DxO PhotoLab

Workflow-Optimierung mit Dxo OpticsPro 10 und Adobe Lightroom

In Zusammenarbeit mit Gilles Theophile

Dieses Tutorial beschreibt den Workflow mit Dxo OpticsPro und Adobe Photoshop Lightroom im Detail und geht dabei auch darauf ein wie einfach die Extraktion von RAW-Bildern aus dem Lightroom-Katalog heraus ist und wie ein Export nach erfolgter Bildbearbeitung in einem non-destruktiven Workflow funktioniert.

Als Voraussetzung für einen einfachen Workflow ist Dxo OpticsPro 10 auch als PlugIn für Lightroom verfügbar und wartet mit einer neuen Funktion auf, dem „Export zu Lightroom“. Das PlugIn ermöglicht den direkten Transfer Ihrer RAW-Dateien von Lightroom zu Dxo OpticsPro in einem separaten Projekt. Ab Version 10 von Dxo OpticsPro funktioniert dieser Workflow auch mit ins DNG-Format konvertierten RAW-Dateien (unter der Bedingung dass die Original RAW-Datei selbst auch von Dxo OpticsPro verarbeitet wird).

Die «Export zu Lightroom» Funktion erlaubt die automatische Rückgabe der bearbeiteten Dateien in den Katalog, die dann neben den Originaldateien unter Beibehaltung der Metadaten gespeichert werden.

So können Fotografen, die Ihre Bilder in Lightroom verwalten möchten, mit Hilfe dieses Workflows Dxo OpticsPro im Modul Bearbeiten verwenden und so das Beste der DxO Labs Technologie wie die RAW-Konvertierung, Korrekturautomatismen, optische Korrekturen, die Rauschminderung DxO PRIME, die Tonalitätskorrektur DxO Smart Lighting und viele andere Aspekte für sich nutzen.

Hinweis

Das externe Transfermodul für Dateien von Lightroom nach Dxo OpticsPro wird bei Windows standardmäßig gleichzeitig mit Dxo OpticsPro installiert, auf dem Mac geschieht dies beim ersten Programmstart.

Um dieses Tutorial nachzuvollziehen, benötigen Sie:

  • Dxo OpticsPro 9.5 oder höher
  • Adobe Photoshop Lightroom (Version 3 oder höher)

1- Einige Grundprinzipien

Ein nicht-destruktiver Workflow

Sowohl Dxo OpticsPro als auch Lightroom sind Programme zum Demosaiken, Entwickeln und Bearbeiten von RAW-Dateien in nicht-destruktiver Form, da die nach den jeweiligen Korrekturen gespeicherten Daten reversibel sind und die Originaldateien stets unverändert bleiben. Dies nennt man einen nicht-destruktiven Workflow.

DxO OpticsPro 10 und Lightroom.

Beide Programme verfügen über ihren eigene Demosaiking-Technologie und RAW-Konvertierungsmethode und sind nicht kompatibel. Es ist in der Tat so, dass eine RAW-Datei in Dxo OpticsPro nicht dieselbe ist wie in Lightroom oder umgekehrt. Dasselbe gilt für die Korrekturen. Konkret bedeutet dies, dass, wenn Sie zum Beispiel das Blau des Himmels in Dxo OpticsPro ändern, Sie diese Änderung in Lightroom nicht sehen werden wenn Sie dieselbe RAW-Datei öffnen. Genauso verhält es sich, wenn Sie eine Schwarz-Weiß-Konvertierung in Lightroom vornehmen und dieses RAW-Datei dann in Dxo OpticsPro öffnen: Sie sehen ausschließlich die Ursprungsfarben.

Standardwiedergabe von DxO OpticsPro

Standardwiedergabe von Lightroom

Der Workflow mit DxO OpticsPro und Lightroom

Wie lässt man nun diese beiden Programme zusammenarbeiten damit sie möglichst produktiv sind? Je nach Anforderungen sind verschiedene Herangehensweisen möglich, aber wir konzentrieren uns auf einen empfohlenen Workflow, in dem wir den beiden Softwareprogrammen folgende Rollen zuordnen:

  • DxO OpticsPro: Korrektur und Bearbeitung der RAW-Bilder
  • Lightroom: Verwaltung der Bilder und Metadaten (Katalogisierung), Sortierung, Veröffentlichung der Bilder (Präsentationen, Web-Galerien, Fotobücher) und Druck

Wir sehen dass die beiden Programme sich einer bestimmten Rolle annehmen. Dxo OpticsPro konzentriert sich auf die Bildbearbeitung, Lightroom übernimmt alle Aufgaben, die vor und nach der Bearbeitung anfallen. Dieser Workflow ist vor allem für die folgenden Anwendungsfälle gedacht:

  • Der Fotograf verwaltet seine Bilder in Lightroom, möchte aber hin und wieder oder sogar ständig die Qualität der Bildbearbeitung des Moduls Bearbeiten in DxO OpticsPro nutzen.
  • Der Fotograf arbeitet vorwiegend mit DxO OpticsPro, möchte aber auch seine Bilder verwalten.
  • In beiden Fällen kann man auch über eine Aufteilung der Bildbearbeitung auf die beiden Programme nachdenken: z.B. werden grundlegende Korrekturen in DxO OpticsPro, lokale Retuschearbeiten in Lightroom vorgenommen.

