählen Sie die Datei oder Dateien aus, die Sie gerade in DxO PhotoLab verarbeitet haben.

2. Klicken Sie rechts in der Werkzeugleiste im Bild-Browser auf Export zu Lightroom.

3. Wählen Sie im daraufhin angezeigten Dialogfeld das Ausgabeformat sowie alle damit verbundenen Optionen (Komprimierung, Tiefe, ICC-Profil usw.).

4. Klicken Sie auf Export.

Hinweis

Wählen Sie für einen zusammenhängenden Fluss aus Sicht der Bilddarstellung im TIFF-Format das ICC-Profil „Original“ und für einen optimalen Qualitätsfluss eine Tiefe von 16 Bit.

Wenn Sie beim JPEG-Format eine sofortige Verwendung in Betracht ziehen – beispielsweise Veröffentlichung im Web oder Tintenstrahl- oder Labordruck, wählen Sie das ICC-Profil sRGB.

Das lineare DNG-Format bietet keine Optionen für Tiefe oder ICC-Profile.

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Zurückgeben eines in DxO PhotoLab verarbeiteten Bildes in Lightroom

Beim Zurückgeben einer Datei an Lightroom werden automatisch mehrere Aktionen generiert:

  • Bei der ersten Verwendung erstellt Lightroom einen Satz an Sammlungen, genannt „DxO PhotoLab“ oder „DxO PhotoLab 2“.
  • Jedes Mal, wenn Sie eine oder mehrere Dateien zurückgeben, erstellt Lightroom eine Sammlung innerhalb dieses Satzes, gekennzeichnet mit Datum und Uhrzeit der Übertragung sowie dem Namen.
  • Sobald das Bild an Lightroom zurückgegeben wird, wird es im Vordergrund zurückgegeben, und nach wenigen Sekunden zeigt das Programm das Bild oder die Bilder von DxO PhotoLab an.
  • Lightroom erstellt einen Stapel mit dem Originalbild (zum Anzeigen führen Sie einen Rechtsklick auf das Bild aus und wählen dann im Kontextmenü Bibliothekordner anzeigen).

Beachten Sie, dass DxO PhotoLab automatisch alle ursprünglichen Metadaten an die Dateien überträgt, die in Lightroom vorbereitet und bearbeitet wurden. Zu diesen Metadaten zählen Bewertungen, Farbkennzeichnungen, die in die IPTC-Felder eingegebenen Informationen (z. B. Titel und Legende) sowie alle Schlüsselwörter.

Hinweis

Für Metadaten, die in die exportierten Dateien übertragen werden sollen, müssen neben der ursprünglichen RAW-Datei XMP-Anhangdateien vorliegen, da DxO PhotoLab diese Daten nicht im Lightroom-Katalog erfassen kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Dateien zu erstellen:

  • Durch das Aktivieren des automatischen Schreibens von XMP-Dateien in Lightroom (Katalogeinstellungen > Metadaten).
  • Durch das Auswählen der Dateien in Lightroom und das Speichern der Metadaten über das Tastenkürzel Strg+S (PC) oder Cmd+S (Mac).

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Weitere Möglichkeiten: Bearbeiten von Korrekturen nach der Rückgabe an Lightroom

Wenn Sie nach dem Export in Lightroom Änderungen vornehmen oder mit bereits in DxO PhotoLab vorgenommenen Korrekturen an der RAW-Datei fortfahren möchten, wiederholen Sie einfach denselben Transfer- und Korrekturprozess (Schritte 2 und 3), gefolgt vom Exportieren in und Zurückgeben an Lightroom (Schritte 4 und 5).

  1. Wählen Sie das Originalbild in Lightroom aus.
  2. Rufen Sie das Menü Datei auf und wählen Sie Plug-in Extras > Übertragen zu DxO PhotoLab.
  3. Ändern Sie die Korrekturen in DxO PhotoLab nach Ihren Wünschen (die zuvor vorgenommenen Korrekturen wurden natürlich gespeichert).
  4. Klicken Sie auf Export zu Lightroom.
  5. Im Dialogfeld werden Sie gefragt, ob Sie die vorhandene Datei überschreiben oder einen neuen Namen verwenden möchten. Wählen Sie Überschreiben, um die vorherige Version zu ersetzen, oder wählen Sie Eindeutigen Namen verwenden, um eine neue Version zu erstellen, die in den Stapel der vorherigen und der Originalversion eingefügt wird.
  6. Die Datei wird in Lightroom geöffnet und es werden die neuesten Änderungen angezeigt, die Sie in DxO PhotoLab vorgenommen haben.