2- Transfer einer RAW-Datei von Lightroom nach DxO OpticsPro

Vom Ursprung her sieht es Lightroom nicht vor RAW-Dateien in ein externes Programm zu übergeben – auch nicht an Photoshop. Man wird gezwungen, eine TIFF, JPEG oder PSD Datei zu erstellen. Nichtsdestotrotz kann diese Einschränkung durch das von DxO Optics Pro 9.5 installierte Modul umgangen werden.

Hinweis

Ab Version 10 bietet Dxo OpticsPro die Verarbeitung von mit Lightroom oder Adobe DNG Konverter konvertierten DNG-Dateien und ermöglicht so einen noch effizienteren Workflow.

Vorbereitung der RAW-Datei

Lightroom erlaubt den Import, die Sortierung und Katalogisierung Ihrer Bilder. Sie können auch die Metadaten bearbeiten: Schlagwörter vergeben, IPTC-Daten verwalten, Bewertungen vergeben oder farbliche Kodierungen vornehmen.

Transfer der RAW-Datei

Der Transfer einer RAW-Datei von Lightroom nach DxO OpticsPro ist sehr einfach :

  • Wählen Sie in Lighroom im Festen Film oder im Gitter die Datei(en), die Sie transferieren möchten.
  • Gehen Sie ins Menü Datei > Zusatzmoduloptionen > zu DxO OpticsPro 10 transferieren. 

Auswahl einer Datei in Lightroom.

Lightroom Datei > Zusatzmoduloptionen > zu DxO OpticsPro 10 transferieren.

3- Öffnen und Bearbeiten einer RAW-Datei in DxO OpticsPro

Ist Ihre RAW-Datei an DxO OpticsPro übergeben, sehen Sie nicht die Lightroom-Korrekturen sondern ausschließlich die Basiskorrekturen, die standardmäßig über die Autokorrektur DxO Standard und die optischen Module vorgenommen werden.

Öffnen einer RAW-Datei in DxO OpticsPro

Sobald sich die aus Lightroom stammende RAW-Datei in DxO OpticsPro öffnet, spielt sich folgendes ab:

  • DxO OpticsPro zeigt das Bild (oder die Bilder) im Register Bearbeiten an.
  • Der Modus Export zu Lightroom wird automatisch unten rechts in der Werkzeugleiste des Dateiexplorers angezeigt
  • Im Register Organisieren wird automatisch ein Projekt namens Lightroom 1 (anschließend dann Lightroom 2, 3, etc.) mit dem bzw. den transferierten Bild(ern) erstellt.

Ein im Register Bearbeiten geöffnetes Bild

Automatische Anzeige des Buttons Export zu Lightroom

Automatisch erstellte Projekte mit aus Lightroom stammenden Bildern

Bearbeitung einer RAW-Datei in DxO OpticsPro

Korrigieren Sie Ihre Bilder in DxO OpticsPro wie Sie es immer tun. Es gibt diesbezüglich keine Einschränkungen – auch die exklusiven Werkzeuge wie die optischen Korrekturen, die Korrektur der Tonung mit DxO Smart Lighting, Rauschminderung mit DxO PRIME oder auch die künstlerische Retusche – sofern Sie DxO FilmPack besitzen – können angewendet werden.

Möchten Sie mehr über die zahlreichen Korrekturen für die RAW-Bearbeitung in DxO OpticsPro erfahren, lesen Sie doch unsere Tutorials «Erste Schritte mit DxO OpticsPro 10» und «Erste Schritte als fortgeschrittener Anwender von DxO OpticsPro».

4- Export zu Lightroom

Nach erfolgter Bildkorrektur in DxO OpticsPro, ist es an der Zeit, die Bilder wieder an Lightroom zurück zu übergeben. Da die an den RAW-Dateien vorgenommenen Korrekturen weder kompatibel noch sichtbar sind, müssen Sie sie in einem anderen Format exportieren:

  • DNG: Es handelt sich hierbei um ein lineares DNG, das sich sehr gut zur Retusche und für zusätzliche Korrekturen eignet. In Lightroom ermöglicht es die Fortsetzung des Workflows in hoher Qualität.
  • TIFF: Eignet sich ebenfalls für weitere Korrekturen, egal ob in Lightroom oder in anderen Bildbearbeitungsprogrammen und erhält dabei maximale Qualität.
  • JPEG: hat den Vorteil der Einfachheit und Universalität, aber möchten Sie weiterhin mit hoher Bildqualität arbeiten, sollten Sie das DNG oder TIFF Format bevorzugen.

Hinweis

Entscheiden Sie sich für den Export im DNG-Format, werden Sie sehr wahrscheinlich einen Unterschied in der Farbwiedergabe zwischen DxO OpticsPro und Lightroom erkennen. Außerdem:

  • Möchten Sie an Licht und Farbe in DxO OpticsPro arbeiten, empfehlen wir Ihnen den Export im TIFF-Format um Überraschungen bei der Farbwiedergabe zu vermeiden.
  • Bevorzugen Sie diese Art der Korrektur in Adobe Lightroom vorzunehmen und DxO OpticsPro nur für die geometrischen Korrekturen zu verwenden, erweist Ihnen das DNG-Format den besseren Dienst.

Ein Export zu Lightroom läuft wie folgt ab:

  • Wählen Sie die Datei(en), die Sie gerade in DxO OpticsPro bearbeitet haben.
  • Klicken Sie auf Export zu Lightroom unten rechts in der Werkzeugleiste des Dateiexplorers.
  • Im sich öffnenden Dialogfenster wählen Sie dann das Ausgabeformat sowie die damit einhergehenden Details (Komprimierung, Farbtiefe, ICC-Profil etc.)
  • Klicken Sie auf Export.

Auswahl der zu Lightroom zu exportierenden Dateien

Der Button Export zu Lightroom

Die Dialogbox Export zu Lightroom

5- Rückgabe des mit DxO OpticsPro bearbeiteten Bildes an Lightroom

Die Rückkehr zu Lightroom löst automatisch eine Anzahl von Aktionen aus:

  • Bei der allerersten Nutzung wird eine Sammlung namens DxO OpticsPro erstellt.
  • Bei jeder späteren Verwendung wird eine Kollektion in der Sammlung mit Datum und Uhrzeit des Transfers erstellt.
  • Erstellung eines Stapels mit dem Original (um diesen Stapel zu betrachten, machen Sie einen Rechtsklick auf das Bild und dann wählen Sie im Kontextmenü die Option Gehe zu Ordner in Bibliothek).
  • Anzeige des Inhalts der Kollektion im Modus Rasteransicht und in der Einzelbildansicht.

Die Sammlung aller Kollektionen nach der Rückgabe an Lightroom.

Die von DxO OpticsPro exportierte Datei wird automatisch in einen Stapel mit dem Originalbild gelegt.

Bitte beachten Sie dass die gesamten Metadaten der Originaldatei, die in Lightroom vorbereitet und bearbeitet wurden, automatisch von DxO OpticsPro beim Export berücksichtigt werden.

Hinweis

Damit die Metadaten auf die Exportdatei übertragen werden, müssen die Sidecard-Files (XMP) neben dem RAW-Originalbild liegen. Sie können diese XMP-Dateien auf zwei Arten generieren:

  • Durch Aktivierung der automatischen Erstellung von XMP-Dateien (Katalogeinstellungen > Metadaten)
  • Durch Auswahl der Dateien und Zuweisen der Metadaten mit dem Tastenkürzel Strg + S (PC) oder Cmd+S (Mac).

Die Metadaten wurden während der verschiedenen Transfers zwischen Lightroom und DxO OpticsPro beibehalten.

Hinweis

Die Kompatibilität von DxO OpticsPro mit dem XMP-Standard ermöglicht den Erhalt von Sternebewertungen bei der Dateiübertragung: die von Lightroom und anderen externen Programmen definierten Sterne werden von DxO OpticsPro automatisch aus den EXIF- oder XMP-Daten ausgelesen und so wird as System der Sternebewertung im Laufe der Bildbearbeitung beibehalten.

Ab Version 10 der Software ist die in Lightroom vorgenommene Sternebewertung in DxO OpticsPro sichtbar und die Veränderungen, die dann daran in DxO OpticsPro 10 vorgenommen werden, werden zurück übergeben. Diese neue Bewertung wird in die Übergabedatei geschrieben, so dass die Sterne in den anderen Programmen wiederum gelesen werden können.

6- Weiterführendes: Korrekturen nach der Rückkehr in Lightroom ändern

Für den Fall dass Sie an einer Datei, die Sie gerade aus DxO OpticsPro exportiert haben, weitere Änderungen in Lightroom vornehmen möchten und bemerken dass Sie dazu Korrekturen an der Original RAW-Datei vornehmen müssen:

Zusätzliche Korrekturen in Lightroom

Aufnahme der Korrekturen am Original in DxO OpticsPro

Speichermöglichkeiten der wieder an Lightroom zurück übergebenen Datei

Die Datei enthält Änderungen aus DxO OpticsPro und zusätzliche Korrekturen aus Lightroom.

  • Wählen Sie die Originaldatei in Lightroom.
  • Gehen Sie in das Menü > Externe Module – Extras > Mit DxO OpticsPro transferieren.
  • Nehmen Sie die gewünschten Änderungen in DxO OpticsPro vor (die Korrekturen seit der ersten Übergabe sind selbstverständlich gespeichert).
  • Klicken Sie auf Export zu Lightroom.
  • Die sich öffnende Dialogbox bietet das Überschreiben der bestehenden Datei an bzw. die Vergabe eines eindeutigen Dateinamens.
  • Wählen Sie Speichern..
  • Die Datei öffnet sich nun unter Berücksichtigung der gerade in DxO vorgenommenen Änderungen in Lightroom. Auch die zusätzlichen in Lightroom vorgenommenen Korrekturen an der Vorgängerversion dieses Bildes werden berücksichtigt.

Fotos: Laurent Prost / Cath Schneider

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